^ Des klugen und Rechts verständigen Haus-Vatters
Daö X. Zapitcl.
Bräune.
brechen erwecken / solches aber muff glcich anfangs in
^ ' dem ersten Tag geschehen/-widrigen Falls wird man die
5.1. Desselben Beschreibt!-'«, h. 2. Ursachen. §. ?. Vergehen« Kranckheit mehr vermehren / Äs verringern. ?lls der
de Ursachen. 2. Kenn Zeichen/ ob es gefährlich oder pgrient Blutreich ist / kan man ihm die Ader unter der
nicht? § 5- Cur. Zunge oder sonst eine öffnen. Nach diesen kan man Mor-i
§. I. gensUNdAbendödiel 'lnÄuram Le^zrclicgm von zc?.
«V.- . ^ ^ biß 40. Tropften gebrauchen/oder folgende ^ixrur:
^ ^'^'undung des Holder-Blumen-Wasser/ Klapper-Rosen Was-
^ Halses/unu derd.^ außlein ».er Luffr Roh- ^ ^ Loth/l'inÄur, ke^ö.^.Tro^ffen /
^ re/und andern nächst ^gelegenen 8pirit. (^°rnu Lervi 15. Tropffen/ke^rä.
ien/ sonnt Geschwulst/Schmertzen/H.tz/ ^ h^b Scrupel / Klapper-Rosen Safft ein Quu^l/
^>elhlnderung des ^ryemhollens und vermengees. Oder man kan folgendes Pulver nehmt t:
Schluckens vereinbarer ist. ^ Nimm prs?psrirt Einhorn/ oder ^nrimon. äispkorer.
§.2. Es entstehet/wie alle andere Entzündungen/ is.Gran/przepsrirtHirschhorn prsep»rirten Schweins-
von einem in seinem Lauffverhinderten Geblüt/welches/ Zahn eines jeden lo.Gran / 8s>. Lorn. Lervi volsr. s.
in dem es die benannte Theile ausdehnet / nicht allein den Gran. Menge es zu einem Pulver / so auf einmal zu
Schmertzen verursachet/ sondern auch dem Lufft und den nehmen. So von diesen ermeldten Mitteln keines vvr-
Speisen den Weg verleget. Das Geblüt wird von un- Handen / kan man den ausgetrucktey Safft von Pferd-
terschiedlichen Ursachen in seinem Lauffgehindert/ welche Koch / nehmen / und einen Schweiß darauf erwarten,
theils in dem Geblüt / theils in den Ädern sich befinden / Diese innerliche Mittel müssen täglich / Morgens und
jene sind des Geblüts Menge / Zähigkeit / und geschwin- Abends/ zur Hand genommen werden. Des Tags über
der Laufs/ diese aber sind der Adern Verletzung/Zusam- kan man öffters von folgenden in den Halß spritzen lasten/
mentruckunq und Zusammenziehung. wann vorher» die Zunge gesäubert worden: N-mm Hol»
§. z. Des Geblüts Menge verursachen die Untere der- Blumen-Wasser 12. Loth / 8pirir. 8al. /^rmonisc.
lassene Geblüts - Ausleerungen durcb ^»chrepffen und ein Quintl / Holder-Latwergen 4. Quintl / vermenge es.
Aderlassen / ingleichen der verstopffte Monat-Fluß / und Oder mmHolder-Blumen- Salbey eines jeden ein Hand
Gold-Adern/jo ein Zeit lang geflossen 'nunmebro aber zu voll/koche es in 2. Maaß Bier/biß es einen Finger breit
fliesten aufgehöret. Die Zähigkeit des Geblüts^wn d gefallen/ alsdann seige es/ und thue hinzu Brandtwein i.
verursachet von vielen und groben Speisen/vielen Sitzen ^orh/ 8piric. 8»!. Xrmon. i.Quinrl/ Rvsen-Höniq z.
