bei der Vollblüthe nur unten lösen und sonst im Zusammenhange abgeworfen werden; sie sind etwa4—5 mm lang. Nach dem Abfall der Blumenkrone richten sich die vor den Blumenblättern stehenden,nach innen geschlagenen Staubbeutel gerade auf und kippen nach aussen über, so dass die ursprünglichbinnenwendigen Spalten nach aussen gerichtet werden. Die Pollenkörner sind ellipsoidisch und werdenvon 3 meridionalen Spalten durchzogen. Zwischen den Staubfäden von schmal pfriemlicher Gestalt befindensich 5 elliptische, oben etwas ausgerandete, fleischige, Honig absondernde Drüsen. Der Stempel istflaschenförmig, von der Höhe der Blumenkrone; der Fruchtknoten ist mehr oder weniger vollkommen in2 Fächer geschieden, von denen jedes 2 aufrechte, anatrope Samenanlagen umschliesst, ihre Eapheist nach innen gewendet. Der kurze, dicke Griffel endet in eine sehr kurz gelappte, innen etwas ver-tiefte Narbe.
Die Frucht ist eine kugelförmige oder ellipsoidische, grüne, röthliche, gelbe oder blaue, bis schwarze,etwas bereifte Beere von 1—3 cm Länge; das Fleisch ist sehr saftig; sie umschliesst 1 — 4 Samen, diezuweilen sämmtlich fehlschlagen.
Der steinharte Same ist birnförmig, grün oder braun mit fadenförmiger, vorspringender Eaphe undeiner auf dem Rücken eingedrückten Chalaza; zu beiden Seiten der ersteren liegt eine Furche, welchetiefe Eindrücke der steinharten inneren Schale andeutet. Das Nährgewebe ist hornig; es umschliesst amGrunde den kleinen geraden Keimling mit ziemlich langem, bodensichtigem "Wurzelchen und schmalenKeimblättern.
Die Weinrebe ist am Rhein, in den Donauländern, im mittleren östlichen Frankreich, und dem Mittel-meergebiete, sowie im Kaukasus und in Mittelasien heimisch, wird aber jetzt in den gemässigten Zonender ganzen Erde, besonders am Rhein und an der Mosel, in Süddeutschland, in der Schweiz, in Frank-reich, dem Mittelmeergebiete, in Ungarn, Californien, dem Capland und in Australien cultivirt und zurWeinbereitung verwendet.
Die Früchte der Pflanze dienen zur Bereitung des Weines ( Vinum).
Erklärung der Abbildungen.
Fig. A. Ein Stück eines blühenden Zweiges: f 1 —4 Blätter; Fig. G. Der Stempel, 6mal vergrössert.
m 1 u. u-, Blüthenstände; iß. Eanke.
Fig. B. Die Blüthenknospe, 4mal vergrössert: «.der Kelch;b. die Blumenkrone.
Fig. C. Die Blüthe, im Begriffe aufzublühen, 5 mal ver-grössert: c. die Honig absondernden Drüsen; d. dasStaubgefäss; e. der Stempel.
Fig. I>. Die Blüthe in der Vollblüthe, 6mal vergrössert:ff. die Narbe.
Fig. E. Das Staubgefäss, 12mal vergrössert.
Fig. F. Pollenkörner, trocken u. im Wasser, 250mal ver-grössert.
Flg. II u. I. Derselbe im Längs- und Querschnitte: h. dieSamenanlage; i. die Scheidewand.
Fig. K. Die Frucht.
Fig. L u. M. Dieselbe im Längs- u. Querschnitte, 2malvergrössert: k, das Fruchtfleisch; l. der Same;m. der Samenstrang.
Fig. N. Der Same von innen u. aussen gesehen, 5mal ver-grösert: o. die Eaphe; p. die Chalaza; q. der Nabel.
Fig. P, Q u. Ii. Derselbe im Quer- u. Doppellängsschnitte:r. die Samenschale; s. das Nährgewebe; t. derKeimling.
15*