634
Butyrum.
Bestandteile des Butterfettes sind Ole'in, Butyrin, Capronin, Caprin,Myristin, Palmitin, Stearin, Butin u. a. in wechselnden Verhältnissen. Dasspecifische Gewicht bewegt sich zwischen 0,940 — 0,945.
Die Farbe des Butterfettes ist ein blasses Strohgelb bis Gelb. DerSchmelzpunkt ist kein bestimmter und liegt zwischen 27 und 35° C. (je nachder Jahreszeit der Buttergewinnung und der Fütterung der Kühe), der Erstar-rungspunkt liegt ungefähr bei 20° C.
Das Butterfett mit Luft in Berührung wird ranzig und nimmt einen ent-sprechend widrigen Geruch und scharfen Geschmack an. Es kann daher diesogenannte Fass- oder Kochbutter nicht in den pharmaceutischen Gebrauchgezogen werden.
Colostrum!) litt er. In einigen Gegenden hat die aus dem Colostrum,der unmittelbar nach dem Geburtsgeschäft abgesonderten Milch, dargestellteButter einen Ruf besonderer Heilkräftigkeit, und wird als Hausmittel (blut-und säftereinigendes, äusserlich als Heilmittel von Wunden) gebraucht. DieColostrumbutter ist braungelb, starrer als gewöhnliche Butter, sehr reich anCasein und hat einen schleimigen Geschmack. Sie wird sehr leicht ranzig.
Ski>o butyriiius, Butterseife, ein höchst werthvolles Material zur Opodel-dokbereitung, kommt von guter Qualität in den Handel. Die Bereitung istfolgende:
Irgend ein disponibeles Quantum Butter (frische oder alte) wird überihrem halben Volumen einer Lösung von 5 Th. krystallisirtem Natronhydrat in100 Th. Wasser geschmolzen, damit gehörig durchrührt, eine Stunde imgeschmolzenen Zustande und in der Ruhe erhalten, dann erkalten gelassen.Von der in dieser Weise gewaschenen und gereinigten Butter werden 100 Th.in ein porcellanenes (im Grossen in ein eisernes) Gefäss, mit 65 Th. concen-trirter Aetznatronlauge (1,333 spec. Gew.), verdünnt mit einem gleichen VolumenWasser (oder 100 Th. einer Natronlauge von 1,222 spec. Gew. oder auch diebis auf 80 Th. eingeengte Natronlauge, gewonnen aus 78 Th. kryst. Natron-carbonat, 700 Th. Wasser und 20 Th. Aetzkalk) gegeben und im Wasser-bade unter Agitiren so lange erhitzt, bis ein klarer homogener Seifenleimerlangt ist. Nachdem die Erhitzung im Wasserbade noch eine Stunde fortge-setzt ist, versetzt man den Seifenleim mit einer filtrirten Lösung von 25 Th.Kochsalz und 2,5 Th. krystallisirtem Natroncarbonat in 100 Th.Wasser, rührt noch eine Viertelstunde um und setzt dann zuerst an einenwarmen Ort, später an einen kalten Ort, damit sich die Seife gehörig absondereund erstarre. Die von der Unterlauge gesonderte Seife wird mit Wasser abge-spült, in Stücke geschnitten und an einem lauwarmen Orte getrocknet. Aus-beute circa 120 Th.
Kunstbutter. Die theuren Butterpreise haben die Aufmerksamkeit aufSurrogate der Butter gelenkt, und man hat auch mehrere Vorschriften zurDarstellung solcher Surrogate, welche den Namen Kunstbutter erhaltenhaben, der Oeffentlichkeit übergeben. Alle diese Erzeugnisse sind nur für denalsbaldigen Verbrauch (innerhalb zehn Tagen), nicht aber für die Versendungim Handel geeignet. Diese Vorschriften haben also nur einen Werth für dieDarstellung im Kleinen, also in der Küche der Familie.
Frisch ausgepresstes Rtiböl 0,8 Liter, frischer Rindertalg1 Kilog. (im Sommer 1,25 Kilog.) werden bei gelinder Wärme durch Schmel-zung vereinigt, dann der halberkalteten, aber noch flüssigen Fettmasse 0,2 Liter