.<> Des klugen und RecktS - verständigen Haus-Vatter s
Das XXIII. Kapitel.
DerNuldenm Ader-Fluß/ und derselben Berstopffung.
Inhalt. 5- 5' Obschon durch den Gulden-Ader-Fluß unter-'
' weilen der Mensch entweder von einer Kranckheit curi-
Was der Fluß seye/ und was fürSymptomst- er bey sich retodet prselerviretwird/ sokönnen doch auch/wann er
Häge. §. 2. Desselben Unterscheid. z. Die nächsten Uc- excccliret / andere Kranckheiten / als Wassersucht/
sachen» ^,4» vorhergehende Ursachen» §»5» Was sue i< im!) dert^^eicben vondensel^ön Lsutike^ tDök-
nen Aiisgang er habe. 6. Desselben Cur. §.7. Verjropf. ^cyiagslUß UNv ver^ei^mvWveNMven csuurer wer-
sung der Gold-Adern und derselben llnterschctv. h. L. Der- den / weilen dardurch die flüchtige theile verlocken ge»
,elben Ursach. ^.9. Qb ks gefährlich. §. 10. Derselben hen/ die groben aber / als welche gedachte Kranckheiten
6ur- entstehend machen / in dem Leib und dessen ScUten blei-
/. r. den / und hernach mehr und mehr gesammlet werden.
^ ^ ^ .u , §-6. Der Gulden-Ader-Fluß wird sasi auf gleiche
.^Lr ^lußderGüldenen-Uder/^morrkol. euriret/als andereBlur-Ausstürtzungen/ bey de-
^ Ä nen aber nur / so nicht ordentlich damit behafftet sind/
denen Puls-Adern /so sich m dem Mast- diejenigen / so zur gewissen Zeit den Fluß haben / sol-
Darm befinden / und samt denen Blut- ^ sich hüten selbigen zu stillen / dann sie würden dardurch
Adern die (güldene widern genennet wer- unterschiedliche« Kranckheiten / wie wir alsobalden wer-
den / entweder m einer grossen oder gerin- / Ursach geb en / es seye dann / daß er allzuheff-
gen Menge durch den Hindern abgesondert/ und zwar ^ wäre/da er in etwas mußgestillet / doch alsvbalden
entweder voroder mit der^luöleerung des ^eibes /dabey ^ch wieder eröffnet werben/wie solches aber geschiehet/
sich auchMal tigk eil un d <.ragheit der ?!susse / ingleichen wir gleichfalls balden hören: Weilen dann nun/
eme^chwachhett des gantzen Leibes und Entfärbung angemercket / der Fluß zum öfftern das
des Ungesichrs /da nemlich desselben rothkcht weisse Lar- Geblüt zur Ursach hat / kan man folgende Mittel
beil^gelbodergrimverwandeltwird/beftiidet. Ebeaber ^,rHand nehmen : Nimm Wegerich-Wasser 4. Loth/
der Hlup beginnet/so wird m den ^endeneine^lusi. ehnung AMimet-Wasser anderthalb Loth / äceri rtettillsr. ein
und^aimertzen/ um das Ruckgrad eine Hltz / und m den / rothe prsepanrre Coralten ein halb qu. ZsnAuio.
HindernemSchmertzenverspüret. vracon.einen halben Scrupel/I.sucjgl,ic)pisr.z.Gran/
§. 2. Dcr^lutz der Guldenen-Ader ist mcht allezeit 5»,up. ^yrrin. 1. Loth/ vermenge es. Von diesen kan
lur eineKranckheit zu halten / dann die Natur osfters man des Tages über etliche Löffel voll gebrauchen. Oder
diesen Weg gebraucht / die Ursach der Kranckhen von man kan Morgens und Abends einer Nuß groß von fol-
sich zu stossen / und sich davon zu befreyen / und sind als- ^der Latwergen gebrauchen: Nimm Lonlerv. «.olsr.
