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1 (1876)
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Cera.

entfernt werden, so bleiben andere, wenn auch nur in geringen Autheilen,darin zurück. Ein Gehalt bis zu 5 Proc. Talg ist im weissen Wachs gewöhnlich,oft auch mehr vorhanden, weil es die Brüchigkeit oder Bröcklichkeit, besondersdes künstlich gebleichten Wachses, mindert. Durch diesen leidigen Zusatzwird das spec. Gew. des käuflichen weissen Wachses herabgedrückt, und man kannzufrieden sein, wenn es 0,960 erreicht, denn man findet im Handel untadel-hafte Sorten, deren specif. Gewicht bis auf 0,950 herabgeht.

Das weisse Wachs verhält sich zum gelben Wachs wie ranziges Fett zufrischem Fett. Seine Mischungen mit anderen Fetten disponiren stark zumRanzigwerden. Wo es angeht, vermeide man daher seine Anwendung. Beson-dere Arzneikräfte wohnen ihm, verglichen mit gelbem Wachs, nicht bei. Essind diejenigen zu bemitleiden, welche weisses Wachs für etwas Besseres an-sehen denn gelbes Wachs. Heut kommt es übrigens recht häufig mit Erd-wachsparaffin versetzt in den Handel.

Prüfung. Eine summarische Prüfung des gelben Wachses besteht a) imDurchschütteln des geschmolzenen Wachses mit warmem verdünntem Weingeist,b) mit 3,3 procentigem Aetzammon; c) in dem Erhitzen eines wie eine kleineBohne grossen Stückes im Reagircylinder und d) in der Bestimmung des speci-fischen Gewichts. Weder der Weingeist noch die Aetzaramonfliissigkeit darfalsdann beim Erkalten oder beim Verdünnen mit Wasser sich trüben oder milchigwerden, das erhitzte Wachs darf keinen Akrolei'ngeruch ausstossen und dasspec. Gewicht nicht unter 0,955 liegen. Im anderen Falle ist das Wachsentweder verfälscht oder ein Substitut.

Die specielle Prüfung ist im folgenden angegeben: 1. Die Bestimmungdes specifischen Gewichtes. Hydrostatische Probe. Viele der bis jetztbekannten Verfälschungsmittel machen das Eigengewicht des Wachses entwedergrösser, wie Japanisches Wachs, Stearinsäure, Wasser, anorganische Stoffe,oder geringer, wie Paraffin, Talg. Es kommt nur darauf an, die Eigenschweredes gelben wie des weissen Wachses in bestimmte Grenzen zu verlegen. Fürgelbes Wachs ergiebt sich in der Praxis der Spielraum von 0,9550,970,für weisses AVachs ebenfalls 0,9550,970. Ein spec. Gew. von 0,9500,955ist nicht nothwendig ein Beweis einer Verfälschung, aber immer ein Grundeine solche zu vermuthen. Ein Gewicht unter 0,950 ist wohl immer ein Beweiseines Paraffingehaltes. Die Wägung geschieht in folgender Weise. Man nimmtzwei Bruchstücke oder durch Schmelzung und Erkalten in einem Metallschälchendargestellte kleine Böden, giebt sie in ein Becherglas, welches eine Mischungaus 1 Th. Weingeist und 2 Th. destill. Wasser enthält, und mischt dann unterLmrühren noch soviel Wasser nach und nach hinzu, bis sich die Wachsstückein der sanft bewegten Flüssigkeit mehrere Augenblicke in einiger Distanz vomNiveau der Flüssigkeit schwimmend erhalten. Sollte eines der Wachsstückeleichter als das andere sein, so beseitigt man es, auch muss man Luftblasen,welche etwa an dem Wachse hängen, durch Wischen mit dem Finger beseitigen.Die weingeistige Flüssigkeit wird nun auf das specifische Gewicht geprüft.Geht die Zahl derselben nach beiden Seiten über die oben angegebenen Grenzenhinaus, so ist bei geringer Differenz eine Verfälschung wahrscheinlich, beigrösserer Differenz aber sicher. Ist das spec. Gew. mehr denn 0,970, so kanndie Verfälschung bestehen in Schwerspath, Ziegelmehl, Schwefel, Wasser, Erb-senmehl, Japanischem Wachs, Stearinsäure. Im entgegengesetzten Falle bestehtsie in Paraffin oder Kindertalg.

2. Die Bestimmung des Schmelzpunktes giebt wenig Anhaltspunkte.Zur SchmelzpuriKtbestimmung' extemporirt man folgende Vorrichtung. Ein