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Francisci Philippi Florini ... Oeconomus prudens et legalis oder allgemeiner, klug- und rechts-verständiger Haus-Vatter : bestehend in 9 Büchern
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Achtes Buch.

Z7

Daö XI. Zapitel.

Steck-Uuß.

Innhalt.

H. i? Desselben Beschreibung / und wie er vom Schlagfluß unter-schieden wird? §>2. Woher er entstehet? z. Wird voreinen «gefährlichen gehalten? §.4. Was für Arze>neyen zu gebrauchen ?

§- 1.

i'Teck-Fluß / Lscharru; suffocarivus , isteine gehlinge Benehmung des Arhem-ho-H lens / bey welchem sich Husten / Bangig-keit / Schnarchen und Austreibung desSchaums durch den Mund befindet/ undob gleich dieser in vielen mit demSchlag-Fluß übereinkommet / so entsiehet er doch voneiner andern Ursach/und erfordert deswegen eine beson-dere Cur. Die Zeichen aber/ wodurch er absonderlich vondem Schlag-Fluß unterschieden wird / sind / daß der pa-rienc den Verstand und die Bewegung nicht verlieret/gleichwie in dem Schlag-Fluß geschiehet / sondern es istihm die innerliche Bangigkeit und andere Zufalle / so sichmit einfinden / bewust / und beklaget er sich deßwegen.

F. 2. DieseKranckheit enrstehet/ wann das Geblütin denen Adern der Lungen gehling still stehet / und seinenLaufs nicht vollbringet; und indem dadurch die Zieste derLuffr Röhren / so sich auf unterschiedliche Weise durch dieLum?e ausbreiten / zusammen gedrucket werden / kan derLuffr nicht eindringen / und dasAtbem-holen verrichten.Die Ursachen/ so das Geblüt seiner Bewegung berauben/seynd unterschiedlich / denn balden ist desselben Menge/balden die Dicke und Zähigkeit / balden der geschwindeLauffUrsach.

§.?. Es magder Laufs des Geblüts verhindert wer-den/durch was Ursach er immer will/ so ist der Steck-

Fluß / welcher davon entspringet / eine sehr gefährlicheKranckheit/ weilen das Athem holen/ in welchem unserLeben bestehet / dardurch verhindert wird / und endiget erin wenig «stunden das Leben / wann nicht das Geblütwieder in seine Bewegung gebracht wird/ welches unter-weilen zu verrichten gar unmöglich ist / wann ncmlich dasGeblüt durch eine allzustarcke Saure verdickert wird/und wird solches erkannt / wann das Athem holen fastaufhöret / und sich ein Schaum auf dem Mund befindet;Wann aber das Athem holen noch etwas frey / kan mannoch eine Hoffnung zur Genesung fassen-

§. 4: Weilen der Steck-Fluß von dem verhindertenLauffdes Geblüts emstehet / so muß in der Cur absonder-lich dahin gesehen werden / wie daß man dasselbe wiederin eine Bewegung bringen möge Soll derowegen gleichAnfangs/ nachdem ein scharffes Clystier inj c-ret worden/eine Ader geöffnet werden / damit das Gebmr - so aus derAder gelassen wird/dem andern Raum mache / das still-stehende fort treiben zu können: Das stillstehende aber zuzertheilen/kan man einqu. von^u<rm?'-ecere in 2. LothMandel-Oel wann dem l'auemen geben; a> statt dessenkan man 2. qu.(iummi ^mmomscunEhrenpreiß oderHysopen-Wasser / wie auch in einem weich-gesottenen Eygebrauchen: Oder man kan folgende kckxrur auf einmalnehmen: Nimm Hyssopen- Ehrenpreiß-Wasser einesjeden 4. Loth. ein (ZU. Zpiri'r. 8 I ^rn-

momac. i s.Tropffen/Syrup von Hyssopen 2 qu. ver-menge es. Nachdem durch diese ^eciicsmenren das Ge-blüt wieder in etwas zertheilet worden/ und der l^rox/s-muz ausgehöret / solle man dieselbige noch eine Zeitlanggebrauchen / absonderlich wann einige l<eli^uien sich nider Lunge befinden / und sich durch Husten und schwerenAthem zeigen.

Das XIL. Zapitcl.

Blut-Ausspsym.

Innhalt.

h. 1. Wases sc»/und wie es vor andern Blut-Auswerffett Zu un.ts, scheiden? §. 2. UnacUe». ^ z. Was es für ein^gang rflegt zu nehmen ? 4. Cur i» dem 9sroxysmo.

Ausser denselben/damit keine Schwindsucht oder dasBlut AuSspeye» von neue» entstehe.

l.

»Lut-Ausspeyen / l'Iu?mc)kZtylis, entstehet/wann das GebZür durch die Husten ausder Lungen / allwo es sich wegen Eröff-nung einer Ader gesammlet / geworffenwird: Ist demnach nicht g'eich balden al-les Auswerfen des Geblüts für dasBlur-'At s'ocy.'n zu halten/ sondern nur dasjenige/ so ausder Lungen komm t / und wnd erkannt / so es durch eineHusten geschiehet/ dannwanadasGeblür vondenZah-nen / Gaumen und Nasen kommet/so wird es durch einbloßes Ausspeyen ausgeworffen / kommt es aus demHalß / so g . ftiuebet das Auswerfen mit Reu'peln. Wirdalso das Blut-Ausspeyen ^ von welchen wir hier reden/durch die Husten erkannr/weiche zwar unterweilen auchfehlet / obschon das Geblüt aus der Lungen kommr/ wannes nemlich in einer so grossen Meng.' ausgeworffen wird/

daß man dafür nicht husten kan / welches geschiehet/ wanneine grosse Adern in der Lunge zerrissen ist / dann wannnur eine kleine Ader geöffnet ist / so ist das Auswertnauch nicht so stai ck Wann das auSaeworffene Blutschwartz und dick ist / sohares eine Zeitlang in der Lungegelegen.

§. 2. Die Ursach dieses Ausspeyens ist eine Eröffnungder Adern / so in der Lungen sind / und geschiehet / wannentweder das Geblüt zu scharff und zu dünn ist / daß esdie Adern zersrisset; oder wann selbiges zu dick ist/ daß esdie kleine Aederlein nicht durchpaßiren kan / sondern mselbigen still stehet/ausdehnet / und endlich zerreißet. Esgeschiehet unterweilen auch die Eröffnung der Adern voneiner starcken Bewegung/ grossen Springen/ vielen Tan-zen/ schreyen / Husten und dergleichen. DisScharffedes Geblüts wird von warmen Lufft/ schärften Speisenund grossen Zorn verursachet. Das grobe Geblüt aberentstehet vom kalten Lufft / groben / sauern und gesaltze-nen Speisen / wie auch von vielen Schlaffen / Sitz«i/grosser Traurigkeit und andern Gemüths M'eKen.

§. ?. Das Blur-Ausspeyen ist ein gefährlicheres.fcÄ, dann entweder macht es gleich em End / wann nem-lich das Geblüt in grosser Menge ausgeworfen wird/^ E z oder