SechsteSBuch. nzz
nachdem sie auf die Spuhlen gewunden worden / zum Der zehende und letzte Betrug/den die damitUmgehende
Spinnen geliefert. Dann diejenige / welche ein weites machen / wo fern man kein wachsamesAug auf sie hat/
Gewissen haben / können d,e Selde / fast unvermerckt ereignet sich im Arbeiten: wann sie die Seide nehmen/
dessen/ dem siezugehort/ stehlen: wann sie selbige mit der- von welcher man den Eintrag des Gewebö macht/und di e
gleichen Materialien / wie wir vor schon gemeldet / be- feinste mit einer gröbern/die sie an deren Stelle setzen/
schweren. Wann die Seide vom Seiden - Muller ge- vertauschen: daher kommt es hernach / daß das Stück/
spönnen worden/so wird sie vom K5snutg6urier gemei- so lang es ist/ungleich ausfallt. Auch denen ist das Steh,
niglich aus Mitleiden an arme Leute/ selbige zu zwirnen / len nichts zu viel / welche die kleine Spulen machen. Zn
gegeben. Weil sie aber so gewissenhaffr nicht / als noth- Summa/es ist doch wahr/ was man so ungern in denen
dürfftig sind/so stehlen auch diese davon : damit sie aber Kirchen singen hört: Die ganye lVelt ist
mitdemGewichtwiederzuhalten können/so netzen sie die Auch wir waren fürnehmlich darunter / wann wir hier/
Seide nochmahls / und dadurch verfällt man in den in Erzehlung der Seiden-Betrügereyen/nicht gesagthat,
fünften Betrug. Der sechste ist / wann die Seide ten/daß wir sie aus Herrn 5-v-ry Übersetzer haben/der
Seöoppelt oder gezwirnet ist/und sie kommt wieder in die diese Listigkeiten in meiner Pariser eclicion am Ende des
Hand des Seiden-Müllers zurück / so kan derselbe auf zO.Blats/des andern von uns oben angejogenen Theils/
eben die Art/die wir oben schon von ihm berührt/in der unten beschlossen hat.or so?. welcher man sich zum Zetteln bedient / bekriegen:gestalten / was den Eintrag des Webers anlangt/ so gehtselbiger nicht mehr als einmal dem Seiden Muller durch
die Hand ; zweymal aber denen Zwirnerinnen. Wo- Über
fern man nun der Seiden alles / was man soll/ gethan / y/kk/inbltin-,
und sie nachGebuhr bereitet/ hangt man solche an de Na- ^ ^vyutlvlUNg VvN v(ll
gel: aufdaß sie/ vorgemeldeter Weise nach/ ausgesuchet/ 2dürmern.
und die feine von der groben gesondert werde. Nach ^ ^ ^ ^ ^ ,
diesem thut man sie in die Färb: Indessen hat die Ausson- Gewimst durch den Seiden-Handel ge/
derung am Nagel gleichsam zur Ca^elle und Prob ge- können am besten bezeugen
dient / misw-lcköi'itj'k alle liikiae Stucklem / welcke bis- . ^ .Spanier und andere t^uonen
dient / aufwelcher sich alle listige Stücklein / welche bis- „ . ^/a. aner / Spanier um anoere ^ zuonen
het mit der Seide fürgenommen worden / vermittelst AA/.
desAbsiedens/ entdecken müssen. Wie dann gar offc Sammet/
mehr als eine Untz auf ein Pfund/ welches ein funffzehem ^bracht/ mithin aus
Theil ist/ abgehet; Man mercke hier / daß die rohe Sei- ^en Wahren ein grosses Geld geloset haben / so / daß
de / in grossen Bünden/ nach dem funffzehen Untzen-Ge- «Ä ^ geben uns
wicht verkausst werde. Nun kommen auch die lieben nehmen uns oas gute
Färber / welche össters ungetreu damit umgehen: dann "t. cap.
diese nehmen die grossen ^trennen / machen selbige nach ^ ^pexlel.
