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Des klugen und Rechts-verstündigen Haus-VatterS
Mistel oder Vogel-Nester wegen/abhauen oder verletzen ZlVelnmattjche Horst-- und LVald-Ordn. src. 4. n.7.darff. v. Nse Meurcr vomFsr/t-Rechc. p.i.p-^K.6. ö^^rr. ic>.n. ZTleuburgistheForst-Ordn.
Lhur-ZSa^ettsöhe Forst-Oro«. p. 2. arr. 26. Fürst!. psrr.A.srr. 6.
Da6 XXII. Capitel.
Bon den übrigen Wald-GewäWn.
Innhalt.
5 i. Geringe Wald Gewächse sind nicht zu verachten. Ursachendarvon. Entschuldigung/ daß man nickt von allen redenwerde. §. 2. Erdbeer beschrieben. Verschiedene Gattun«gen derselben. Ihr Nutzen »ur Gesundheit der Mnschen.ö. ?. Bsombeer.Ztauden beschrieben. Nutzen 11 der >le»«Zicin. 4. Himbeer werden ausgleiche Art abgehandelt,tz 5. So auchdieHagenbutten. 6. Haselnuß/wie vie-lerlei?. Unzeitige Nüsse sind schädlich. Hasel Stauden,ob sie die Irrwische vertreibe / und warum? Was von derWünsche! Ruthe zu halten, h. 7. Saurdorn beschrieben,und dessen Medicinischer Nutze mit bengedrackt. L 8. Wirdabgebrochen. Ursachen. Die übrige Gewächse werben zumTheil benennet. Regeln/ die dabey ,n Obacht zu nchmeo.
§. 1.
^Werden Bäumen/von denen wir bißheroein und anders beygebracht haben / gibt esauch mehr nützliche Gewächse / Bäumleinund Strauche / die theils in den Waldernschon gesunden/theils allererst hinein müs-sen gejetzet werden / welche um so viel weni-ger gantz und gar nicht zu verachten sind / dieweil sie dieWalder zieren/die Vögel unddasWildpret zu sich lo-cken / und endlich zu GeHagen verbraucht werden können.Doch von allen zu reden / wird sich die Mühe nicht beloh-nen / wir wollen nur ein und anders besehen.
F. 2. Erdbeer-Kraut wachset von sich selbsten inden Wäldern und Oertern/ die vor wenig Jahren sindausgebrennet worden. Es blüet imMertzen und April.Dessen Frucht heissen Erdbeere / die entweder gemeineoder grosse Erdbeeren genannt werden. Jene sins ohnedem bekannt / diese aber sind schöner / runder und lang-lichter/riechen lieblich / und schmecken besser als die an-dern. Sonsten sind auch noch einige / die sie an etlichenOrten Braßlin nennen / werden spater reiff / sind amGeschmack auch lieblich / aber von bleicher Farbe. Es istfast nichts bessers die innerliche Hitze der Lungen und Le,bern zu stillen/ als die Erdbeere/ oder das daraus gebrenn-te Wasser. Wann man das Kraut in einem Mörselzerstößt / und den Safft davvn aufhebt / sollausbündiggur seyn / alle hitzige/böse Wunden zusammen zu ziehenund zu heilen.
§. z. Brombeer-Stauden sind allenthalben mitharten und stechenden Dörnern verwahret. Die Sten-gel oder Zweige haben stachlechte Stiel/ an deren jedendavon z-Blätter hangen / wie an den Erdbeeren / dieausder einen Seiten weiß/au^ der andern schwach sind.Sie tragen Blumen / die anfanglich röthlicht/darnachweiß werden ; wann sie abfallen / so kommt die grüneFrucht/ dieden Maulbeeren ahnlich und gleich sihet/ undendlich schwach / und voll rothes Safftes wird. Wannman sich stätigs übergeben muß/ und nichts vom Essen indem Magen behalten kan/ so sollen die Brombeer nutz-lich darwider gerathen werden : Wann sie gegessen / dasgrüne Laub aber gestofsen / und als ein Pflaster auf denMagen gelegt wird. Man recommenckret auch dieBlumen / und das Pulver von den grünen unzeitigenBeeren / daß sie / wanns gedöret / zerstoßen /. und in
Wein oder Wasser getruncken würden / den rotheuBauchfluß mit Gewalt siopffen sollen.
