FünffteS B»ch.
Das Lxiii^ Capitel.
Von ihrer Wartung/ Nahrung und Mästung.
Innhait.
L>l. Von der Endten Speise. Avei'.d^ ist eine gewisse Zeitmitzu be<ol »achren §. 2. Gefahrlichkett bey weit-cntlege'lcn Weyhernwegen ihrer/wie sie abzulehnen? §. z. Ihre Germgachlungun Wintcr. Vortheii/sie ohne arosie Unkosten den Sominerdurch zu haben- Mre Winter-Wartung. §. 4. Von ihrerMästung.
§. i.
En Sommer über sind die CiMen leicht zuerbalten/dann man last sie lauffen/und giebt!ihi>ett wetters nichts zu fressen vor/ als frühe!zu Äi.orgendö / wann sie nach den Teichen
oder Wasser-Bächcn fchlaundcrn/unS zu
Abends/wann sie wieder heim kommen. Sie fressen Ha-bern / Gersten / Hirs / gebröckelt Brod / angemachteKleyen / Meer Zinsen / und was man in der Küche vonGedärm aus Fischen und Vögeln ausgenommen hat.Man thut am klügsten/wo man zu Abends mit dem Pres-sen eine gewisse Zeit beobachkk/dann sie lernen dieseibigefleissig mercken / und gehen / da man sie sonst suchen musie/willig und freudig nach Hauß/ja wo man ihnen nichral-sobald aufwartet/ so fordern sie das Jhr'ge mit einem
unordentlichen Geschnatter unv Geschrey»
§. -. Ob zwar die fern von der Behausung abge,legene Fischreiche Flüsse und Teiche deswegen geliebet /und zur Endten'Zucht gerne gebraucht werden / weil dieEndlen weder mit ihrem wüsten Schreyen noch auf an«dere Weise/so leichtlich Schaden und Verdruß verursa-chen mögen/so ist doch eines Theils die Gefahr wegen desAuchses/ihreS verschlagene« und grossen Feinds/Iowich«tig/daßman sich nicht gerne jederzeit mit ihnenhinauszu wagen psieget i dann derseldige gute Freund passet ih-nen gar fleissig ausdie Dienste / und kan ste/als ein schwe-res und ungeschicktes Geflügel/ gar hurtig und meisterlicherHaschen. Doch der Sache ist zu belffen, wann man sichdie Mühe nicht dauern last/sie nach den entlegenen Was-sern in Person zu convojiren/ Unv wieder zurück zu brin-gen/durch welches die Füchse scheu gemacht/ und an ihremim Sinn habenden Diebslahl verhindert werden.
§. z. Den Winter über hat man sie nirgendsger-ne/es müste dann seyn / daß jemand eine absonderlicheZierde und Ansehen seinem Gcflügelwerck davon verspre-chen wollte/deswegen müssen sie gemeiniglich im Wirbstherhalten / und in die Küchen fliegen. Und was wäre esauch wol nöthig / sich den Winter über viel mit ihnen zuplacken/ daman doch bey annähendem Frühling die auf-gekausste Enbten.Everden gemeinen oder welschen Hü-nern auszubrüten unterlegen kan/und also sich bis in denHerbst/jederzeit/soviel man benöthiget mögte seyn, in dasHauß und aus den Tisch ziehen. Wann aber jemanddannoch aller Unkosten ungeachtet/etliche über Winterszur Zucht behalten wollte / so halber ausser der gut ver-wahrten und sauber gekaltenenStallung/nur diefeseini»ge noch zu mercken / daß sie nach den heiligen Feyerrägenwohl müssen gewartet seyn/weil ihre ^eg-Zeit altgemachsherbey nabet / wo sie änderst mit Eyerlegen nicht sollendahinden bleiben.
