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DeSttuM und RechtS - ve rständigen HauSvatterS
K. 2 Die grossen Instrumenten auf dem Felde sind / mit gleichen durch ein Ringlein an einander
betreffend/ sind es erstlich Stäbe unten mit eisernen Spi- gefasset und gehencket/ fünff derselben/ oder so sie
tzen/womit alle Figuren im Felde an ihren Ecken abgesie- nur 5. Zoll halten / zehen/ dleeine halbe Ruche ma-
cketwerden. Ferner dieMeMetten/ so gemeiniglich 50. chen/mit einem Messingen Ring / die ganye Ruch
Schuh lang / welche von eisern Drat und Messnaern aber allzeit mit einem dergleichen Pfennig/ daran die
Ringen gemachet werde/i. Mit diesen werden alle Lim- Zahl der Ruthen angezeiget ist / unterschieden/ er,
en abgemessen. Weiter die grosse l'ansporceuren / so wehlee und erdacht:c. Ferner gehöret auch hieher die
von guten harten Hotz/oder/ wann mans haben kan/von Meß->Ruche (welche zwar unterweilen dem weitem
Messing / und chei/svöngantzen/ theils nur von halben Verstand nach/mit der Meß-Retten vor eines gehalten
Circkeln bestehen/ und mit Absehen / so an beeden Enden wird ) dessen ^ange dort und da sehr unterschieden ist /
des Durchmessers ausgerichtet werden. Deren Umkreiß anerwogen sie bald sechzehen/ bald funffzehen/bald auch
bey einem ganzen in z6c>. bey einem halben in i8o.Lr». weniger oder mehr Schuh in sich hält. Gleichwie sol-
; ein solcher Grad aber wiederum in vier Viertel 0- ches bezeuget Xöppen. qu. 16. n. 12. Se seczcz. und Lpej.
der in 60. Minuten getheilet wird/um dadurch der Win- clel, in lpecul.^uri?v. Feldmessen, vers. cüm insZrorum.
ckel rechte Grösse zu nehmen. Diese haben ein Regul s?c. Wie dann auch an etlichen Orten ein Unterschied
oder Lima! mit zweyen vioprriz, d. i. Absehen oder Ge- zwischen denen VVald-und Feld-Ruthen gemachet / und
' sichtern / wodurch man nach den Stäben sihet / um soviel eine andere Ruthe zur Messung der VOalder/ ein andere
sccurarerdie Winckel zu messen. Unter solche l'rsns. aber zur Messung der Felder gebrauchet wird/ Viä.
porreuren gehöret eineNuß mit einem starckenStock/ v^ebnerobs.prsÄ. V. Meilen/ die gemeinste aber und
unten mit Eisen beschlagen / oder mit einem Lrsriv von accursteste in Teutschland soll die Rheinische seyn/
dreyen Füssen/ mit dreyen Stellschrauben / deren Füsse welche zwölff Schuh halt. Warum aber die Mcßru-
gleichfalls mit Eisen beschlagen. Werden gemeiniglich ehen dort und da so sehr unterschieden seyn / davon gibt
gebraucht an dmOrten/woes hart/und man nicht einste- Klerus in den vorangeführten l'raätse, p. z. öc
cken kan. folgende Nachricht: Es vermeinen nicht wenig / sagt
§. z. An statt solcher Irsnzporteuren werden auch er/ daß die (^onttirurion so vieler unterschiedlicher
öffters die Meßtischlein gebrauchet / welche just vier- Ruthen/nach der Anzahl eines jeden Orts/ Marck--
eckicht. Deren jede Seite von 1. biß is. Schuh groß/ Gescheid oder Gerichtsleuehen genommen seye;
von guten alten / trockenen/ harten Holz / mit guten sta.'- Wollen auch / daß / wann an einem Ort noch keine
cken Hirnleisten gesasset / auf allen Ecken Winckelrecht gewisse Ruthe bekandt/ die Mar<L--oderGerichtsF
und sehr glatt abgehobelt. Darauf kleibet man mit teuthe desselben Orts jeder von ihnen seine deede
Wachs ein Papier. Zu solchen gehöret eben dergleichen Schuh/in geraderLanie/(ob sie schon ungleich/ dev
oben gedachte Regul mit ihren vioprris . welche mit einer eine kury/ der ander lang ) einander nachsehen / her,
