Butyrum.
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Butter unter Erwärmung des Gefässes, giebt ungefähr den vierten Theil ihresVolumens warmes Wasser dazu, durchschüttelt und lässt nach Verschluss derFlasche mit dem Kork, die Flasche auf den Kopf gestellt, wiederum zweiStunden im Wasserbade von der oben bemerkten Temperatur sedimentiren,dann erkalten etc.
Die gesammelten wässrigen Flüssigkeiten, welche rothes Lackmuspapiernicht verändern sollen, werden eingedampft, im Sandbade (bei circa 130° C.)trocken gemacht und gewogen. Das Gewicht ist Kochsalz + Case'in, inclusiveSpuren Milchzucker. Wird dieser Rückstand verkohlt, so kann man das Koch-salz daraus mit Wasser extrahiren, die Kochsalzlösung eindampfen, bei starkerHitze austrocknen und wägen.
Das in dem Schmelzgefässe verbliebene starre Butterfett, wird, da dieTara des Gefässes gekannt ist, dem Gewichte nach bestimmt und dann aufseine Reinheit geprüft, nachdem man in zwei bis drei weite Reagircylinder jecirca 5 CC. des Butterfettes abgegossen hat.
Kartoffelmehl, Kartoffelbrei, Getreidemehl, Mohrrübenbrei, Gyps, Thon etc.werden, waren sie vorhanden, mit der von der Butter abgegossenen Flüssig-keit beseitigt sein. Enthält das Butterfett noch davon, so ist dies leicht inder geschmolzenen Butter ersichtlich, denn das reine geschmolzene Butterfettbildet eine ziemlich klare, strohgelbe bis gelbe Flüssigkeit, vielleicht durch ander Wandung des Gefässes hier und da hängende Caseinflocken getrübt. Bietetdas Butterfett dem Auge Verdächtiges, so giebt man zu dem wiederum geschmol-zenen Butterfett ein gleiches Volumen Benzin und lässt an einem lauwarmenOrte sedimentiren, sammelt den Bodensatz in einem vorher in der Wärmetrocken gemachten Filter, wäscht mit warmem Benzin nach etc.
2. Zu etwa 3 CC. des flüssigen Butterfettes, welches man sub 1 in einReagirglas abgegossen hat und hier bis auf die Temperatur des menschlichenKörpers abgekühlt ist, giebt man 4—5 CC. reine concentrirte Schwefelsäureund agitirt sanft, bis Mischung erfolgt. Es entsteht daraus eine gelbe, baldin ein helles Gelbroth übergehende, dickliche, klare oder fast klare Flüssigkeit,welche bei einer Temperatur von 20—25° C. nicht dunkler wird, nach Ver-lauf einer halben Stunde aber erstarrt und ihre Durchsichtigkeit verliert. BeiGegenwart von Ritböl, Schweinefett, Talg ist die Farbe der Mischung anfangsgewöhnlich dieselbe, bald aber tritt unter Selbsterwärmung ein Dunkelwerdenein, so dass nach einer halben Stunde die Mischung dunkelbraunroth oderbraun bis braunschwarz erscheint. Diese Probe dient zugleich zur Unter-scheidung einer Kunstbutter von der reinen Kuhbutter. Um nun zu erforschen,ob das vorliegende Fett überhaupt Butterfett enthält, giebt man der erkaltetenMischung des Fettes mit Schwefelsäure ein anderthalbfaches Volumen Weingeisthinzu und erhitzt im Sandbade. Neben dem sich bemerkbar machenden Schweflig-säuregeruch tritt bei Gegenwart von Butterfett der angenehme Fruchtgeruchdes Butteräthers auf.
3. Wesentlich ist die Bestimmung der Art des Fettes, welches einer Butterzugesetzt ist. Von den billigeren und überhaupt zugänglichen Fetten, welchezur Verfälschung der Butter verwendbar sein können, sind Schweinefett undTalg zu nennen.
Schweinefett würde sich an den besonderen Schweinebratengeruch,welchen die Butter beim Erhitzen über freiem Feuer annimmt, erkennen lassen,ferner theils auch bei der optischen Prüfung (siehe weiter unten).