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Achtes Buch.
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Das XXVii. Capitel.
Ham-Berstopssung.
Jnnhalt.
^ l . Wird beschrieben was es sey, und wiees unterschieden. §.2.U'lerschiesliche Ursachen.^, z. Vorhergehende UrsaÄen.h.4.Wanii und warum es gefährlich. §. 5. Wu' d>-r Iscliun»ver» aHuhelffen. §. S. DieCur von der^iekuris^otlis.
^ Arn-Verstopffung / llckuris, ist wann derUrin in den Nieren von dem Geblüt nichtmehr abgesondert wird/oder da e? abge-sondert ist/ nicht kan ausgeleeret werden /und hat also die Kranckheit bald in denNieren / bald in der Blasen ihren Sitz/wann jenes/ da nemlich kein Urin in den N-eren ausgear-beitet/ und von dannen durch die Harn-Gange in dieBlasen geschicket wird/so ist in der Blasen keine Ausdeh-nung / bey dem Ort der Scham kein Schmerlen oderander Beschwarnuß ; wann aber die Blasen den Urinnicht ausleeret/welchen sie von den Nieren überkommer/wud selbige sehr ausgedehnet/ und ist ein staiiges Verlan-gen zum harnen vorhanden. So die Nieren ihr Amtnicht verichten, wird dieKranckheit Ilc-Kuns liockz ge-nennt/so aber die Blasen in ihrer Verrichtung verhindertist/wird eslickukis vera benamset.
§. 2. Die Ausleerung des Harns wird verhindert/wann der Blasen Mundloch entweder Krampsss weisezusammen gezogen und geschlossen/oder wann es von ei-nem Stein verstopftet ist. Der Urin aber wird von demGeblüt in den Nieren nicht abgesondert / wann entwederdas Fließ-Wasser welches des Harns klArcrieist/ mitdem andern Geblüt so vest vereinbaret ist/daß es von dem-selben nickt kan abgeschieden werde / oder wann dieGang-kein und Röhrlein m den Nieren verstopffet / oder aufandere Weise verschlossen sind ; Die Verstopffung ge-diehet entweder von einem geronnenen Blut / ingleichenE»ler / welches entweder in den Nieren gezeuger odervon andern Theilen dahin gebracht worden / oder vonemem Stein.
§. z. Diese erzehlte Ursachen kommen von vielen an-deren vorhergehenden her / absonderlich aber traget dasseinige bey/ das Geblüt / so es mir zähen und dicken Saff-ten / welche mehr zum stillstehen als zur Bewegung ge-neigt sind/ angefüllet ist/dahero die Kinder zum össterndiesem äKeA üntsrworffen sind / weilen derselben Geblütdurch seine Zähigkeit/ welche die Milch / als deren Speißverursachet/leicht Verstopfungen verursachen kan. Spei-sen von Milck/und andere, welche zach und grob seyn, in-gleichen Waffer so leimicht ist/ herber Wein und sauresBier verursachen mgieichen daß das Geblüt die Theiledes Leibes verstopffe.
§.4. Die Kranckheit von welcher wir nun handeln/ist sehr gefahrlich/ absonderlich wann das Übel in den Nie-ren sich befindet/ und mit keinem Schmertzen vergesell-schaftet ist/dann dardmch wird man versichert / daß dieAbsonderung des Urins gänklick aufgehöret / dardurchdann das Fließ-Wasser in dem Geblüt nach und nach ge-häuffet wird^ welches die flüchtigen Theile von ihrer Be-wegung abhält / und endlich eine Ersteckung verursa-chet. Wann der Schweiß stinckend ist / und dem Urinden Geruch nach gleichet/ so ist es tödtlich Wann derUrin nicht vor dem siebenden Tag ausgeleeret wird / so
kan man keine Hoffnung zur Genesung haben / es wäredann daß durch öffterS Erbrechen/oder starcken Schweißdas gesammlete Fließ-Wasser ausgeleeret würde.
