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Cacao.
Wasser von mittlerer Temperatur, in 60 Th. heissem Wasser, in 1500 Th.kaltem und 50 Th. kochendem Weingeist, in 17000 Th. absolutem Aetherauch etwas löslich in Chloroform, warmem Amylalkohol, Benzol, unlöslich inPetroläther. Bis zu 300° C. erhitzt sublimirt es. Es bildet mit den Säurenleicht krystallisirbare Salze, welche aber meist durch Wasser zersetzt werden.Wird das aus ammoniakalischer Lösung durch Silbernitrat gefällte Theobromin-silber mit wasserfreiem Jodmethyl 24 Stunden auf 100° erwärmt, so entstehtCoffein ( Strecker ). Eine letale Gabe für ein Kaninchen ist 1,0, für einenFrosch 0,06 (Tu. Husemann).
Aufbewahrung und Anwendung. Die Kakaobohnen werden auf der Mate-rialkammer, also an einem trocknen Orte, in Ilolzkästen aufbewahrt. In derVerfassung, in welcher sie in den Handel kommen, finden sie keine Anwendung,weder als Genuss- und Nahrungsmittel, noch als Medicament, sondern werdenhierzu zunächst einer gelinden Röstung unterworfen. Siehe das Folgende.
Semen Cacao tostum, gerüstete Kakaobohnen. Das Rösten hat nicht alleinden Zweck, die Samenschale vom Kerne leicht abzulösen und diesen in soweit zu trocknen, dass er sich leicht präpariren lässt, es hat auch denZweck der Geschmacksveränderung des Kernes, indem dadurch ein eigentüm-lich wohlschmeckendes Arom erzeugt und ein herb und bitter schmeckenderBestandtheil der Kakaobohnen verändert oder zerstört wird.
Das Rösten geschieht entweder in blechernen Trommeln oder in offenenKesseln unter Umrühren, bis sich durch einen Druck zwischen den Fingerndie Schale leicht ablöst und bei etwas stärkerem Druck der Kern in eckigeStückchen zerfällt. Der Röstverlust beträgt 7 — 10 Proc.
Die gerösteten, von der Schale befreiten Kakaosamen werden zuweilenin contundirtem Zustande vorräthig gehalten und unter dem Namen Kakao-bohnen (zum Theeaufguss) abgegeben.
Testae Cacao, kiikaoschalen, Kakaothee , die von den gerösteten Kakao-bohnen gesonderten und in die kleine Speciesform gebrachten Schalen, wer-den häufiger im Theeaufguss, oft in Stelle des Kaffeeaufgusses gebraucht.
II. Pasta Cacao. Massa cacaotina, Massa Cacao, Cliokoladenmasse, Kakao-masse , die in der Wärme zu einer unfühlbaren Masse zerstossenen geröstetenund von der Schale befreiten Kakaosamen.
Dieses Präparat kauft man unter dem Namen Kakaomasse in guterschöner Waare beim Droguisten oder in den Schokoladenfabriken in dickenharten Tafeln. Will man die Stücke zu kleineren Tafeln formen, so wird dieMasse im Dampfbade erwärmt und in Blechcisten in gewisser Quantität aus-gebreitet, mit silbernen Löffeln und durch Klopfen der Cisten gegen die Unter-lage geebnet und erkalten gelassen. Will man die Masse selbst bereiten, soröstet man die Kakaobohnen gelind in einer Kaffeetrommel, sondert die Schalen,verwandelt die Kerne in ein mittelfeines Pulver und präparirt sie in einemerwärmten eisernen Stossmörser, wie unter Oleum Cacao (S. 643) angegebenist. Die halbflüssige Masse wird in Blechcisten gebracht und geformt.
Diese Massa cacaotina ist ein vortreffliches Excipiens medicamentöserStoffe, ein Constituens der Pastillen und Trochisken, und die Grundlage einerMenge medicinischer Chokoladen, sowie die Grundlage der als Genuss- undroborirende Nahrungsmittel dienenden Chokoladen- und Kakaopräparate.