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Bismuthum subnitricum.
Aufbewahrung. Das krystallisirte Wismuthnitrat gehört zu den ätzenden,starkwirkenden Arzneistoffen und wird daher in der Reihe derselben in Gläsernmit Glasstopfen aufbewahrt.
Anwendung. Es ist das krystallisirte Wismuthnitrat von Thqmpson gegenDiarrhöe der Phthisiker empfohlen und von Lombakd die Wirkung bestätigtworden. Weiter ist es wohl nicht in Anwendung gekommen. Thompson gabes zu 0,3 in Verbindung mit Magnesia und Gummi Arabicum (also in einerVerbindung, fn welcher es nicht mehr ein Trisnitrat war). In der Pharmacieist dieses Salz das Material zur Darstellung des Wismuthsubnitrats.
II. Bismuthum subnitricum, Bismuthum nitricum praecipitatum, MagisteriumBismuthi, präcipitirtes Wismuthnitrat, Wismuthsubnitrat, basisch salpetersaures AVisinutli-oxyd, Wisuiuthweiss (annähernd 4Bi0 3 ,3N0 5 ,9H0 oder [Bi(N0 3 )] + [BiH 3 0 3 ] 3= 1179).
Darstellung. 100 Th. des krystallisirten Wismuthnitrats werdenin einem Mixturmörser zerrieben, mit 400 Tb. kaltem destillirtem Wasser(15 bis 20° C.) gemischt und dann in 2100 Th. kochend heisses destillirtesWasser, welches sich in einem Porcellangefäss oder einem Glaskolben befindet,eingetragen und das Ganze einige Minuten mit einem Glasstabe umgerührt.Nach dem Erkalten sammelt man den Niederschlag in einem Filter, wäschtihn durch Aufgiessen von höchstens 500 Th. kaltem destillirtem Wasser aus,breitet ihn auf weissen Porcellantellern in dünner Schicht und trocknet ihngeschützt vor Staub, Schwefelwasserstoff und Ammongas an einem lauwarmenOrte, dessen Temperatur 30° C. nicht überschreitet. Ausbeute circa 60 Th.Aus der vom Niederschlage abgegossenen Flüssigkeit sammelt man den inLösung gebliebenen Rest des Wismuths durch Sättigung mit Natroncarbonatals Carbonat.
Die vorstehende Vorschrift zur Darstellung des Wismuthsubnitrats ist dievon der Pharmacopoea Germanica aufgenommene.
Eigenschaften. Das Wismuthsubnitrat ist ein gerucli- und fast geschmack-loses lockeres schneeweisses krystallinisches Pulver, welches aus mikroskopischkleinen, glänzenden, farblosen, rhombischen Prismen besteht. Gegen feuchtesLackmuspapier verhält es sich sauer. Vom Sonnenlichte wird es nicht ver-ändert (am Lichte grau werdendes Wismuthsubnitrat enthält Chlorsilber). Biszu 100° erhitzt verliert es seinen Wassergehalt, weiter erhitzt verliert es ohnezu schmelzen seinen Säuregehalt und wird zu Wismuthoxyd. Die Bestand-teile sind Wismuthoxyd, Salpetersäure und Wasser. Das Verhältniss dieserStoffe in dem Präparate ist nicht immer ein und dasselbe und der Wismuth-oxydgehalt variirt zwischen 79 bis 81 Procent.
Die Temperatur des Wassers, worin die Fällung geschieht, und diejenigedes Wassers, mit welchem das Auswascheil des Niederschlages geschieht, undendlich die Temperatur des Ortes, an welchem operirt wird, sind von Einflussauf den Umfang der Zersetzung des Wismuthnitrats und dem entsprechendauf die Zusammensetzung des Niederschlages.
Aufbewahrung. Das Wismuthsubnitrat wird in gut verstopften Glasge-gefässen aufbewahrt, um es vor dem Einflüsse des Schwefelwasserstoffgases unddes Ammons zu schützen. Durch ersteres Gas wird das Präparat bräunlichbis braunschwarz, und Ammon wird absorbirt und gebunden.
Prüfung. Ob das Wismuthsubnitrat aus kochendheisser, warmer oderkalter Flüssigkeit gefällt ist, beantwortet das Mikroskop. Zwischen- und Ueber-