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8. Prüfung auf Talggehalt. Wird mit Talg verfälschtes Wachs ineinem Reagircylinder oder einem metallenen Löffel geschmolzen und bis zumKochen erhitzt, so entwickelt sich der üble Akroleingeruch. Tränkt man einenbaumwollenen Docht mit dem geschmolzenen Wachse, zündet ihn an und blästdie Flamme dann aus, so stösst der glimmende Docht einen übelriechendenDampf aus, wie wenn man ein Talglicht ausbläst.
Oleum Cerae, Wachsiii. Gleiche Tlieile gepulverter Aetzkalk oderZiegelsteinstückchen und geschabtes gelbes Wachs wurden gutgemischt in eine gläserne Retorte gegeben der trocknen Destillation unterworfen.Das in der Vorlage gesammelte butterartige Oel wurde nochmals über seineöfache Menge gepulverten Aetzkalk oder Ziegelsteinstückchen rectificirt. Frischist es wasserhell und dünnflüssig, von brenzlich-ätherischem Gerüche undGeschmacke. Bei längerer Aufbewahrung bräunt und verdickt es sich. Eswurde vor Zeiten zu Einreibungen bei gichtischen Leiden gebraucht.
II. Ooccus ceriferus oder Coccus Pe-la Westvvood , ein auf FraxinusChinensis Roxboukgh lebendes halbdeekflügeliges Insect aus der Familie derSchildläuse (Gallinsecta).
Cera Chinensis, Chinesisches Wachs, das Secret vorbenannter Schildlaus.Es ist weniger dem Bienenwachse, mehr dem Wallrath ähnlich, gelblichweissoder weiss, krystalliniscli fasriger Textur und besteht hauptsächlich ausCerotinsäure-Ceryläther. Es kommt wenig nach Europa und ist theurer wieBienenwachs.
Das chinesische Wachs ist bisher in Deutschland nicht, weder pharma-ceutisch noch therapeutisch, verwendet worden.
III. lihus succedunea Linn ., ein in Japan heimischer, Rhus ChinensisMiller , ein in China einheimischer Sumach (Anacardiacee).
(Jera .Japonica, Oleum lllinis succedaneae, Japanisches Wachs, vegetabilischesWachs, das fette, wie Wachs starre Oel der Steinfrüchte vorerwähnter Sumach-arten. Gewöhnlich kommt es in runden, 10—15 Ctm. im Durchmesser haltendenund 3—4 Ctm. dicken, planconvexen Kuchen in den Handel. Es ist seineConsistenz wachsähnlich, jedoch bei +8 bis 10° C. spröde, ferner gelb- odergelblich-weiss, bedeckt mit einem zarten weissen Reife oder Anfluge. In derWärme der Hand wird es knetbar, beim Kauen klebt es nicht an den Zähnen,giebt aber meist einen etwas ranzigen Geschmack mit Kratzen im Schlünde.Sein specif. Gewicht liegt zwischen 0,990 —1,010, der Schmelzpunkt zwischen50 und 60° C. (nach Anderen zwischen 42 und 50° C.).
Gegen Lösungsmittel verhält es sich dem Bienenwachse einigermaassenähnlich, es ist aber in 6 — 8 Th. heissem 90proc. Weingeist und in 3 Th.heissem absolutem Weingeist löslich.
Beim Kochen mit Borax- oder Natroncarbonatlösung oder Salmiakgeistgeht es in eine emulsionsähnliche Mischung über unter theilweiser Verseifung,