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1 (1876)
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644
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Cacao.

Prüfung. Die Güte des Kakaoöls ergiebt sich zum Theil aus Geschmack,Geruch und Consistenz. Verfälschungen kommen vor mit Wachs, Stearinsäure(Stearin), Paraffin, besonders mit Rindernierentalg. Alle diese Substanzensind leicht zu erkennen, wenn man circa 1 Gm. des Kakaoöls in 3 Gm. Aetherohne Wärmeanwendung löst. Reines Oel giebt eine klare Lösung, dagegenist diese bei Gegenwart von mehr als 10 Proc. Talg oder Wachs mehr oderweniger trübe, oder sie bildet einen weisslichen Bodensatz. Der Schmelzpunktdes verfälschten Kakaoöls liegt meist um 2 4 8 C. höher. Paraffin ertheiltdem Kakaoöl ein seifenartiges Anfühlen und eine unter 0,9 liegende specifischeSchwere.

Man kann auch folgende Prüfung vornehmen. Man giebt circa 1,0Kakaoöl nebst 2,0 3,0 Anilin in einen Probircylinder und erwärmt untergelindem Agitiren, bis Lösung des Oels in dem Anilin erfolgt ist. Bei einerZimmertemperatur von 15° C. stellt man eine Stunde, bei 17 bis 20° C.li/ 2 bis 2 Stunden bei Seite. Reines Kakaoöl schwimmt nach dieser Zeit wieein flüssiges Oel auf dem Anilin, enthielt es aber Talg, Stearinsäure oderkleine Mengen Paraffin, so haben sich in der Oelschicht körnige oder scholligePartikel abgeschieden, welche bei gelindem Agitiren an der oberen leerenWandung des Cylinders theilweise hängen bleiben, oder die Oelschicht isterstarrt (Wachs, Paraffin), oder es hat sich gar keine Oelschicht abgeschieden(wenig Stearinsäure), oder die ganze Flüssigkeit ist zu einer krystallinischenMasse erstarrt (viel Stearinsäure). Das reine Oel erstarrt erst nach vielenStunden. Durch Kochen des stearinhaltigen Kakaoöls mit einer dünnen Lösungdes kohlensauren Natrons erhält man eine Flüssigkeit, welche, nach dem Filtrirenmit verdünnter Schwefelsäure versetzt, Stearinsäure abscheidet.

Anwendung. Das Kakaoöl ist wegen seiner geringen Neigung, ranzig zuwerden und schon bei 25° C. zu schmelzen, ein geschätztes Constituens cosme-tischer Salben, der Lippenpomade, mancher Augensalben, besonders aber derSuppositorien und Vaginalkugeln. Seine innerliche Anwendung als Demulcenshat vor derjenigen des Mandelöls, Olivenöls etc. nichts voraus und kommtselten vor. Eine Emulsion würde wie jede andere Oelemulsion zu bereitensein, nur wäre der Mörser auf 30° C. zu erwärmen und ein Verdünnungs-wasser von mindestens 20° zu verwenden.

(1) Ceratum labiale.

Ceratum Cetacei rubrum. Ceratum labialerubrum. Cerat labiale. Pommade pourles levres. Lipsalve.

Lippenpomade.

Olei Cacao 75,0

Adipis suilli 50,0

Cetacei 25,0

Cerae flavae 10,0

Corticis Alkannae radicis 2,0.

Digere calore balnei aquae, interdumagitando, per horam dimidiam. Ad-mixtisOlei Citri corticisOlei Bergamottae ana G-uttis 12Olei Amygdalarum aetherei G-uttis 5per telam laxam funde. Fiant tabulaequadratae ponderis circiter 5,0 et 10,0.

(2) Ceratum labiale album.

Weisse Lippenpomade.fy Olei Cacao 50,0

Olei Olivae optimi 16,5Olei Rosae Guttas 4.

Lern calore mixta in capsulam chartaceameffunde. Refrigerata in tabulas qua-dratas scindantur. Singulae tabulaeStanno foliato arte obvolvantur.

(3) Ceratum labiale flarum.

Paretur modo quo Ceratum labiale ru-brum , nisi quod loco corticis Alkannaeradicis sumantur Rhizomatis Curcumaepulverati 4,0.

(4) Pasta Cacao alba.

Weisse Chokolade.

Sacchari albissimi 100,0Farinae Oryzae 75,0