Sechstes Buch. nzr
§. 3. Man verfährt indessen mit allem dem/ was Röcke und Frauen-Zimmer Brust-Latze oderCamisolen
man unter dem Namen Florett genommen/ auf folgende zu futtern gebrauchen will.
Weise. Wann man alle Abganglein, Neige und Fase- §. 7. Endlich ist dieses noch zu auter Lebe M mer-lcin zusamm gefasset/und neben denWurmern alle andere ken/daß man sich viel lieber/ wofern es nurtkunlicher-Unreinigkeiten davon gesondert/ so thut man (an statt funden wird / bemühe / alle Seide auf den Äa«vel mman die feine Seide in einen Kessel voll mild / und cem- dringen/ und so wenig als möglich / Florett mache - dannperiret-warmes Wasser gethan ) diese Florett-Seide in das Spinner-Lohn der Florett-Seiden laufft weit höher/ein von Don- oder Kupffer-gefertigtes Gefasse / wann als was man für das Aufhaspeln giebt / und doch ist derdas Geschirr vorher mit klar- sauber- und leichrem, aber Werth derFloretto nur dieHelffte der reinenSeidtz. Undja nichts mineralisches führendem Wasser gefüllet wor- über das muß sich ein Mensch wohl angreiffen/ wann esden. An diesem Wasser muß die Florett-Seide in die z. inner der Zeit eines Tagwerckes ein Viertel Pfund svin-Tag und druber aufweichen / und desto besser bleichen, nen wollte: Nichts zu sagen / daß der Faden/in diesemEs wird aber dabey erfordert daß man des Tags ein Gespinnst/fein plump ausfallen wutde: dann wo manoder zweymahl das Wasser abgiesse / und frisches wieder die Faden fein gleich und zarter spinnen müste/ so will ichdarauf schütte: sonsten wird die Seite nicht so wohl er- versichern / daß mir die beste und geschwindeste Seiden-weicht/ sie bleicht nicht so gut/ und das Wasser konnte Spinnerin mit sechsLothen desTags nicht zurecht ?om-gar leicht/durchsErstincken/ der Seiden selbsten schad- men würde. Ein guter Seiden-Winder aber/vermaglich seyn. Dabey wird man bald anmercken / daß eine des Tags drey biß vier Strennen/welche/ dem gemeinengrüne Materie von der Seiden gehe. Wer Wer an- Lauff nach / ein jeder pfündig gemacht werden / und alsoders Wasser darzu / nach dem das vorige weggelassen wohl 1 s. biß 16. mal so viel/ in feiner Gleichheit der Sei-worden / schüttet / der wird die Seide gelchlachter und den/ abzuwinden.
feinen Nutzen grösser machen. §. 8-Damit wir nun diegantze Arbeit des Seiden-
6. 4. Woferne dieser perioäus mit der Hlorett- Wurms/und dessen Veränderungen/deren sieben sind/
Seide herum/wirfftman sie meine gute und wohl durch- auf einmahl fürstellig machen / so geht es damit also zu:
geschlagene faubereLauge/in welcher sie eine halbe Stun- Die erste Gestalt darinnen diese Creatur erscheint'/glei.
desiedenmuß. Nach welcherZeit sie heraus genommen/ chet einem kleinen rundlichten oder auch obenLinsenrun-
m einem frischen Fluß-Wasser gefleyet/ und hin und her- den in dem Umzug aber Ey-formlichen Kornlein/welches
gespühlet wird/damit die Lauge siH davon abflösse. Ist an der Färb auf grün graulicht hinaus laussr. In der
nun die Florett-Seide von diesem Fleyen getrucknet ? so andern Verwandlung sieht es einem kleinen schwarten
geht es über das Kartatschen derselben her / und wann sie Würmlein gleich; welches nach und nach weißlicht/ und
da rein und klar durchgezogen worden /^so wird sie sich einer Raupen ahnlich wird. Da zehlt man 24. Füsse:
an dem Spinn-Rädlein/ oder auch wohl an der Spin- davon in der Mitten acht/ und auf beyden Seiten / auf
del/ wie Watte und subtile Wolle spinnen lassen. jeglicher viere; machen sechzehen: ohnferne vomKopsssind
§. Je feiner nun/und reiner die Florett-Seide wieder auf jeder Seite vier. Dem Kopffnach / sehen sie
gesponnen ist; je bequemer ist sie zu allerhand Zeugen: die einem Heuschrecken gleich^ Der hinterste Theil kommt
denen andern / wann sie auch aus der feinsten Seide ge- einem schmalen Krebs - Schwantzlein gar nahe. Die
macht waren / nichts nachgeben dörffen. Man mag dritte Verstellung ist das Seiden'Hauslein / welches
auch das Gespinnst zu Neh-und Stepp Seiden verwen- der Runde und Grösse nach/und im übrigen an Testalt
den. Nur ist das der Unterschied / man mache von die- wie einTauben-Eylein heraus kommt. Wann dieses
ser Seide / was man wolle / den Glantz wird es doch Häuslein oder Eylein vollendet / so kommt die vierte
nicht/ wie das jenige/was vermittelst feiner Seide ver- Veränderung. In dieser siehet der Wurm einer rothen
fertigt worden/haben. rundlichten Bohnen/ odereinem Dattel-Kern gleich/
§. 6. Die jenige Florett-Seide/welche von denen und kommt auf gantz keine Wurm-Art heraus: So,
Häuslein / welchevom Wurm durchbohrt worden/ge- daß man alles ehe/als einen Zweyfalter daraus erwar-
nommen wird / oder herkommt von denen / welche man ^ ^re. Indessen geschlchl es l-och/ und diesen Zwey,
zur Brüt aufgehoben / ist unter dem Florett das beste/ zehlen wtr an U ur der sünfften Verwandlung,
und läßt sich wohl/ ohne daß es vorher zu kartatschen nö» ^e letzte Verwandlung ist das Lxc» emenrum . wel-
thia hat/spinnen. Wiewohl man auch desSpinnens Hes chre Eyersind / und aus weAer hernachmder
wohl entübrigt seyn mag/wann man ein mehrers daran siebenden Verwandlung ^aamen und
zu gewinnen / wie es dann gewiß ist / gesonnen / und jel- xourmer werden,
bige als Watte / und die jetziger Zeit so gemeine Schlaff, *5*
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