daii die gedachten 8ypmromarz entweder gar nicht/ oder zjcc. s. Loth / 5rocl,s kor. ^err» iiKlIl»r. anderthalb
doch nicht in einer solchen Heffrigkeit vorhanden ; inglei- rothe pr^parv-te Corallen/ öoli ^rmen. eines jeden
chen geschlehLtdieser Fluß öffrers zu gewissen Zeiten / und 2. Scrupel/ l.»p. tt-msr. l. Scrupel/ Quitten-Sassr/
befreyet den Menschen von vie.en kranckheiten. ^ ^ einer Latwergen nöthig. Nach dem Gebrauch
§. z. D>e>e Kranckheit entstehet / von der Eröffnung der Latwergen kan man allezeit 6. Löffel von folgenden
der Puls Adern des Mast-Darms / welche geschiehet/ in- Julep nehmen: Nimm Tormentill-Wasser/ Wegerich-
dem das Geblüt entweder wegen geschwinder und heffti- Nasser eines jeden 6 Loth/ Zimmet-Wasser/^rup.cts
gen Bewegung oder Zähigkeit durch die Adern nicht also- licc. eines jeden 2. Loth / 8pirlr. Vicriol. so viel nö-
balden dringen kan / sondern still stehet / und die Adern so thig zu einer angenel-men Säuern. Ring von Zähnen
lang ausdchuet / biß sie als einer weitern Ausdehnung un- eines Meer-Pferdes gemacht / und an den Zehen der Füs-
fahigzerrissen werden. se getragen / sollen den hefftigen Gold-Ader-Muß stillen.
§. 4. Die geschwinde und heffrige Bewegung des Mehr hiervon kan in dem Cap. von dem hauffigen Mo-Geblüts entstehet / wann selbiges mit vielen flüchtigen nat-Fluß gesehen werden,und schärften Saitz angefüllet ist / und dardurch flüßiger §. 7. DieVerstopffung der Gold-Adern/ N«mor.gemacht wird; daher in den warmen Landern / ingleichen rkoiöes csec-e. ist eine derselben Ausdehnung / und ent-zur Donners-Zeit die jungen Leute / weilen deren Geblüt stellt dardurch bald eine / bald mehrere Geschwulsten/mehr fiüßiger und fluchtiger ist als der Alten / mit dem wel entweder hart oder weich stnö/ ingleichen ist ent-Gu'.denen-Ader - Fluß abionderlich angegriffen werden, weder ein hefftiger oder noch m etwas erträglicherDas Geblüt wird ingl^chen scharst / und foigendlich zu Schmertz dabey / welcher absonderlich gespüret wird/einem geschwinden Laust bequem gemacht/durch Spei- nachdem der Leib ausgeleeret worden. Wie aber dersen so starckgewurtzet sind/wie auch durch Wein / somit Gold-Adern theils innerliche/theils äußerliche seyn/alsoeiner flüchtigen Sauern / dergleichen absonderlich der sind auch derselben Geschwulsten und VerstopffungenRheinische / angefüllet ist; und wann dann zu diesen eine unterschieden / die innerliche aber werden nicht so leicht er-starrte Bewegung / als Springen / Tantzen/ Reiten und kannt / als die äußerlichen / welche können gesehen wer-dergleichen kommet / so kan gar leicht der gedachte Fluß den / und unterschiedliche Gestalten und Formen haben/emstehen / als der zum osstern von dieser bißbero erzehlten dann theils sind als Wartzen / theils als schwartze Trau-Urjachen entstehet / von der Zähigkeit des Geblüts aber/ ben-Beer/ theils als Feigen / und theils als Maulbcerals der andern Ursach/ entspringet meistens die Verstopf- gestaltet.
fung der güldenen Ader / und müssen bey denieniqen / so 5. 8. Dieser Geschwulsten oder Verstopffungen Ur«
wegen scharffen und gallichten Geblüt zu dem Fluß genei- fach istgleichfalls das Geblüt / dann gleichwie der Gulde-
qet seyn / scharffe purKanris, dergleichen absonderlich die nen Ader-Fluß entstehet / wann das Geblüt die Adern so
Aloe ist / gemeidet werden / weilen dardurch der Flußgar weit ausdehnet / biß sie zerreissen und das Blut ausschür,
letcht erreget wird. ten / also ist hier eine der Adern Ausdehnung ohne dersel-
- ben