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Francisci Philippi Florini ... Oeconomus prudens et legalis oder allgemeiner, klug- und rechts-verständiger Haus-Vatter : bestehend in 9 Büchern
Entstehung
Seite
1129
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Sechstes Buch.

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einem Floret -Faven umhängt ist/ zwischen vem Drath wann man dicScioe gut u»v glä chend zu erhalten ge-ausdem Stecken ab. Bißweilen wird das Häuslein sonnen ist

tnit fort/ biß dahin Missen / und da sind die Lochlein soklein/daß/ weil vie Häuslein keinen Weg durchzugehenfinden/ dieübr/gen Ende miteinander abreißen müssen.

/. 8. Finden sich durchfressene Seiden-Hauslein/vder solche/die durch andern Zufall ein Loch bekommen /so thue man solche ja nickt in den Kessel. Esist vergebe»ne Arbeit und unmügliche Bemühung diefe abzuhaspeln-Man kan sie auch/ weil das Wasser die Locher zum Ein-dringen gar bald findet wegen ihrer Schwere nicht leicht

Das Wasser muf wärmer oder laulichter gemachtwerden / nachdem die Seiden-^äuölein an Seidenschwer oder leicht/ fest oder lockernd. DieUbungwirdden Handgriffbey dieser Sachbesser/alsunsre Feder

lehren wissen»

Wer keine Zeit verlieren/ und tie Arbeit in unnühli-chen Verrichtungen mchtverderben will/der schneide nutfein bald mit serScheer auf/ befreye von dem Wurm/unolaßam Rocken oder Rädlein alle diejenige Häus-

wenden. Ebenso gebt esmit denen Hauslem/darinnen lein abspinnen/welche wegen ihrer Dünne und Durch- sichtigkeit/den Wurm in sich verrathen. Alle/die keinen

guten ^aben/svndern laurer Floret- Seiden führen. Alledie schon durchsressen. Alie/dievon den verfaulten Wür-mern/ oder deren verfaulten Feuchtigkeiten mit Fäule an-gestecket sind-

Will man die Seide an Güte und Schönheit höhettreiben/so wird eine besondereSauberheitmit demWas-sererfvwew welches man desTags zwey-oder dreymal

die Würmer verfault sind : wie dann auch diese dasWasser an sich ziehen/und davon so schwer werden / daßder zarte Faden nicht halten kan.

§. ?. Damit die Sache noch immer leichter undbehutsamer getrieben werde; so wollen wirdienochüb-rige Kessel.'md Abwind-Regeln gleich Wammen setzen:War n man grobe Seiden abspmnt/ so nimmt man

zweymai so viel Ende zu einem Faden / als man sonsten abgiessen/ und/an dessen statt / gleich ein anders miiv er-

zu einem KiSen von sciner Seide genommen hatte. Da- wärmen muß. Wer dieZeildesAbgiessensvortkeilhass-

her wann ich - o. oder i ?. den der f-inen nehme' so müsst tig beobachten will / damit keine ohne nützliche Bemüh«ich jetzt 2«. oder-4. baden. Es ergibt sich hieraus selbst/daß die arvbc nur halb jowohl/ als die feine Seide halte:

Dann das ist ed-n die Urfach/ warum man alle doppelt

nimmt: Msie nun so schwach und gebrechlich ? so mußman auch öejiv behuüamer und sachter im Abhaspeln um-gehen. Diese Schwerigkeit entstehet daher / daß diesegrvoe Seide mit Unordi ung gesponnen/ zween Seiden-Würmersichincinaiwerversponnen unddieZloret'Sei-de mit der seinen vermischt haben.

ung dahm rausche/der mag das Abgiessen und Wärmen-des Wassers um diese Keil fürnehmen/da die Abwinver-in mit dem Lssen beschäffngc ist. So wird am wenig»sten versäumt werden.