und Schlaffen. Den geschwinden Lauff des Geblüts biß 4. Qumrl. Als die Zunge sehr dür? und trocken/ kan
machet eine starcke Bewegung/und grosse Erhitzung/in- man selbige öffters mit Schleim/so aus Flöhsamen mit
gleichen hitzige Mtrancke und Speisen / wie auch heffti- Rosen-Wasser gezogen ist/ bestreichen: Oder lege auf die
ger Zorn; und so man zu solcher Zeit kalt Bier oder Was- Zungen / ein Stucklein Speck / welches eines Messer-
ser !>n,ssia trincket - wird um so vielmehr das Stillstehen ruckens dickund so breit ist als die Zung/ welches nicht al-
des Geblüts verursachet/weilen dardurch die Ader nisam-- lein die Dörre der Zungen lindert / sondern löset auch die
men gezogen werden/ daß das Geblüt/ welches ohne das/ schwartze Haut auf/ daß es von derZunge abaezogen kan
wegen seines geschwinden Lauffs durch die kleine Adern werden. Über den Halß kan man äusserlich mir doppel-
nicht leicht gehen kan / stillstehen muß. Der kalte Lufft sen Tuch folgendes überlegen : Nimm rothe Myrrhen /
allein/ so man ihn hauft'ig einathmer / kan au b dem Ge- Weyrauch / eines jeden 2. Loth / Campher / Sasfran /
blütseinemLauffbenehmen/weilener den Theiln/so er eines jeden 1. Quintl/Brandtwein i2.Loth. Oder/
berühret/ gleichsam einen Schmertzen verursachet / wor- nimm ein Schwalben - Nest / weissen Hunds, Koth ein
ausdie Seelen Geister hauffig einfliessen/welche / in dem Hand voll/Stein-Klee 4. Loth/ koch es mit Milch und
sie die Nerven sehr ausdehnen/ die Theile zusammen zie- schlagswarm über den Hals. Oder leg das Pflaster von
hen. . , . . . , Stein Klee/so mit Agtstein-Oel erweichet worden/über.
§. 4. Die Braune ist eine sehr gefährliche Kranck- Als die Theile des innern Mundes verwundet sind / kanheit/ absonderlich wann das Athem Hollen undSchlu- man selbige mit Salpeter / so mit Honig vermenget ist/cken dardurch verhindert wird/ ingleichen die innere Thei- berühren'/ damit die Haut abgebe / nackmals kan manle mehr als die ausser» stk.-rt ieynd. Wann die zähe es mit Johanniskraut-Oel bestreichen.und weisse Materie / welche die Zunge und die andere Währender Kranckheit soll sich der parienc mitTheile des innern Mundes in der Braune gemeiniglich Gersten - Suppen und Haber - Müßlein begnügen las-überziehet/trocken und schwartz wird /so ist schlechte Hoff- sen/ und nichts / welches gewürtzet ifi / gemessen; inglei-nung übrig. Wann ein Schaum ausdem Mund stehet/ chen soll er keinen Wem trincken/ sondern Gersten-Was-so steckt der I^cisnr dem Todt bereits in dem Rachen, ser mitSüß-Holtz midWeinbeerlein an statt desTruncrsUnterweilen kommt unverhofft die Gesundheit wieder / sich belieben lassen/oder folgenden Tranck anstellen: Nickweilen die Natur die Materie/so die Verstopssung mach- Feigen/ Süß Holtz / weisen Zucker Lancii / kleine Rost-te/durch den Urin oder den ^5>tu'austreibet. nen/gei einigte Gersten/Aniß-Saamen /Fenchel-Saa^5. In der Cur dieses ^K'eQs ist nicht zu säumen/ men / ,edes 1. Loth / blaue Violen/ Brunellen-Kraut /je-fondern man muß nach aller Möglichkeit dahin trachten/ des 1. Hand voll / koche es mit ?. Maaß Wasser zumwie dem Geblüt sein Lauff wieder möge zu wege gebracht Tranck/ und seige es durch. Im Anfang soll der l^c-enewerden / solches geschichr durch folgende Mittel: Wann nicht viel reden / oder sonsten die Zunge bewegen,diese Kranckheit ansteckend ist / und mehr Leute zugleich Letztlich soll der Leib allzeit durch ein Clystierdaran niederliegen / kan man bey dem earienren ein Er- offen behalten werden-
Das