Belladonna.
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•J 1 Tinctura Be 11 adonnae (Pharmacopoeae Germanicae), Tinctnra BelladonnaeU lierbil recente, wird, wie folgt, bereitet: 1000,0 frische Blätter undAestchen von der blühenden Belladonna gesammelt werden in einemsteinernen Mörser zerstossen, dann mit 1200,0 Weingeist acht Tage macerirt,ausgepresst und die Colatur filtrirt. Diese betrage mindestens 1500,0. Einebraungrüne Tinctur. Sie wird vor Licht geschützt in der Reihe der stark-wirkenden Arzneistoffe mit Vorsicht aufbewahrt.
Die Belladonnatinctur wird zu 0,25 — 0,5—-1,0 Grm. (oder 6—12—25Tropfen) zwei- bis viermal täglich gegeben. Maximal-Einzelgabe 1,0 Grm.oder 25 Tropfen, Maximal-Gesammtgabe auf den Tag 4,0.
Unguentum Belladonnae (Pharmacopoeae Germanicae). 1,0 ExtractumBelladonnae wird mit zehn Tropfen verdünntem Weingeist zerrieben und mit9,0 Unguentum cereum bestens gemischt. Diese Salbe wird für den jedes-maligen Gebrauch bereitet, also nicht vorräthig gehalten.
$ II. Radix Belladonnae, Belladonnawnrzel. Die getrocknete Wurzel. Diefrisch fleischige, ziemlich lange Wurzel ist nach dem Trocknen bis zu 5 Ctm.dick, längsrunzelig und nur hie und da findet sich eine Querleiste. Die Stückeder gespaltenen trocknenWurzel sind meist etwasnach rückwärts bogenförmiggebogen. Aussen ist dietrockne Wurzel gelbgrauoder blassbräunlich, innenschmutzig weisslich oderweisslich blassgelb. BeimZerbrechen der guttrocknen Wurzel bemerktman ein Stäuben unddie Bruchfläche ist nichtfaserig.
Der Querschnitt derHauptwurzel zeigt eine un-deutlich strahlige Rinde von1 I 1 Dicke der Wurzel, einengelblichen porösen Holzringmit linienförmigen Markstrahlen, ein grosses schwammiges oft auch hornartigesMark mit zerstreuten gelben Gefässbündeln. Die Wurzeläste zeigen im Quer-schnitt eine verhältnissmässig dickere, nach innen etwas dunklere Rinde, durcheinen dunkleren Kambiumring vom Holze getrennt, gelbliche, poröse, durchschmale Markstrahlen getrennte Gefässbündel des Holzes, welche im Mittelpunktzu einem centralen Bündel vereinigt sind, kein Mark. Der Geschmack istsüsslich, hinterher kratzend.
Eine geschälte Wurzel war früher auch im Handel, soll aber nichtgehalten werden.
Einsammlung und Aufbewahrung. Die jüngere Wurzel ist die atropin-reichere. Je nach der Jahreszeit der Einsammlung ist auch die Wurzel nachConsistenz verschieden. Im Frühjahr und bei Beginn der Blüthe gesammeltist sie innen mehr hornartig (zuckerhaltiger oder gummireicher), im Herbstgesammelt innen mehr weiss und mehlig (stärkemehlhaltiger). Da von der
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Fig. 147. Radix Belladonnae. I. Querdurchschnittfläclie der Haupt-wurzel, 2mal vergr. (Lupenbild), 2. eines Wurzelastes, 2mal vergr.3. Parenchyrozelle mit Stärkemehl, iOOmalige Vergr. r Rinde,h Holz, m Mark, s Stärkemehlkügelc-lien.