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1 (1876)
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Cerevisia.

Zur Untersuchung eines Bieres auf den Gehalt gesundheitsschädlicherStoffe giebt es mehrere Methoden, von welchen die von W. Kubicki undWittstein Beachtung verdienen:

Kubicki's Methode: Das Bier wird im Wasserbade zur Syrupsdicke ein-gedampft mit einer drei- bis vierfachen Menge reinem 85proc. Weingeist ver-setzt und zur Abscheidung von Gummi, Dextrin, Eiweissstoffen etc. 24 Stundenlang kalt stehen gelassen. Von der filtrirten Flüssigkeit wird der Weingeistabdestillirt und der Rückstand abermals 12 20 Stunden stehen gelassen, umden Rest der genannten Substanzen abzuscheiden. Das hier erhaltene Filtratwird nun mit verdünnter Schwefelsäure angesäuert und dann mit Petrol-äther (etwa mit '/ 4 bis i / i seines Volumens) versetzt, eine halbe Stunde langmit demselben geschüttelt, nach dem Schütteln in eine Glasbahnbürette gegossenund eben so lange der Ruhe überlassen. Nach geschehener Trennung wird dieschwerere Flüssigkeit zu weiteren Untersuchungen aufbewahrt, der Petrolätheraber wird sorgfältig mit destillirtem Wasser gewaschen, um die etwa nochanhängenden Theile der ausgeschüttelten wässrigen Flüssigkeit fortzuschaffen,filtrirt und das Filtrat abgedunstet. Das Abdunsten wird in der Kälte vor-genommen, um etwa vorhandene flüchtige Substanzen nicht zu verlieren undwomöglich den manchen Substanzen eigenthümlichen Geruch zu erhalten.

Die vorhin reservirte wässrige Flüssigkeit wird nun weiterem Ausschüttelnmit Benzin und Chloroform unterworfen, wobei das ganze Verfahren dasselbeist, wie beim Petroläther. Alsdann wird sie mit Aetzammon so lange ver-setzt, bis sich alkalische Reaction zeigt, und dann wiederholt mit Petroläther,Benzin und Chloroform extrahirt.

Die von Ivubicki erhaltenen Resultate sind folgende:

A. Ausschütteln in saurerLösung. I. Rückstand der Petrolätlier-ausschüttelung. 1. Er ist krystallinisch, gelblich und schwerflüchtig.Die Lösung in Schwefelsäure bleibt gelb, Cyankalium und Kalilauge färbenbeim Erwärmen blutroth. Er färbt die Baumwolle gelb: Pikrinsäure.2. Es ist amorph, weiss, scharfschmeckend und hautröthend: Capsicin.

II. Rückstand der Benzinausschüttelung. 1. Er ist krystal-linisc h. a) Er ist nicht bitter, Kalilauge färbt ihn purpurroth: Aloetin.

b) Er ist bitter, Kalilauge färbt ihn gelb, nach Erwärmung braun: Daphnin. 2. Er ist amorph. a) Schwefelsäure färbt rothbraun, Tannin fällt:Quassiin. b) Mit verdünnter Schwefelsäure erhitzt: Geruch des Menyantholsmit Trübung der Flüssigkeit und Ausscheidung öliger Tropfen: Menyanthin.

c) Schwefelsäure färbt blutroth, später braunroth, Salzsäure löst grünlich, nachErwärmung braun, trübe und scheidet ölige Tropfen aus: Cnicin. d) Schwe-felsäure löst braun, später violettblau, ebenso Froehde's Reagens: Absinthiin.e) Schwefelsäure löst hochroth, Froehde's Reagens schön kirschrotli, Gerb-säure fällt gelbweiss: Colocynthin. f) Schwefelsäure färbt braun, Salzsäurelöst grünlich, nach Erwärmung wird die Flüssigkeit braun, trübe: Erythro-centaurin? g) Schwefelsäure färbt rein braun. Kalilauge gelb, nach Er-wärmung braun. Tannin fällt nicht. Salpetersäure von 1,42 färbt roth:Gentianbitter? (Ausserdem event. ein Rest des Capsicins.)

III. Rückstand der Chloroformausschüttelung. 1. Er hinter-bleibt nach Verdunsten der Lösung krystallinisch. a) Er reagirt nichtalkaloidisch. Schwefelsäure löst schön gelb; mit Salpeter gemengt, danndurchfeuchtet mit Schwefelsäure und endlich mit concentrirter Natronlaugeversetzt, färbt er sich ziegelroth: Pikrotoxin. b) Er reagirt alkaloidisch: