Viertes Buch.
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Da6 Kapitel.
Von allerhand Baum - Künsten.
Innhalt. streichen es mitLaimen und Rinder-Mist. Da Mie
^ «p^vondcncnBaum-Künstcn zuhalten. §.2. Wi-das Frucht/Färb und Krafft / nachdem etwas hineingethan
/)dsandcrF^.rdzuanderii. Wleman machen könne/ daß worden/annehmen.
gjcpffel und ^lrii uusciNl'mBaum wcichscn. Item/ das Pfi^ §. z. Ebenfalls kan durch die Kunst so viel zuwege ae-
ÄSMÄLM»? - d-»6>-w"d°», d>'ö -in Apsselbaum zu^-ich Apff°! - und
ac-?Lnne / daß e.n Apsselbaum zugleich Apffel und Rosen Rosen rrage/nemltch wann man einen Rosensproß / IN el-
trage: Daß Ede!gestein,Corallen und Perlen IN den Apffeln nen Apssel-Stock zwischen die Rinden impsfet / dann
wachsen : Laß eu! KirlÄibaum Kirschen und Weintrauben wann er mit den frembden Stamm zusammen wachset /
zugleich trage. H>. 4' nnln NlN) ohne Eu)alen zeigen ^ um öle ^6lt / iDllNN !)!6
könne? ^temMrsing ohneStem/ und ^ flaumen zu unge- ullv um u e ^.lucyre
wömu'.chen Ze'.tcn. ^.5. Wie die natürliche Gestalt der hervor kommen/ dagegen RosemKnopff ausbluhen/und
Frucht I.I ein andereKunst Form ju verwandle» ? WiePfir- einen sehr lieblichen und schonen Geruch von sich geben.
sing und Mandel Mit Schrifften zu zeige!! ? Wie aus einem Wiederum kan auch so viel zuweggebracht werden / daß
MÄKWMKM, und?! ob- « EV.Ig-st«,,C°m!!wMdMAd,»m«Apff-In wach-
in machen^ und was dergleichen mehr -st / weiche Kunst sen / wann man bald nach der Blühe von obengemeldtm
zwar curieufwären/wann sie allezeir den Stich hielten. :e. Stücken eines stosset/ und solches oben/ daderApsselge-
§. l. blühet hat/ hinein thut/ allermasscn es sich darinnen ver-
Ndlich ist noch übrig ehe wir den Obs- wachsen soll. Ich sage mit Fleiß: Soll. Gleichermassen
' Garcen verlassen / daß wir von denen soll auch dieses thunlich seyn/daß ein K-rschbaum Kir»
Baum - Künsten etwas weniges anmer- sehen und Weintrauben zugleich trage; Wann man nem-
cken: Ob nun gleich ihrer viele von dieser lich einen Kirschbaum setzet/ und einLoch ubersich durch
kunstreichen Veränderung / mittelst wel- den Baum bohret / das so groß / als die Rebe dick ist /
cher die Gewächs am Geruch / Farben / folglich von der Reben die eusserste Schalen biß auf das
Mescbmack und EngenDafft aus ihrer Art schlagen/ nicht grüne schabet / und es darnach wachsen lasset; Endlich
viel kalten wollen/ hier neckst auch fast die meiste bekennen/ aber/ wann es darinnen wohl verwachsen / die Rcbe von
das' die'eLuriMat /Krafft welcher dieKunst mit der Na- dem Stamm los schneidet und den Abschnitt mit Vaum-
tnr vereiniget wird/ fetten die Prob halte; So glauben Salbe bestreichet.
n,ir doch/ daß es nicht wird vergebens feyn / wann wir §- 4. So probiren auch etliche dieses Kunst-Stuck/nur ein und anders Kunststück anführen. Inzwischen aber daß man nemlich Nuß ohne Schalewzeugen / und diedas Nacbdencken dem Leser überlassen. Fabel von der Nus; und einem bösen Weib/ die beyde ge-^2 Äst demnach zu wissen / daß man das Obs an klopfft seyn wollen/wann man sie gemessen solle/ zu schan-der ^ rb auf folgende Weife/nach vielerMeinungemver- den machen könne. Gestalten sie Kernlein aus den Nüs-midernkönne / ob man gleich sagen wollte / was ausduss- sen nehmen/ dieselben entweder in Baumwoll / oder in^ rnd al'ich'am Lkvmisch herüber gezogen werde / das Wein - oder Ahorn-Blatter/ damit sie von den Ameisenkabe aar keine oder nur eine weißlichte Farbe/Wann man nicht gefressen werden/ emwicklen/ und solchergestalt em-nemlich warmes Blut von einem frisch geschlachteten gewickelt m die Erde fetzen / da dann die Nuß-Stau-/>-k!en um die umgegrabene Wurtzel des Stammes den/ so daraus wachftn/Nuß ohne Schalen bringen sol-^üttct' Also alanben sie die Aepffel werden roth/wann len. Welches aucb mir denen Mandeln also gehalten. Psrov5R"ifer / die man aitf einen wilden Sram wird :^Gleichcrweis unterstehen sich noch andere Wrsinqinpssen will / m Heä)te-Blut stössr/ besser solls angeben/ ohne Steine zu zeugen / indem sie neiMich ein Loch durch
Zweig jedes voneinander spaltet / selbige / daß bekommen/Ich sage wieder: Sollcn.' Femer wollen auch
sie qleichsam ein Zweig werden / zusammen bindet/ einige dieses zuwegen bringen/daß zu verschiedenen unge-
und solche auf einen gefunden Stamm pfropsset. Wei- wohnlichen Zeit Pstaumen gezeugt werden können / inde-
w/daß es angehe / daß mcu>Afirsing und Mandel auf me sie nemlich allerhand Art Pflaumen auf einen Maul-
einen Stamm pflantze; Wann man nemlich entweder beer oder Kirfchbaum pelzen/ darfürhaltend/ daß sie/den
Mandel »Zweig auf einen Pfirsinq-oder ein Pfirsing- gantzen Sommer über/biß um Allerheiligen auf diese
Reiß auf einen Mandelbaum pfropfet; Ferner daß man Weise Pflaumen haben werden,auch durch Kunst dieses machen könne / daß die Aepssel §. Hinwiederum untersahen sich noch andere/
nicht verfaulen/ wann man nemlich den Stamm mit der denen Fruchrenchre natürliche Form und Gestalt in eine
Galknvongrünen Eidexen beschmieret. Daß/wann ein andere Kunst-Form zu verwandeln / indem sie selbigeNespel-Zweig auf eilten Birnbaum-Stock gepeizet wird/ Früchte / wann sie groß zu wachsen ansahen / in z,
zwey hat-
nur denZweigemesftuchtbarn Baums/biß andenKern/ damit das Gewächs nicht ersticke: Denn also soll die
schneiden Holtz heraus/ und legen darein eine gepufferte Frucht darinnen wachsen / und selbige Form und Gestalt
Materie/ oder welcherlei) Gewürtz oder Artzney sie wol- an sich nehmen- Andere dagegen woll n ihre Kunst gar
len/ zum Stempel / einen Possen zu machen/ etwas purgi- so weit bringen/daß sie Psirsing oder Mandel mirSchriff-
rendes/ oder von einer Färb die man haben will; Nach ten zu zeugen sich unterstehen / indem sie Mandel - oder
diesem binden sie es wieder mitVaft zusammen / und be- Pfirsingkern nehmen / selbige drey Tag lang im Masser
V») v y ? weichen/