DeS klugen und Rechts - verstündigen HauS-VatterS
Art der Gewächse verrichtet werden / jedoch sind hierzudie beste Zeiten der Frühling und der Herbst: angesehen indenen übrigen Monathen die Hitz und Kälte dergleichenArbeir nicht gedeyen lässet. Die beste Zeit ist / wann dasErdn ich noch etwas Feuchtigkeit in sich/noch besser aber/tränn man aus gewissen Muthmassungen einen Regenbald zugewarten hat. Inzwischen muß man auch aufdes Mondes-Liecht sehen: Dann was nicht im Saamenfchicssen soll / muß um osn Neumond/ was man aber vollund dick begehret / um den Vollmond gepflantzet werden.Wie dann auch die Gewächse / so untersteh in die Erdewachsen sollen / im abnehmenden; hingegen aber diese/so übersich schiesscn sollen / im zunehmenden Mondin den Grund kommen müssen. Eben also muß mandiejenige Gewächse / worvon man Wurtzeln oderFrü Hte begehret/ im abnehmenden; Worvon man aberBlatter oder Blumen verlanget/ im zunehmenden Mondbeqatten- Endlich ist zu mercken / daß d»e Kuchen - Ge-wächs/ so die Kälte wohl vertragen können / früh; die zar-ten aber spater gepflantzet werden müssen.
§.4. Nicht allein aber soll ein kluger Gärtner da6Pflantzen und Umsetzen / sondern auch das begiessen zurechter Zeit verrichten/ in Erwegung das umgesetzte Ge-wächs hierdurch erhalten wird / in Unterlassung dessen a-berleichtlichverdirbet. Und dieses begiessen muß wenig/und nicht häuffig oder starck; hingegen aber desto öfftergeschehen/ und zwar im Sommer zu Abends/ im Früh-ling aber zu früh / doch daß das Wasser wohl überschla-gen/und absonderlich im Sommer nicht zu kalt seye; Ge-stalten das begiessensonsten mehr Schaden als Vortheil^edcn würde: Weswegen diese Vorsorg hierinnen demGärtner vsnnothen seyn will/ daß er das Bronnenwas-ser entweder in einsm ausgetäfelten/ und im Garten aneinen gelegsamen Ort liegenden Bebalter/ oder nur in eingrosses Faß o^er Zuber fchöpffs/ mithin ein oder zwey
Tag an der Sonnen stehen lassen / oder auch wohl etwasweniges von Küh-oder Schaaf-Mist daruntermenge/damit das kalte Bronnen Wasser etwas erwärme. Da-hero dann die Gartens-Verständige diese Regul vor-schreiben/ daß man jederzeit gestandenes/und kein frischesWasser zum giessen gebrauchen solle / worzu nemlich dasRegen-Wasser vor andern täglich ist/ und denen Pflan-tzendasfr,»chtbarsteGedeyen mittheilet / welches durchdie Rinnen auf denen Dächern gesammlet werden kan.Am allerbesten aber ist es/ wann man in oder neben demGarten entweder ein fliessend-oder stehend-oder auchPfützen-Wasser hat / um sich desselben zum begiessen be-dienen zu können. Endlich ist hierbep zu mercken/ daß mannicht alle / sondern jederzeit über den andern Tag begies-sen solle / massen auf diese Weise die Erde fein mmb zuwerden pfleget.
ReSts-Anmerckungm.
Lax. lv.
Umstyen der Ge«a<Hft soll auf eines jedenMUeignen Grund und Boden geschehen : Dann^^wann einer sein Gewächs in einen srembden Gar-ten versetzet/ verliehret er das Eygenthum desselben/ sobald dasselbige daselbst gewurtzelt hat / er mag solches t>o-os kcle, das ist mit guten Glauben gethan haben odernicht / v. F. z 1. cle 8.. I). 1.7. /. iz. ff. «je k.. I). Sc l. 9.pr.ff.eo6. Wiewohl jener/ welcher solches mit gutenGlauben gethan/ und in der Meinung gewesen/als ober dieses berechtiget wäre / von dem Grundherrn denWerth des Gewächses begehren kan/c!.§. zi. /.6ek. O.k1.9. pr. ff. äe v. Gle ichwie aber das Eygenthumdes Gewächses hierdurch verlohren gehet / wann selbigesin einen kembden Garten versetzet wird/ also kan einer