sahrkan dem Reuter aufden Hals kommen. Käme derFeind cmsdie lincke Hand/so hätt er zehenVonheil widerihn. Das Pferd hat keine rechte Stettigkeit / es kan sichnicht aufftin Gebiß lehnen/und entzieht oder stiehlt gleich-sam dem Reuter den Zaum unvermerckt hinweg.
§.z. Wann der Kappen-Zaum (Osve-on , L».veilon, Lspuson ) gebraucht wird / so ist die Art selbigenzufassen / diese. Wann man den Zaum / in der linckenHand erst-gedachtem Vortheil nach/halt/so muß manden Zügel vom Kappen-Zaum auf der lincken Seiten/durch die gantze Hand gehen lassen: also / daß er den Zü-gel vollkommlich in der lincken Hand habe. Auch muß derZügel des Kappenzaums aufder rechten Hand ebenfallsin die rechte Hand gefasset; der kleine Finger aber an derrechten Hand ausserhalb des Zügels gebalten werden.So wird er mit diesem Nasen-Band das stärckste Pferdstarck und fest zu halten gerichtet seyn.
§. 4. Die Spitzruthe stehet nicht allein wohl in derHand des Reuters; sondern ist auch nöthig zur maßigenBestraff- und Aufmunterung eines Pferdes : Daherman auch je nicht nur aufder Reit-Schul zum Staat;sondern auch hier für den Haus-Vamr zur Noth/ an-weisen soll. Der Reuter / welcher nach bisherigen Lehr-Sätzen zu Pferde sitzet/ und eine Spitz-Ruthe/von einemandern hingelangt/annehmen will/ muß esfein höflich/und inAnsehungdesPferdes/ gemächlich und bescheidenthun; sonsten wird das Pferd sich vor derselben entsetzen/und Anfangs gleich kein gutes Hertz zu seinem Besitzer ha-ben. Dieses aber ;uverhindern/so nehm er denSpitzru-tken Stiel / kratze das Pferd / und reibe es damit amHals und an der Mahne: damit es mercke/ daß diefesInkrumenr zu seinem Besten dasey. Im Spaziren rei-ten stehet die Spitzruthe wohl/ wann er sie mit der Spitzean der rechten Achsel empor haln oder es läßt auch fein/
wann die Spitze unter sich bey des Pferdes hintern rech-ten Schenckel hinaus gehet. Im Tummeln muß mansie mir der völligen Hand fassen/ daß der Daumen auf derRuthen sey/und die Spitze der Ruthen über des Pferdeslinckes Ohr und Hals komme / in ziemlicher Höbe.Wann das Pferd nicht nach der rechten oder linckenHand gewendet wird/soll man die Spitzgerte von demvorigen Ort auch nicht verrücken. Wollte sich das Wrdnicht auf die lincke Seite wenden lassen; so hakteman dieRuthe aufdie rechte Seite/ungefehr zwo Spannen vondes Pferdes Maul. Aufeinem jungen Pferd nimmt mandie Spitz Gerte ebenfalls indierechttHand/laßtsie beydes Pferdes Hindern hinausgehen/ungefehr zwo Span-nen von des Pferdes Schenckel. An die lincke Hand nim-mst man auch eine Ruthe / schmeißt es bald mit der einen/bald mit der andern/auch bißweilen mit beyden zugleich/wann das jung-aufgestellte Pferd eigensinnig und boß-hafftig sich erweisen wölkte.
§.s. Und also haben-wir nach der im ersten Capitelversprochenen Abtheilung unserer Äbhanhlung von denenPferden / den ersten Theil / von Erziehung der Pferdesamt angehängter Anweisung eines Haus Vatters zumunfeyerlich- oder alltaglichen Reiten besehen: wann wirnur noch das wenige von Haltung des Leibs und derSchenckel des Reuters auf dem Pferd werden erinnerthaben: Der Reuter soll mit dem Leibgerad/ aufrechtund nicht so bucklicht sitzen/als wann er das Felleisen nichtdem Pferd / sondern seinem eigenen Rucken aufgebundenhatte. Es wird wohl stehen / wann er dem Pferd gradzwischen den Ohren hinaus siehet / und nicht mit dem Leibbald lincks/ bald reckts hangt- DerKopf soll auch nichtschwancken/ als ob Wasser darinnen wäre; der Leib nichtausbupffen/ als wie die Erbsen/welche dieSckul-Buben/auf ihrem ?enaal»über einem Löchleitt/ auf und nieder
blasen.
^ 8 Des klugen und Recdts- verständiaen ftauHi VatterS