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1 (1876)
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Cacao.

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Die Verarbeitung der Kakaomasse als Excipiens fitr Arzneisubstanzen erfordertkeine besonderen Maassnahmen, es genügt, die Masse in kleine Stücke zu zer-brechen und in einem porcellanenen Gefäss im Wasserbade zu erweichen.

Cacao ab oleo liberatnm, entölter Kakao, Gesundheits-Chokolade, Kakaomassedurch Pressen zum grössten Theile vom fetten Oele befreit, ist Gegenstandder Diaetetik und wird mitunter in den Apotheken gefordert. Sie ist übrigensein sehr zweckmässiges Constituens für Pillen und Pulver. Man kann denentölten Kakao entweder vom Droguisten entnehmen oder bei Darstellung desKakaoöles als Nebenprodukt sammeln. Siehe unter Oleum Cacao.

Prüfung der Kakaomasse und derChokolade auf Verfälschungen.Verfälschungsmittel sind geröstetes Getreidemehl, präparirtes Gerstenmehl, Mais-mehl, Kartoffelmehl (geröstetes und ungeröstetes), Dextrin, geröstete Eiheln, gerös-tete echte Kastanien, Weinbeerkerne, Erdmandeln (Presskuchen), Wallnüsse,Bucheckern, Ocker, Thon, Mennige. Unwesentlich ist die Beimischung höchstfeingepulverter Kakaoschalen.

Da die Stärkemehlkügelchen der Kakaobohnen ungemein klein sind, sowürden sich die Stärkemehl enthaltenden Verfälschungsmittel zunächst durehdas Mikroskop bei 300 400facher Vergrösserung erkennen lassen. Die rundenKakaostärkemehlkörnchen haben einen Durchmesser von 0,005 0,007 Millim.Behufs der mikroskopischen Prüfung, wird die zu feinem Pulver zerriebeneKakaomasse mit circa dem löfachen Gewicht kaltem Wasser gemischt und ineinem Filter gesammelt, nach dem Abtropfen des Wassers mit Weingeistgemischt und zuletzt mit Aether ausgewaschen. Das so behandelte Kakao-pulver wird zunächst, sowie es ist, dann mit Jodwasser befeuchtet, der mikros-kopischen Prüfung unterworfen.

R einsch giebt folgendes empirisches Prüfungsverfahren an. Man reibtcirca 5,0 der Cacaomasse oder Chokolade zu feinem Pulver, mischt diesesmit 50,0 destillirtem Wasser, erhitzt unter Umrühren, lässt eine halbe Minuteaufkochen und dann erkalten. Das Ganze bringt man auf ein Papierfilter.Bei unverfälschter Kakao ist die Flüssigkeit nicht dick und filtrirt ziemlichschnell und klar. Das Filtrat ist lichtbraunroth und von angenehm süssemChokoladengeschmaek. Enthielt die Kakaomasse fremde Stärkemehl-haltende Bei-mischungen, so ist die Flüssigkeit dick und schleimig und geht kaum durchdas Filter, und was durch dasselbe fliesst, ist nicht klar.

Das im Handel vorkommende Chokoladenpulver ist ein mit geröstetemGerstenmehl oder Kartoffelmehl und Zucker gemischtes Cacaomassenpulver.

Dextrin lässt sich aus der gepulverten Cacaomasse mit kaltem Wasserextrahiren.

Substanzen, welche ein flüssiges Fett enthalten, werden mit warmem Benzinextrahirt und das aus dem bei 100120° C. abgedampften Benzinauszuge erhal-tene Fett auf Consistenz, Schmelzpunkt etc. geprüft.

Mineralische Beimischungen werden in der Asche gefunden. 5,0 derfraglichen Cacaomischung werden als feines Pulver mit 100,0 kaltem Wassergeschüttelt und macerirt, in einem Filter gesammelt, mit kaltem Wassergewaschen und getrocknet, um das Gewicht zu bestimmen. 90 Th. des 'trocknenRückstandes sind gleich 100 Th. Cacao anzunehmen. Man äschert ein,befeuchtet die kohlige Masse öfter mit Salpetersäure und glüht in einem offenenPlatin- oder Porcellantiegel. Reine Cacao giebt nicht über 5 Proc. Asche.Beträgt sie mehr, so ist sie auf ihren Gehalt zu prüfen.

Hager, Pharmae. Praxis. I. 41