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1 (1876)
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638
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Butyrum.

Talg wird durch folgendes Experiment erkannt. Man nimmt zweiSchälchen, am besten aus Blech, giebt in das eine von der fraglichen Butter,in das andere reine Tafelbutter, macht durch Schmelzung beide Butterprobenflüssig und legt in jedes Schälchen ein Stück eines dünnen baumwollenen Dochtes, sodass es von dem Fett gehörig durchtränkt ist. Das eine Ende des Dochteshängt man über den Rand des Schälchens. Nach dem Erstarren des Fetteszündet man den Docht an, lässt ihn eine bis anderthalb Minuten brennen undbläst die Flamme aus. Der Dampf aus dem Dochte der mit Talg verfälschtenButter verbreitet den eigenthümlichen stinkenden Geruch eines verlöschendenTalglichtes. Der Dampf aus der Butterfettflamme ist von ganz anderem,keineswegs übelem Gerüche.

4. Die mikroskopische Prüfung lässt die Reinheit einer Markt- oder Tafel-butter, auch mitunter einer Fassbutter, welche keine Schmelzung erfahren hat,erkennen. Man bringt eine Menge Butter von dem Volumen einer halbenLinse auf ein Objectglas, bedeckt sie mit einem Deckgläschen und drückt sie zu

B.

Fig. 157. Butter bei 200 300faclier Vergrösserung.

einer dünnen Schicht aus einander. Die einer Schmelzung nicht unterlegeneButter ergiebt sich bei 200- bis 300facher Vergrösserung als ein Conglomeratrunder und rundlicher Tröpfchen verschiedener Grösse, hier und da mit dencharacteristischen Kochsalzkrystallen durchmischt.

Es giebt eine Menge Anweisungen der Butteruntersuchungen, von denkeine meinen Beifall finden konnte. Vorstehende Anweisung ist diejenige,welche ich in letzter Zeit practicirte und mir auf kürzestem Wege immerbefriedigende Resultate ergab ( Hageb).