Cynoglossum.
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I. Herita Cynoglossi, Hundszunge, das getrocknete blühende Kraut unddie ganze frische blühende Pflanze mit Wurzel.
Der bis zu 60 Ctm. hohe aufrechte verzweigte rauhhaarige Stengel mitgrundständigen gestielten elliptischen, oberen allmälich kleineren, lanzettlichen,kürzer gestielten, und obersten sitzenden und stengelumfassenden, sämmtlichdünn graufilzigen Blättern. Die Blüthen in einzelnen Wickeln stehen in end-ständigen Eispen. Sie sind von bräunlich rother Farbe mit purpurrothenWölbschuppen, selten weisslich. Der Geruch ist widerlich, einigermassen nar-kotisch. Das Kraut wird im Juni gesammelt, getrocknet und in Blechgefassenaufbewahrt. Aus dem frischen Kraute mit Wurzel wird eine Tinctur und einExtract wie Tinctura und Extractum Belladonnae (S. 580 u. 581) bereitet.
üeber die Anwendung siehe unten unter Radix Cynoglossi.
II. Radix Cynoglossi, Hundszungenwurzel, die getrocknete ganze oder inStücken zerschnittene Wurzel. Sie ist unregelmässig cylindriscli, circa 30 Ctm.lang und 2 — 2,5 Ctm. dick, tief längsrunzelig, aussen graubraun. Der Quer-schnitt zeigt eine ziemlich dicke, nach aussen weissliche und lückige,nach innen bräunliche, durch hellere Markstrahlen gestreifte Rinde, eindurch eine dunkle Kambiumlinie von der Rinde getrenntes, fleischiges bräun-liches, fein gestreiftes Holz. Stärkemehl und luulin sind nicht vorhanden.Die Wurzel hat einen faden schleimigen, etwas bitterlichen Geschmack undeinen unangenehmen, etwas virösen oder mäuseartigen Geruch.
Einsammlung und Aufbewahrung. Die Wurzel wird im Herbst gesammelt,in Stücke zerschnitten und getrocknet, alsdann aber sofort in dicht geschlos-senen Weissblechgefässen, das Pulver in Glasgefässen aufbewahrt, denn dieWurzel ist sehr hygroskopisch.
Feucht gewordene und wieder getrocknete, daher innen dunkel- bis schwarz-braune Wurzeln sind zu verwerfen.
Bestandteile. Die Hundszunge hat einen mit Methylamin verwandtenRiechstoff, welcher beim Trocknen des Vegetabils fast ganz verloren geht, fernerGerbstoff, Zucker, Gummi, Spuren Harz.
Anwendung. In alter Zeit wurde das Kraut, besonders aber die Wurzelals ein schmerzlinderndes, krampfstillendes, beruhigendes Mittel geschätzt undgegen Husten, Katarrh, Bluthusten, Diarrhoe, Dysenterie , Leukorrhoe etc. an-gewendet, auch äusserlich in Umschlägen auf skrofulöse Anschwellungen, Kropf,Verbrennungen etc. gebraucht. Sie ist selbst als Mittel gegen Vipernbiss undHundswuth empfohlen worden. Die frische Pflanze soll durch ihren GeruchMäuse vertreiben, der frische Saft Läuse tödten. In neuer Zeit empfahlDidichix das aus dem frischen ganzen Kraute bereitete Extract als einen Ersatzdes Kurare (vergl. S. 988). Heute ist Wurzel und Kraut fast obsolet.
Massa pilularis e Cynoglosso.
Massa pilularum sedantium. PilulaeOpii compositae.
Radicis CynoglossiSeminis HyoscyamiOlibaniOpii ana 10,0Myrrhae 15,0Styracis Calamitae
Covticis Cinnamomi CassiaeCaryopliylloruw ana 5,0.In pulverem redacta misceantur et ser-ventur.
Diese aus alter Zeit stammende Misch-ung enthält in 7 Theilen 1 Theil Opium.Dosis 0,2—0,3—0,5. Stärkste Einzelngabe1,0; stärkste Gesammtgabe auf einenTag 3,0.
Hager, Pharmac. Praxis. I.
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