^ 4. Die Endten mästen sich/oder werden abson-derlich fett/wann sie ausbie Stoppeln und Felder gehen /ha sie Wegwarten / Fe!V>Salat/ Klee unv dergleichenKräuter finden. Man pfleget auch ihrer güüch mit an«
g-maZ)ter Waitzen-Kleyen/ mit Meer-Linsen / Habern /und kleinen Brocken Brods/und giebt ibnen davon sattundgenugzu fressen. Und wer weiß/ob man sie nicht auchwiedieGanse vurckgehends mäsien konnre/ausaenom-lnen/daßsiefteyunduneingesperrt herum wandern wol-len?
RechtsÄmnerckungen über die Ab-handlung von Gänß und Endten.
^As wir in den vochergchcndcnAnmeriFutt.^.gen von den Hünecn gemeldet haben / daßsnemlichseibige/sk mögen hinlauffen wo sie wol-len/ ihres Herrn verbleiben/ eben dieses hat auchbey den Gänsen und Endren seine undlsputirlicheMichtigkeit/da^ solchemnach dasjenige/ was wir hieobenvon den Hünern beygebracht / allerdings hieker nutzlichwiederholet werden kan/vici §. »6. iblczüsOO.Inst. 6sv. sonderlich was den von Venen Gänsen durch Ad-ftetzung des Grases / oder in andere Weeg g'thanenSchaden betrisst/der von Venen hierzu bestellten unv ver-ordneten Ganß'Hirren (von welchen zu lesen 1.66.ZeZ.^.?ecr.(3te!>c>r.1kc>Io5an. ^.U. I.ib. 18. cap.24. n.7.Lclaborcie ^sure 8c>cicl. cap.2. p. s. n s.) mitdesto grössererSorg und Aussicht zu verhütten/als selbigerum viel empfindlicher als dieser ist/ven die Hüner zu ver-ursacheu pflegen. Gleicher Gestalten istaus die Endrenzu seken/daß sie nicht in die mit Fischen besetzte Wacherund Teiche kommen/immassen sie darinnen ebenfalls ei-nen grossen Schaden thun können; Dahero dann in ve?Lä^cri^chen L.and?>,Ordn. rir. ,z. /.2. vcrs. die
haimiscben:c-hiervon folgends versehen: Die baimi-scben Andren / welcde den Fischen und der Ärurhsehr nachrheilig/sollen fürrer aufdeinwasser n ndV?c^herNmcdrgedulrer/sondernsonsien/ und mandre lVeg uncerhaltcn werden/bev Verliehrunaderselben iLndren.^c.
Was sonsien dieses Vieh / sonderlich aber dieGäns/vor einen Nutzen in der Haushaltung geben / kanbey dem Klockio I.. 2.6e ^rar. cap.4. n.z6.weitlauff-tig nachgelesen werden / und kan sich ein verständigerHaus-Vatter nicht allein ausver Zucht/sondern auchaus den Federn einen grossen Nutzen schaffen / mithin sel-bige nicht allein zum scbreibentdavon zu lesen Oierberr.s68pei6el.voc. ?^«»/sten L^c.
^.) anwenden / sondern auch zu Fül-lung des Sercrvercks/ (welche Federn in I.70.cie lel;.wegen ihrer Zart - und Lindigkeit unter dieXVolle gezehletwerven)gebrauchen/auch soerderenei«nen Überfluß hat/selbige verkaussen / und durch solcheüFedcx.Handel seinen Nutzen schassen. Allermassen heutzu Tag an vielen Orten/ wo es der Gans in grosser Men-ge gibt/zu geschehen pfleget. Welche Gäns-Federn/sie mögen geschlissen oder ttngcstblifs-nseyn / nachGachsRecbcen zur Geradegehören/k.ick.cte Lucess.ab inreli-5eÄ.i.membr, l. pa^. 1 46. ver5 zur Gera-de?c. Lc p. 159. verll alle Schaafe. :c. gleichwie dieAndren und Gänse selbsten. ää. II. welches abernur von der Gerade der Adel- XVeibs-persohnen zuhttstehen ist. p. 2. LonK. 14. äef2^ N.4. Lc