Druckschrift 
1 (1876)
Entstehung
Seite
611
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Bismuthum subnitrlcum.

gangsformen der hier bildlich angegebenen lassen sich leicht vorstellen. Dasofficinelle: Wismuthsubnitrat muss sich in der 5fachen Menge reiner Salpetersäure(von circa 1,180 spec. Gew.) unter Erwärmen leicht ohne alles Aufbrausen

W.Wn

Fig. 151.Wismuthsübnitrat aus kalterFlüssigkeit (von 15° C.) gefällt.120fache Yergr.

Fig. 152.Wismutbsubnitrat aus warmerFlüssigkeit (von CO 0 C.) gefällt.120facbe Yergr.

Fig. 153.Wismuthsübnitrat aus kochentl-heisser Flüssigkeit gefällt(das officinelle Präparat).120facbe Yergr.

auflösen, gegenfalls enthält es kohlensaure Verbindungen oder Stoffe, welchenicht in Salpetersäure löslich sind (Schwerspatli, Talkstein). Diese stark saureAuflösung wird mit dem 4 öfachen Volumen destillirtem Wasser verdünntund filtrirt. Das Filtrat darf weder dureh Silbernitratlösung, noch durchBarytnitratlösung und Natronsulfatlösung eine Fällung erleiden, widrigenFalles ist es mit Chlor-, Schwefelsäure- und Bleiverbindungen verun-reinigt. Eine kleine Menge des Präparats (circa 1,0 Gm.) mit einer zehnfachenMenge verdünnter Essigsäure gekocht, die Abkochung abgegossen und mitSchwefelwasserstoffwasser ausgefeilt, giebt ein Filtrat, welches in einem Por-cellanschälchen abgedampft keinen Rückstand hinterlässt (Kalkerde, Ma-gnesia). Eine dritte kleine Menge darf mit Aetzkalilauge Übergossen keineoder doch nur in unwesentlicher Menge Ammondämpfe ausgeben (durcheinen mit Essigsäure benetzten Glasstab, welchen man der Mischung nähert,zu erkennen. Salzsäure statt der Essigsäure reagirt zu scharf). Da das Prä-parat auch trocken an der Luft liegend aus dieser Ammon begierig aufnimmt,so wird es immer Spuren Ammon enthalten. Die mit der Kalilauge ifber-gossene Probe wird mit Wasser verdünnt auf ein Filtrum gegeben und dasFiltrat mit Schwefel wasserstoffwasser versetzt. Eine Färbung oder Trübungzeigt eine Verunreinigung mit Blei, Eisen, Zink an. Behufs Prüfung aufeine Verunreinigung mit Arsen erhitzt man eine kleine Menge des Präparats(circa 0,5) mit gleichviel (1520 Tropfen) conc. Schwefelsäure, bis alleSalpetersäure verdampft ist, nimmt dann den salpetersäurefreien Rückstandmit circa der lOfachen Menge verdünnter arsenfreier Schwefelsäure auf, ver-setzt mit etwas (1,0) reinem Natriumchlorid und einigen Stücken reinen Zinksund verfährt nach der II AGKR 'schen Methode, wie sie unter Arsen (S. 494)angegeben ist.

Anwendung. Das Wismutlisubnitrat wird zu 0,10,51,02,0 Gm. undmehr pro dosi in spastischen Leiden, wie Epilepsie, Magenkrampf, Krampf-

39*