subtilen Nadel auf dem Papier nach der Stand-Linie „ach die beyde End verzeichnen. Alsdann dieses
angehefftet wird. Auch kan solches Meßtischlein aufder- 8p»r!vm oder die Weite zwischen beyden Enden be-
» gleichen Lrsriv , wie obengedacht/ aufgerichtet und zum greiffen/ ja so viel gleiche Theil als der Schuh stynd/
Stand gebracht werden. Auf gedachte Linialien mit ih- „verscheiden / und endlich diese für ihre gültige
rem Absehen machet man auch die^ompsllen / also daß Ruthannehmen und halte»» sollen :c. Ein andere Ur-
die kienäian - Linie mit der Scharsse des Linials gleich fach aber zeiget v^ebnerus li. I. an / wann er also schrei«
oder parallel lausse. So zeiget das Linial allezeit Nord htt: Anctlichen Orten wird die Meß.Ruth also ge»
und Suden. Solche mögen groß oder klein von Holtz / macht: Es sollen r 6. Mann klsm und groß / wie
Bein oder Messing seyn/ wann sie nur recht gut und nett: we ungefehrlich aus der Rirchen gehen / ein jeder
Daran die Nadeln von schönen reinen Stahl / mit dem „or den andern einen Schuh stellen/ und damit eine
Magnet wohl bestrichen/und in ihrem Kästlein miteinem S.änge/diedagerad ,6. desselben Schuh begreifft/
Glaß vor Wind und Staub recht versichert sind. messen; DiesilbigeÄ.änge ist und soll styn eine ge»
^.5 cv » rechte gemeine Meß - Ruthe / damit man die Fek
der inefftn solle/( und dieses wird eine eigene Erb--R»F
^ ^ 77 the genennet.) So nun die 16. Personen nachein,
<^6 Lax. 51. Von denen Instrumenten !e. ander jeder einen Fuß fürgeseyet hat / und die Ruthe
Fsenbahr ist es / daß ein jedes Land fast seine son- recht gemessen ist/ und aber einer grössere Füß und
ZWß derbahre Weise/ die Güter und Felder abzumessen Schuhals der ander hat/ so alsdann dieselbe gemes-
TiLshat/ Vicl.Lap.lecz.ö !OettmZer .^.i.(je /ur .l.i. seneRvthe in 16. gleiche Theil/ mit einemLircul
mit. cap. r 4. a.z. allein weilen unser ^mkor nur dieje- ausgetheilet und unterschieden wird/ft>Il siekünffti-
nige erzehlet und beybringet / welche mehrentheils in glichen für eine rechte Meß-Ruthen/deren im Felde
Teutschlandbekandtsind / als wollen wir desselbenFuß- zu gebrauchen/angenominen und gehalten werden,
stapffen nachfolgen / und unser Rechtliche Anmerckungen Noch anders erzehlet solches Lolerus 0econ.
denenselben gemäß einrichten. Unter denenMeß-Ini rsl. Daß nemlich in Brandenburg und der Orten
strumenten nun wird hier unter andern der Stab und die Ruche »f. Schuh halte/ ein Schuh aber siye wi«
Meßketten gedacht/ von deren Erfindung und Nutzbar- ein Mann Harz und werde eine Land^Ruthe folgend
keit in Lompencj. (Zeom. p. 12. also schreibet: der Gestalt gemachet : ZlVann die Bauern aus der
XVeilen die Erfahrung beweistt / daß es mit einer Airchen gehen/ so gibt der Schultheiß oder Dorff-
Stangen/ die nur Ruthen Länge hat/gar langsam/ Richter einen Schuh / und sieben Schopffen seder
und wegen des vielen buckens verdrießlich und bei zwey/ welche zusammen 15. Schuh / und also eine
jchwehrlich zu messen !c. Als hat man an derselben Ruthe machen. Mit welchem fast übereinkommet/
« statt die Meßketten fünff oder gar zehen Ruthen was die Sachsische gloss. in srr. 66. lib. z.L.and-Rech,
lang/ von geschmeidigen doch ziemlich starcken El- ees/ l.it. k. bemercket; Funffzehen Fuß machen ein«
stn Drat gemachet / da die Stänglein / welche ein Rutke/ dieselben sollen funffzehen Sauren messen/
Decimst-Schuh (oder nur die Helffee dessen) lang wie sie des Morgens nacheinander aus der Rir,
che gehen.
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