Oera.
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Bierienwachs löst sicli leicht in Chloroform (10 bis 11 Th.) und Schwefel-kohlenstoff und auch in ätherischen und fetten Oelen, es lässt sich überhauptohne Schwierigkeit mit anderen festen und flüssigen Fettstoffen des Thier- undPflanzenreichs zusammenschmelzen und mischen, ohne dass es diese zum Ran-zigwerden disponirt. Weingeistfreier Aether löst bei mittlerer Temperatur nurdie Hälfte des Gewichtes des Wachses auf, Benzol löst bei 15° C. höchstens20 Proc. des Wachses. Auch Schwefelkohlenstoff löst ebenfalls nur theilweise,jedoch lösen alle diese Lösungsmittel in einer Wärme von 25— 30° C. dasWachs vollständig. Das, was kaltes Benzol nicht löst, ist weisslich. Mitdünnen Lösungen des caustischen oder kohlensauren Kalis oder Natrons erhitztlässt es sich nicht verseifen, es bildet sich auch dabei kein Glycerin. Miteoneentrirter Kalilauge und weingeistigem Aetzkali wird es verseift. WirdWachs zum Kochen erhitzt, so verdampft es. Der Dampf ist entzündlich. InDestillationsapparaten erhitzt geht Anfangs eine festwerdende, weissliche Sub-stanz, Wachsbutter genannt, später ein flüssiges, mit Krystallblättchenuntermengtes Oel über. Bei noch höherer Temperatur entwickeln sich dieProdukte der trocknen Destillation ohne AkrolSinbildung. In kaltemWeingeist, sowie in Wasser ist das Wachs unlöslich. Siedender Weingeistlöst gegen 20 Proc., beim Erkalten scheidet sich aus der Lösung eine weissekrystallinische Substanz, Cerin, welche rein sich unzersetzt destilliren lässtund von Bkodje Cerotinsäure genannt worden ist. Sie schmilzt bei 78°und wird durch Kali verseift. Der in Weingeist ungelöst bleibende Rückstandist Palmitinsäure-Myricyläther (oder Myricin), welcher sich aus einer heissenLösung in Aether beim Erkalten krystallinisch ausscheidet. Er schmilztbei 72«.
Jungfernwachs (Cera virginea) ist das Wachs aus jungen Bienen-stöcken. Es hat eine schmutzigweisse oder gelblichweisse Farbe und ersetztvortheilhaft das weisse Wachs. Amerikanisches und Afrikanisches Bienenwachshaben gewöhnlich eine stark braune Farbe und werden desshalb in derPharmacie nicht angewendet.
Einkauf und Aufbewahrung. Gelbes Wachs wird in hölzernen Kästen aneinem trocknen Orte aufbewahrt. An einem feuchten Orte bedeckt es siehmit Schimmel. Während des Lagerns trocknet es aus und kann sich seinGewicht bis zu 8 Proc. vermindern. Am besten fährt man, das Wachs vonBienenzüchtern zu beziehen. Man achte darauf, dass der untere Theil derWachsböden nicht dicke Schichten von Unreinigkeiten bilde. Gut ist es, jedenWachsboden vor dem Ankauf zu durchbrechen, um sich von der gleichmässigenBeschaffenheit im Innern zu überzeugen.
Cera alba, weisses Wachs, das auf chemischem Wege oder durch Bleichungan der Sonne entfärbte und gewöhnlich mit einigen Procenten Talg versetztegelbe Bienenwachs. Es kommt in Tafeln oder runden dünnen Scheiben inden Handel. Es ist etwas durchscheinend, weiss oder schwach gelblich weiss,von einem eigenthümlichen schwachen Glänze und härter, auch etwas specifischschwerer als das gelbe W T achs, bei stärkerem Talggehalt auch specifischleichter.
Der Schmelzpunkt liegt zwischen 65 und 70°. Ein mit Kalihypermanganatgebleichtes Wachs ohne Zusatz wog 0,9705.
Die Wachsbleicher machen allerhand Zusätze, um ihre Arbeit zu fördernoder um dem Wachse eine stärkere Weisse zu geben. Solche Zusätze sindWeinstein, Alaun, Arsenik, vegetabilische Wachssubstanzen u. d. m. Wenneinige dieser Zusätze auch wieder durch Umschmelzen des Wachses mit Wasser
Hager, Pharmac. Praxis. I. 50