Druckschrift 
2 (1896) Die Choristopetalen. 1
Entstehung
Seite
120
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

120

Erythroxylon Coca Lam. Encycl. II. 393; Cav. Dissert. VIII. 402. t. 229; Puiz et Pav. Fl. Peruv. tab.med. 398; DC. Prodr. I. 575; Hook. Companion to Bot. mag. 1. 161, II. 25. t. 21 Mart. in Abh. Acad.Münch. III. 367. t. 6; Bentl. and Trim. Medic. pl. I. t. 40; Köhler, Mediz. PJL t. 82; Bot. magaz. t. 7334;Kew. Rep. 1889. p. 1; Journ. Linn. soc. XXV. 384. ßg. 1 u.2; Peyritsch, Flora Brasil. XII. [1); Dcne.et Maout, Traite 295; Baill. Hist. pl. V. ßg. 8087*), Bot. med. II. 900. ßg. 26122619.

Erythroxylon Novo-granatensis Hieronymus in Etigl. Jahrb. XX. Beib. 49. p. 35.

Erythroxylon Panamense Turcz. in Bull. soc. natur. Mose. 1863. XXXVI. 581.

Der Strauch wird bis 3 m hoch, bisweilen auch darüber. Die zierlichen Zweige werden vonkastanienfarbener, glatter Rinde bekleidet, die von helleren Lenticellen gefleckt ist. Die Blätter stehenin spiraliger Anreihung, sie werden von einem 25 mm langen, oben flachen, unten rinnenförmigen,gerandeten Blattstiele gestützt, auf dem das 24 mm lange, eioblonge, in der Mitte längseingedrückteund zweikielige, spitze, am Rande häutige und fein gefranste, grüne Nebenblatt reitet. Die Spreite ist34 (25) cm lang und in der Mitte oder weiter oben 11,8 (0,82,5) cm breit; sie ist entweder reinlanzettlich oder geht ins Oblonge oder fast Spateiförmige, oben ist sie stumpf und trägt ein sehr kurzesStachelspitzchen, unten ist sie spitz und verschmälert sich allmälig in den Blattstiel; sie wird jederseitsdes Mittelnerven von 68 stärkeren Seitennerven durchlaufen, die beiderseits nur schwach vorspringen;sie zeigt zwei deutliche linienförmige, fast parallele, oben und unten convergirende Druckmarken, welchevon der gefalteten Knospenlage herrühren; die Spreite ist vollkommen kahl und oberseits lebhaft rein grün,unterseits heller, fast bläulichgrün.

Die Bitithen treten gebüschelt aus den Blattachseln; diese Büschel werden aus dichasialen, verkürztenBlüthenständen gebildet, von denen 24 Bltithen deutlich zu gleicher Zeit sichtbar sind. Die Bltithen werdenvon eiförmigeu, spitzen, in der Mitte gekielten, grünen Deckblättern und Vorblättchen gestützt, nur diePrimanblüthe hat das Laubblatt als Deckblatt. Der etwas kantige, oben verdickte Blüthenstiel misst57 mm. Die Kelchblätter sind 1,52 mm lang, oblong eiförmig, spitz und grün und am Grundeverbunden. Die lineal oblongen, gelblich weissen Blumenblätter messen 3,54 mm; sie sind obenstumpf, am Grunde in einen ziemlich breiten Nagel zusammengezogen und über ihm geöhrt; unterhalbder unteren Hälfte sitzt innenseits ein tief zweilappiger Anhang, aus dessen Bucht ein kurzes Läppchennach unten gezogen ist. Die 10 Staubgefässe messen in der langgriffligen Form 1,3 mm; sie sind zueiner kurzen Röhre verbunden, die kleineren Staubgefässe sind kaum 0,5 mm kürzer, als die langen; diewinzig kleinen, seitlich in Längsspalten aufspringenden, eiförmigen Beutel tragen am Ende ein Knöpfchen.Der eiförmige Fruchtknoten ist einfächrig und hat nur schwache Andeutungen der beiden anderenFächer; die einzelne grosse Samenanlage ist hängend und anatrop; ihre Micropyle wird von einem Lappendes Samenträgers fast ganz verdeckt; die drei Griffel mit knopfigen Narben überragen die Staubgefässeum 12 mm. Die kurzgrifflige Form hat Staubgefässe von fast der doppelten Länge, die etwas höherverbunden sind und Stempel, welche um 1,5 mm kleiner sind.

Die Frucht ist 1 cm lang, etwas schief ellipsoidisch, Scharlach- bis korallenroth und trägt an demspitzen Ende die drei bleibenden Griffel; das spärliche, weisse Fleisch schmeckt fade und umschliessteinen vierkantigen Stein, dessen eine Kante stark verbreitert ist, während zwei schwach gestutzt sindund eine scharf ist. Die Steinschale ist knorplig und weiss.

Der Same enthält ein reichliches, fleischiges, weisses Nährgewebe; der smaragdgrüne Keimling hatein Würzelchen von der halben Länge desselben, die flachen Keimblätter sind lanzettlich und stumpflich.

*) Die umfangreiche Litteratur ist sehr vollständig zusammengestellt, bei Gorse in Mern. acad. Belgique XII. (1861);über Cultur und natürliches Vorkommen vergl. ausserdem folgende Reise werke: Pöppig, Reisen II. 209, 248; Martius,Reisen III. 1169, 1180; Meyen, Reise um die Erde II. 16; Tschudi, Peru II. 299, Reisen V. 37; Weddell, Voyage dansle nord de la Bolivie 514; Bibra, Narkot. Genussmittel 151.