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1 (1876)
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1005
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Digitalis. Digitalina.

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Die Chloroformlösung hinterlässt beim Eintrocknen das rohe, mit einerpechartigen Materie und Fett verunreinigte Digitalin. Man löst dasselbe unterErwärmen in 100,0 OOprocentigem Weingeist, setzt 1,0 Bleiacetat inmöglichst wenig Wasser gelöst und 10,0 gereinigte Thierkohle in Formfeiner Körner hinzu, lässt 10 Minuten lang sieden, dann erkalten, filtrirt nacherfolgtem Absetzen, wäscht mit Weingeist nach und destillirt von den Filtratenden Weingeist ab. Im Rückstände befindet sich nun das Digitalin als einekörnig krystallisirte Masse, welcher noch etwas gefärbtes Oel anhängt, nebstein wenig wässriger Flüssigkeit. Nachdem letztere entfernt ist, löst man dieMasse in 10,0 90procentigem Weingeist, fügt noch 5,0 Aetlier und 15,0 destil-lirtes Wasser hinzu und schüttelt. In der Ruhe bilden sich dann zweiSchichten, von denen die obere gefärbt ist und das fette Oel in Aether gelöstenthält, während sich in der unteren, nicht gefärbten das Digitalin befindet,das nach dem Abgiessen der oberen Schicht bald herauskrystallisirt. DurchWaschen mit Aether beseitigt man so ziemlich den Rest der farbigen Materie.

Um das Digitalin vollkommen weiss zu gewinnen, bedarf es zunächst nocheiner Behandlung mit Chloroform, auch behufs Entfernung des letzten Restes desDigitins. Man löst es in seiner zwanzigfachen Menge Chloroform, filtrirt, verdunstetdas Filtrat zur Trockne, löst die trockene Substanz wieder in 30,0 OOprocen-tigem Weingeist, setzt 5,0 körnige, gereinigte Thierkohle hinzu, kocht 10Minuten, filtrirt, wäscht nach, destillirt wie früher und versucht dem nun aus-krystallisirten Produkte den letzten Rest von Farbstoff zu entziehen. Diesesgeschieht, indem man es in 8,0 90procentigem Weingeist warm löst, 4,0 Aetherund 8,0 Wasser zusetzt und schüttelt. In der Ruhe scheidet sich aus diesemGemisch der Aether nicht ab, aber die Krystallisation des Digitalins nimmtbald ihren Anfang. Am folgenden Tage ist fast alles ausgeschieden und dasFarbige befindet sich in der Mutterlauge. Die Krystalle werden mit Aetherabgewaschen. Sollte ihnen jetzt noch eine Spur von Farbstoff anhängen,krystallisirt man sie aus mit Thierkohle versetztem Weingeist um.

Auch dieses nativelle 'sche Digitalin ist keine selbstständige Substanzund scheint (nach Schjiiedebeug ) grössten Theils aus Digitoxin, denstärkstwirkendsten Digitalisbestandtheil, Toxiresin etc. zu bestehen, nichtdesto weniger dürfte es den Träger der Digitaliswirkung repräsentiren.

Prüfung. 0,01 mit 2000,0 Wasser geschüttelt giebt Digitalin eine starkbitter schmeckende Lösung. Concentrirte Schwefelsäure löst es mit braunerFarbe, welche auf Zusatz einer sehr geringen Menge Wasser in schmutzigesGrün übergeht. Mit verdünnter Ferrichloridlösung gemischt erfolgt keineF arbenreaction.

Reactionen der Digitalinkörper. Einige der hier im Folgenden ange-gebenen Reactionen gelingen nicht immer. Keine Reaction erfolgt in dermässig verdünnten Digitalinlösung durch Kaliummercurijodid, Kaliumcadmium-jodid, Platinchlorid, Mercurichlorid, Pikrinsäure. Jodjodkalium bewirkteine vorübergehende Trübung, dagegen erzeugen Phosphormolybdänsäureund Kaliumwismuthjodid Niederschläge von weisslicherFarbe, von denenersterer sich in Aetzammon mit blaugrüner, später in Gelblichgrün übergehen-der Farbe löst. Aurichlorid und Kalibichromat bewirken nur nacheiniger Zeit eintretende Fällungen, von welchen erstere aus kleinen Krystallenbesteht. Gerbsäure erzeugt in der neutralen Lösung einen weisslichen Nie-derschlag. Fröhde's Reagens bewirkt eine schnell durch Orange undKirschroth in Braun übergehende Färbung. Concentrirte Schwefelsäure löst