Gera.
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Cylinderglas (//) mit circa 4 Ctm. weiter Oeffnung und gleichmässig dickemBoden, bis an den Ilals mit lauwarmem Wasser gefüllt, stellt man auf einStück Drahtnetz in ein Wasserbad (w)und setzt einen Kork mit 2 Durchboh-rungen, versehen mit einem Reagircylin-der (c) und einem Thermometer (t), lockerauf. Nachdem man in den Reagircylin-der 2—3 Gm. Wachs in längliehen Stückeneingetragen und ihn mit einem Korklocker geschlossen hat, erhitzt man dasWasserbad und beobachtet die Tempe-ratur. Der Schmelzpunkt ist dann an-zunehmen, wenn circa ein Drittel desWachses flüssig geworden ist.
Der Schmelzpunkt des gelben Wachsesliegt innerhalb 60—65° C., der einesguten weissen Wachses innerhalb 65 —
70° C. Weisses Wachs mit 5—6 Proc.
Talggehalt schmilzt bei circa 69°, mit10 Proc. bei circa 66°. Ein Gehalt von10 Proc. Talg grenzt schon an eine Ver-fälschung, Talg bis zu 13 Proc. wirddurch den Schmelzpunkt von circa 63°leicht erkannt. Ein Gemisch aus gleichenTh. weissem Wachs und JapanischemWachs zeigt einen Schmelzpunkt von 63
bis 64°, ein Gemisch aus gleichen Th. Fig. 193.
weissem Wachse und Stearinsäure einenSchmelzpunkt von 64 — 65°. Nur ein
Stearin- oder paraffinhaltiges Wachs wird einen unter 05 IJ C. liegenden Schmelz-punkt zeigen (wenn übrigens der Verfalscher nicht ein Paraffin oder Belmontinmit einem Schmelzpunkte von 60—65° C. verwendete).
3. Lösung in Chloroform. Reines Wachs löst sich vollständig inChloroform. Altes ausgetrocknetes Wachs giebt damit eine klare Lösung.Man löst in einem Probircylinder 0,5 Gm. des Wachses in 5 CC. Chloroform,nöthigen Falles unter gelindem Erwärmen. Mit Honig genetzte Schlämm-kreide, Thon, Ocher, Erbsenmehl, Stärke, Schwefel, Ziegelmehl,Bleiglätte, Blei weiss, Schwerspath, Gyps (auch Wasser) bleibenungelöst. Man lässt erkalten. Zeigt sich dann die Lösung trübe, so ist mög-licher Weise ein Harz gegenwärtig. Haben sich dagegen kleine durchsichtigeKörnchen an die Glaswandung angesetzt und ist die Lösung trübe oder milchig,so kann man auf Südamerikanisches Pflanzenwachs schliessen. Hatsich ein Bodensatz gebildet, so decanthirt man die Lösung, wäscht den Boden-satz zuerst mit Chloroform, dann mit Weingeist nach und prüft ihn mit derLoupe, Mikroskop und chemisch.
4. Prüfung auf Stearin (Stearinsäure). Von der klaren Chloroformlösungschüttelt man ungefähr 2,0 Gm. mit 12,0 —15,0 Gm. Kalkwasser plötzlichdurcheinander. Bei Gegenwart von S tearinsäure bildet sich in der Mischungeine Kalkseife in körnigen oder dentritischen Verästlungen, während sich einewachshaltige Chloroformlösung in Gestalt einer weissen emulsionsähnlichenFlüssigkeit scharf absondert. Die Stearinsäure lässt sich durch Digestion des
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