§. 5. In der Cur muß wol acht gegeben werden/obdie Kranckheit von den Nieren oder von der Blasen her-rühre; wann dieses/so kan man den Ort mttScorvwn-Oel schmieren / und alsdann solg-ndes Pflaster auflegenNimm Zwiebeln 6. an der Zahl/ Knobiauch 4. stosse es ineinem Morsel/thuGa'nse-Fetrhill zu/jo viel zu einemUber-schlag nöthig / Wacholder Oel etliche Tropffen. Odernimm Knoblauch-Wurtz/ Zwiebeln so unter derAschengebraten/eines jeden eine/Kerfel-Kraut/Tag und Nacht/ChamiUen-Blumen/ Steinklee-Blumen / nnes jeden 2.Quintl / Wacholder-Beer / Lein-Saamen / Kümmel ei-nes jeden 1. Quintl/ zerstosse alles / urd thue hinzu Scor-piowOel so viel nöthig. Man kan sich auch nm folgen-Kraurer n einBad bereiten lassen/und eine Zeitlang in sel-biges sitzen: Nimm Pappeln-Blätter, Evbisch Blatter/Kraut von Steinklee / Gundelreben/ Stahl-Kraut/Chamillcn / Wachholder-Beer/ eines jeden so viel als zuemen Bad nöthig. Über dieses alles kan man den La-rkererem gebrauchen / dardurch nicht allein der Stein/der den Blasen-Gang verstopffet/ b-yseit kan gethan wer-den/ sondern es werden auch die zusammengezogene Fa-sern voneinander gemwen/daß der Harn zur AusleerungPlatz bekommen möge. Weilen der Olkeccr, übson?derlich bey den Mans-Personen/nicht wol ohneScimer-zen kan appliciret werden / ob es auch gleich von Erfahr-nen geschehe/so kan man sich an dessenStart eines subti-len Wachs-Liechteö bedienen/dessen End-Stumpss undmir Oel bestricken ist. Die Clyst'.er können auchK-rt werden. Endlich solle man sich der Harn-treibendenMittel enthalten/ damit der Urin in der Blasen nicht ge-haufft/ und der Schmertz dardurch vermehret werde.
§. 6. In Ilckuriz oder wann der Urin in denNieren nicht abgesondert wird/müssen solche Mittel ge-braucht werden/weiche das Geblüt zertheilen / damit esin den Nieren das Fließ Wasser von sich 'assen / weilenaber das Geblüt absonderlich durch die sauern Säffre dickgemachet wird/ müssen selbige Mittel zugleich dem Sau-ren widerstehen/kan aiso folgendes Pulver bereitet wer-den : Nimm dinnsdar. Antimon. I-Scrupel/Krebs-Augen I.Quintl/ Lal.volar. kuccin. ein halb Quintl/I.sucizn. opiar. z. Gran / vermenge und theile es in 4.gleiche Tbeil/davon alle 6. Stund 1. Theil in einer war-men Brühe oder Petersilien-Wasser kan genommenwerden. Oder mankan von folgenden allezeit zo. Tropf-fen gebrauchen : Niinmksseur.Zuccj». 2.Qunit>/8st.volsr.8uccin.8zl.vc>lzc Urin, eines jeden i.halb Quintl/Opokullami einen halben Scrupe!. Wann diese jctzter-zehlte Mittel keinen solten thun kan man folgendesgebrauchen: Nim Spaninsche Mucken!. Scrupel / ma-che es zu einen Pulver/ dieses thue in 6, odvr 8. Loth Rhei-nischen Wein/und lasse es etliche Tage stehen/alsdannseihe es durch Fließ-Papyr damit nichts von dem Pulverin dem Wein bleibe. Von diesem geseihten Wein thueein Löffel zu andern sieben Löffeln Wein oder Bier/vonwelchem vermengten dem ersten Tag i .Löffel des andernTages 2. und so fort an können genommen werden. Anstatt des ordentlichen Trancks kan man sieh des veco^ivon Wacholder-Beeren und Juden-Kürschengemacht/bedienen.
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