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Francisci Philippi Florini ... Oeconomus prudens et legalis oder allgemeiner, klug- und rechts-verständiger Haus-Vatter : bestehend in 9 Büchern
Entstehung
Seite
19
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Achtes Buch.

auch etliche Aesie den Schlaffen/der Stirn / und demGesichte mit.

Das sechste Paar entspringet aus dem tieffstenGrund des Ringförmigen Fortsatzes / gehet zu den Au-gen / zur Zungen und Gaumen / und vereinbaret sich mitden Rippen-Nerven.

Das siebende Paar des Gehörs nimmt einen dop-pelten Ansang/aus der untern Seiten der Ringsörmi-gen Erhöhung/ und langet mit einein Theil in den Gangdes feisichten Beins / mit dem andern aber dringet esdurch den Gebörgang.

Das achte oder zerstreute Paar entspringet unterdenGehörs-Nerven mit vielen Aesten an Seiten des ab-langen Marcks/ und wird zu dem Eingeweid des gantzenLeibs zerstreuet.

Das neundte Paar/ist das zugesellte/kommet vondem Ruckgrad-Marck/gehet herunter/und steiget wiederunter die Hirnschal hinauf/und vereiniget sich mit dem zer-streuten Paar.

Und dieses sind die Nerven/so von dem oblangenMarck entspringen/und meinstens zu den Sinnen dienen.Die aber die Bewegungen machen / kommen von demRuckgrad-Marck ( Kte6ut>z spinsli) und sind an derZahl dreyssigPaar'/sieben>nemlich am Hals / zwölff amRucken/fünssan Lenden/und 6. im heiligen Bein.

§. 6. Diese bißhero erzehlte Theil geben dem Leib dieSinnen/samt den Bewegungen und zwar mit Hülffe derSeelen-Geister / welche der Seelen Dienstbotten sind/

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und das Band/welches Seel undLeib miteinander ver^bindet. Selbige aber sind die fubtilesten Theile des Ge^Blüts/und werden in den Drüßlein / aus welchen de^Hirns / und des Hirnleins graues Wesim bestehet/vondem Geblüt abgesondert/ und nicht allein durch alle Thei-le des Hirns/sondern durch alle Nerven und deren Aesteausgebreitet / damit sie nicht nur allem die Theile nachdem Willen der Seelen bewegen; sondern auch die Ge-stalten/so den ausserlichenFinnen eingepregetworden/der Seelen überbringen können / welche selbige erkennet /von ihnen urrheilet/und also behalt/ damit sie sich selbi-ger nachmals wieder erinnern möge; dann wann die Ge-stalten /so von den äußerlichen Sinnen kommen / in diegestrichelten Cörper überbracht werden / so werden die-selbige erkennet / und als sie durch das Marck des Hirnsgeleitet werden / urtheilt die Seel von ihnen; und wannsie dann ferner biß in die Krümmen des Hirns langen/und allda so eingepregt werden/daß sie nachmahls/mitHulffe der Seelen-Geister/wieder vom neuen der Seelenkönnen fürgestellt werden / entstehet die Gedachmus.

§ /. Das Hirnlein theilet seine Nerven meinstens demHertz und andern Theilen/ welche ihre Bewegung wiederunsern Willen verrichten/mit. Damit aber zwischen die-sen und dem Hirn eine Gemeinschafft sey hat die Naturdie Hinter-Backlem / als die grössern Erhöhungen unddie Geilen/ welches kleinere Er höhungen seyn/ als Gangedarzwischen gesetzet/ damit die Seelen-Geister von diesemzu jenem/und von/enem zu diesen frey können paaren.

Das XIX. Aapitel.

Bon den Augen.

Jnnhalt.

§.i. Augen-Lieder. H. 2. Die Drüßlein so sich ausserhalb denAuaen bcfiiden. h. z. Augenbraune. §. 4. Der AugcnGifasse. H.5. DcrAugenSvanwAdern. h. 6. DieMauß«lcin so das Äug auf unterschiedliche Art bewegen, h. 7.Des Auges gemeine Haut. h. 8. Des Auges sonderbareHaut. §. 9. Desselben Feuchtigkeiten. L. io. Auf wasWeise das Sehen geschehe.

§. 1.

> He wir die Augen und derselben Theilebetrachten/wollen wir vorhero die Augen-Lieder/Drüßlein und andere Theile/ soselbige einschließen und bedecken/ besehen.Die Augen - Lieder ( ?slpebne ) so zurBedeckung des Auges dienen / bestehenauswendig üH emer sehr dünnen Haut / deren gantz keinFett untergeleget: inwendig werde sie mit demOberhaut-lein derHirnschale überzogen-Das äusserste derselbe ist einkrosplichterRand/zu einer festen Ausdehnung / und ge-nauen Zusammenfügung der Äugen-Lieder/ehr dienstlich/deßwegen sie auch mit einem kleinem Maußlein begabtsind.

§> 2. Die Augen-Lieder werden geschlossen von ei-nem Maußlein /welches mit einem halben Circul-rundenZug/von dem innern AuZen-Winckel/biß zu dem ausser-lichen sich erstrecket; auMoben aber werden sie von ei-nem andern Maußlein / welches seinen fleischichten An-fang innerhalb der Augen-Leise bey dem Loch/ dardurchsich der Augen-Nerve ziehet / nimmt / und nachdem esmit einem dünnen und fleisckichten Anfang allgemahlichist ausgebreitet / strecket es sich aus/ mit einem subtilenund zugleich breitenHaarwachs/in denRand der besagtenAugen-Lieder.

Cs werden zween Augenwinckel von der Oeffnungder Augen-Lieder verursachet / der äusserste ist der kleinste/bey welchem innerhalb der Augen-Leise ein ansehnlichesDrüßlein lieget / darvon die Thränen durch etliche gera-de Gang in das obere Augenlied rinnen. Der andereund inwendige ist der gröste/ in welchem sich ein schwärmmichtes und weiches Fleisch-Wärtzlein / welches dasLöchlein/so dem NasemBein eingegraben ist / bedecket;damit es den Thränen-Fluß durch die Nasen verhindere/deßwegen es das Thränen-Wartzlein ( Lsruncul« l»>cr/malis) genennet wird.

In dem krosplichten Rand der Augen-Lieder/unddem grossen Winckel / allwo sich ein aufgeschwollenesMefen Herfür thut/ sind die zwey Thranen-Puncten/wel-che in dem Nasen-Canal zusammen streichen.

§. z. Über das sind im Rand der Augen-LiedeeHaare eingepflantzet/welche verhindern daß kein Staub,lein in die Augen falle. Am Ende der Stirn/oberhalbder Augen/befinden sich die Augbraunen / (Supercilla)so wegen ihrer dickenHaut/einen aufgeworffenen und vonniedergedruckten Haaren rauhen Bogen machen / wel-cher darzu dienlich / daß er nicht allein das Angesichtziere/ sondern auch den vom Haupt und Stirn herun-ter fliessenden Schweiß auffange/damit er sich nicht Mdie Augen setze / und denselben beschwerlich seye.

§. 4- Die Augen als Werckzeug des Sehens beste-hen aus vielfaltigen und unterschiedlichen Theilen / alsnemlicb Gesäßen / Mausen / Hauten und Feuchtigkeiten.

Die Blut-Adern sind etliche auswendige / so durchdas Weiße der Augen zerspreitet; etliche aber inwendig.Die ausserlichen Blut-Adern entspringen von den äußer-lichen Aesten der Drossel-Ader; die inwendige / welchedes Gesichts Spann-Adern begleiten / kommen von der*C » innern