§. 4. Him- oder Hind-Beer haben Stauden / dieetwas zarter und nicht so stachlicht sind/als die an denBrombeeren. Tragen breitere und weichere Blätter /weisse Blumen / rothe Früchte oder Beeren / die demBrombeeren ziemlich nah kommen / ausser daß sie etwaszarter/hohler und ohneKernen sind. Sie wachsen bey unsauch häuffig zwischen den Dornhecken. Man eignet ih-nen eben diese Elgenschafften zu / welche die Brombeerhaben sollen.
§. s. Hagdorn/oder Hagenbutten / ist ein Baumvoller Dornen / ausgenommen an den Blattern. Ertragt weisseBlumen/die aneinander hangen/dessen Früch-te sind roth/ fett/ und haben inwendig Kerne. Sie wach-sen häuffig in Teutschland/zwar nicht viel bey uns her-um in Waldern/ doch findet man sie zu Zeiten darinnen:am meinsten aber in den Hecken / allwo sie statt derZaune gebrauchet werden. Wer sich einen Holtz-Split-ter in dem Leib geflossen/ der zerstosse nur dte Wurtzel vondiesen Baumlein klein / und lege sie über / so wird sie sol-chen bald heraus ziehen. Die Beeren dienen wider dieRuhr/und sind eine gemeine Artzney der armen Bettel-Leute.
§. 6. Hasel-Staude ist gemein bey uns/an und inden Höltzern. Ihre Frucht nennen wir Haselnüsse/die nicht wie die Baum - Nüsse abgeschlagen / sonderngemeiniglich abgebrochen / oder abgerissen werdensollen / daher sie auch von dcn Lateinern den Namen/Vvellsna vom avcllere bekommen. Es sind aber dieHaselnüsse mancherley/etliche sind zahm und geschlackt/davon die länglichte I-Lmperrische Nüsse genennct wer-den/ die andern aber die rothe Schalen und Häul.'emhaben heissen Roth, oder Ruhr-Nüsse / weil sie wiederdie rothe Ruhr helffen sollen. Die dritte Art aber istweiß / und wird für Zellernüsse gegessen. Ve» uns sinddie bekanntesten die runde und lanMchte Wald- undHecken Nüsse / die wol Ruhr-Nüsse heissen mögten/dieweil sie leichtlich bey den jungen Purschen / die der-selben zu Herbst-Zeiten / ehe sie noch recht zeitig werden /zu viel essen/die rothe RuhraufdenHa'.ß ziehen Wiesie dann auch ohne dieses dem Jngewaid und Gedärmschlechten Nutzen geben/nach dem altenVerslein:
Die kleinern V7»sse/ mcrck mir Fleiß/
Die geben nicht gesunde Speiß.
Etliche pkylici machen ein verzweiffelres Geschrey vonder Hasel -Ruthen / womit in den Berg-.Werckcn /und absonderlich in den Niederlandischen Stein-Gru-ben die dünne fliegende Luftt-Feuer/ die sie feurige Wisch-Ma'nnlvin nennen/vertreiben können soll. Allein wann eswahr ist/so ist sich so mächtig nicht darüber zuverwundernweil die trockne Natur der Hasel-Stauden / alle Düss-tungen zu vertreiben/ und zu löschen / alsdann wol tüch-tig seyn mögt. So ist auch bekannt / was von dcnzwieselnen baselnen Ruthen / welche die Berg-Leute dieRuthe Kloiis, oder eine Wünschel-Ruthe nennen / für-gegeben wird / die da/ man mag sie so frey und stillhalten/
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