Sobald man siehet / daß/nach dem abgehaspeltenSeiden-Häuslein / die Würmer/wie es zu geschehenpfleget/ ledig werden/ und auf den Grund fincken / so baldso« ein Faum-Loffei an der Hand / und die Abwinderinfertig seyn/den Wurm/Vamit er imZer fliessenoderArge-

In Ansehung des Wassers ist zu beobachten / daß sie hen/das Wasser nicht verunreinige/ heraus zu schöpfen,

nicht/ eins wie das ander zum Abwinden taugen / und ist Zum Vortheil wird auch dienen/ wann die Abwin-

das Brunnm- Wass'r/welches etwas m>nersli<ches mit denn stets frisches Wasser neben ihrstebend hat/damit sie

sich südret/odsr schwefflicht ist / sehr bequem / wann man das etwan gar zu heisse Wasser damit massige. Dieses

dtnG'any der Seiden und ihre innemcheGüte rerder- alles/und vielleicht ein mehrere/wird sich in der U-

den will; das Kare / leichte Fluß - Waffer / ist dasbeste/ bung selbst am besten geben»

Daö xi. Aapitel.

Vom Strennm-machm / und was dabey zu beobachten.

Ittnhalt.

§. ! .^inf einmahl kan man zwo Strennen abhastseln- Wie ?wa^ui man nur einen machen will. F. 2. Die Smnne soll ei-nen Laq am Haspel stehen. ». z. Wie viel eine Person desTagö adhaspelu könne- §- 4. Wann der Haspel still stehr/was zu thun mit dem U.uMen ? Die Unttrbänder. §. 5.

W.i 'ui zuviel Unterbind-Seide da ?

§. 1.

NW Achbem wir nun die Art des Abkaspelns be-DU^sehen/somußunsauch nichtverborgen seyn/

F^Mdaß die Streunen nach unserm Belieben/ o->

>^Wder nach der Grosse/die in andern Ländernund Eeiden^ewölben gewöhnlich ist / ge-machtwerden mögen. Ist eine Abwinderin nicht umgeichickt/ sokansieauseinmalzwo Streunen abhaspeln /wann sie zween Faden/durch vorbemeldete beyde eiserne^tänglein/ schlagen last; konnte oder wollte aber einenicht mehr alseine Sttenne abhaspeln/so müste sie nichtsdeijo weniger den Seiden.Faden nicht immer dmch einStänglcin/sondern au v durch basandere ziehen und lei-ten/ und mir denen Stänglemöffttrswechseln. Dannwvserne sie sich immerzu nur eines Slangleins bedienen/und allo vie Seiden alle ans einen Ort zusammen haspelnwoll«/ so würde der Haspel von der immer.mehr singe-

henden Seide dergestalt zusammen gezogen werden / daßer endlich zerplatzen/ uno die Seide ineinander verwirktwerden müsste.

§° 2. Ferner ist eine wohl zu behaltende Abwind-Regel/daß man die Strenne / wann änderst die Seidefein gläntzend ausfalle» solle/ einen Tag am Haspel/rechtzu trocknen/haben müsse. Im Gegentheil/wo man siegleich vom Haspel / und weil sie noch naß ist / abnimmt/kan man sich versichert hallen / daß die Seide vie' vonihrem Glantz missen und immerzu rauh bleiben werde.

§. Wann man srac-t: wie viel man d^s Tagsabwinden könne? So istdieAntwort- EineAbwindev-in wird des Tags z. Pfund Seiden abhaspeln/und al«so/wanndie Strennenpfundig sind/ wie ste gemeinig-lich pflegen gemacht zu werden/ auch drey Streunen voll-führen. Hieraus foigtdann / für sich / daß der Haspelvorher so breit genomcn werden müsse/vaß drey Stren-nen neben einander/ ohne Hinderung daraus zu bringensind. So will auch das fast eine Nothwendig-vder Be-quemste keit seyn / vaß die Haspe! - Banck mit drey eissernenSränglein /UNdaufdiequer -Stvcke mit eben sovielBrachen / wodurch man die Fäden auf den Haspel lei-tet / versehen werden. Wiewohl man unch zurechtksmmt/ ws man sich nur zweyer eisernen Srangleinv

bedienet/