dem verjüngten Maasstab ; und beschweren solche biß- s"
weilen um ^wo oder drey Untzen / auf ein Pfund / und heit vo^ m V?elschland
zwar vermittelst sieben oder achteriey Artender Materia» ^
lim / die sie unter die Farbe thun können. Fürnehmlich ? ? jährlich em grosse Menge
geht es ihnen unter der schwartzen an: welche nichts desto ^
weniger schön und glantzend aussihet / und zwar im An- gesuhret wird. ^^?renßcr m derWechsel-?f»<Äic.
fang; aber im Tragen und Brauchen abgeschossen und p' ^ ^ dlests Selben -Gewert»
Fuchsfarb wird. Das wäre der siebende Betrug. AA " ^'5«^
Der achte Bekrug / darein man bey der Seide verfallen ^Vi'rmer mittelst PflanyungderLNaulbeer^Bavm
kan/ ist; daß / wann sie gefärbt / man selbige denen Spu- Z'? erhalten w^den tonnen ^
lerinnen zu Handen stellt / damit sie felbige auf Spuhlen davon benheöarmc. 6.1>. l.c»p. 22. k! Lsip.Klock.
winden: dann/nachdem sie die Seide angenomen so wol- 5..^'
len sie selbige in dem Gewicht wieder geben/als sie dieselbe Becher in fimempolttls^envtscours. von den et,
empfangen: daheMedienen sie sicb vieler hierzu dienlichen ^ Abnehmens der
Mitteln: wie sie iOnngrosss Spulen an statt der kleinen Scadte/Lander und -vepubliquen. 9 .2 .0 .4.
nehmen, ein falsches Zeichen drauf machen / an welchem Gleichwie aber der Seiden - Handel offtermahlen
man vor demZeichen des^snusaÄuners kemeUnrerschid theils zu Schrvelgerey/theils aber zum Betrug Ge-
weiß. Sie^mcken selbige in das Wasser / damirdas legenheit gibt/also kan /was das erstere betrifft/der
dürre Holtz die Feuchtigkeit in sich schlincke. Sie ma- Gebrauch der Seiden/als welche die Burger und Unter,
chen die Seide schwerer mit Fett / Schmeer / Butter / thanen nur zum Pracht und Schwelgen anfrischet / in
Oel und andern Ingreclienrien: welche ihnen darneben gewisser Maß wohl verbotten werden / vicj. ^cob. kor^
nocheinen Vortheil/zumgeschwinden abhaspeln/an die oic.^.'rr.z.c. 4 .1'ntjn. in welcherAbsicht demnach das
Hand geben: Und endlich / wann sie die Seide auf die Tragen der Seidenen Kleider einiger Personen in der
Spulen winden / sodalten sie dieselbe Seide in benetzte poKce^Ordn.^ean.l s ^.rir.y .lub .rutzr .von Unordi
Leinwand : damit sie derselben Feuchtigkeit heraus und nung undRSstlichteit der Rleider; in gewisser Mas
an sich ziehe. Der neume ist /wann man die Seide zum verbotten worden, ä^ci. perr. klö'ler cie pr«N6»'srlo-
Anzetteln der Stück-Zeuqe dem Weber gibt: wie dann mus illukr. p. 111. Ja vor diesen hat qar keine pri vsc-
auch diese Arbeiter viel Verschickungen haben / als wel- Personund Purpur oder Seiden/ ben Leib und Leibens-
che/wann sie zum Essen oder in der Stund abgehen / die straffmitLokililc-rung aller Güter handlen können/ wie
Spulen voller Seide mit sich nehmen / aufandere Spu- zusehen exl. ».k2.().quse res veni^en^n pc.ssibiqus
len / so geschwind als möglich/abwinden / und bey der ?ul^k?cpe2.^66.<i:.l.ä.rir.6e<2.c.v.tk.vo?!-gn2.
Wiederkehr dieftlbiae/nebcn andern/ leer zmuck bringen, »cl euaci. ric. 16o. »e ekrikin«. äocil. öslAic. v. z.klec.
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