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Belladonna.
Empla st rum Bella donn ae, Belladonnapflaster. 100,0 altes gelb es Wachs,12,5 Lärchenterpenthin, 12,5 Colophon und 25,0 Olivenöl werdenunter Umrühren geschmolzen und, wenn sie bis auf circa 70° C. abgekühltsind, mit 50,0 feingepulverten Belladonnablättern gemischt undgehörig agitirt. Nach dem völligen Erkalten werden cylindrische, circa 2 Ctm.dieke Stäbe daraus geformt. Das Ausrollen geschieht unter Beihilfe vonOlivenöl. Feuchtigkeit muss sorgsam fern gehalten werden. Diese Pflaster-mischung schimmelt so leicht nicht, besonders wenn sie über oder neben Aetz-kalkstücken aufbewahrt wird.
Das Belladonnapflaster der Pharmacopoea Germanica, welches aus 4 Th.Wachs, 1 Th. gemeinem Terpenthin, 1 Th. Olivenöl und 2 Th.Pulver der Belladonnablätter bereitet ist, beschlägt beim Aufbewahren,trotz aller Vorsicht, mit Schimmel. Ein mit Schimmel bedecktes Pflaster istkeineswegs als verdorben anzusehen. Es genügt das Abreiben des Schimmels.
Einplastrnni Extracti Belladonna« der Französischen Pharmakopoeist ein Gemisch aus 9 Th. (weingeistigem) Bellado nna-Extract mit einemGemisch aus 2 Th. Elemi und 1 Th. weissem Wachs.
Extractuin Belladonna«, Tollkirschenextract, Belladonna-Extract. 100 Th.
frische Blätter und Aestchen von der blühenden Belladonna gesammeltwerden zerschnitten, mit 5 Th. Wasser besprengt, in einem steinernen Mörserzu einem Brei zerstossen und ausgepresst. Der Pressrüekstand wird nochmalsmit 15 Th. Wasser gemischt und ausgepresst. Die Colaturen werden gemischt,bis 80° C. erhitzt, heiss colirt, dann im Dampfbade bis auf 10 Th. eingeengt,mit 10 Th. Weingeist gemischt, 24 Stunden bei Seite gestellt, bisweilendurchschüttelt, nun durch Leinwand colirt und der im Colatorium bleibendeRückstand gut ausgepresst. Dieser Rückstand wird mit 5 Th. verdünntemWeingeist zerrieben und aufs Neue ausgepresst. Die Colaturen werdengemischt, filtrirt und endlich in der Wärme des Dampfbades, welche 70° C.nicht überschreitet, bis zur dickeren Extractconsistenz eingedampft.
Darstellungszeit: Juni und Juli. Ausbeute: 3,5 — 4 Proc. des frischenVegetabils.
Viele Apotheker, welche in Gegenden wohnen, wo die Belladonna häufiggefunden wird, besorgen das Auspressen des frischen Saftes und schickendiesen in Fässer gefüllt an entfernt wohnende Apotheker. Damit der Saft unver-ändert an seinem Bestimmungsorte ankommt, versetzt man ihn mit einem halbenProcent Aether. Da 100 Kilog. der frischen Belladonnablätter und Aestchennach Zusatz von 20 Kilog. Wasser circa 70 Kilog. Saft liefern, so würdenauf diese Menge ein Zusatz von 350 Gramm Aether ausreichen, den Saft ingut geschlossenem Holzfasse auf vier Wochen in der wärmeren Jahreszeit zuconserviren.
Das Belladonnaextract ist dunkelbraun, in Wasser mit brauner Farbefast klar löslich. Es wird in porcellanenen Büchsen in der Reihe der stark-wirkenden Arzneimittel vorsichtig aufbewahrt.
Anwendung. Das Belladonnaextract wird innerlieh und äusserlich ange-wendet. Man giebt es zu 0,02 — 0,05—0,08 zwei- bis viermal täglich. DieMaximal-Einzelgabe ist 0,1, die Maximalgesammtgabe auf denTag 0,4. Das Extract der Oesterreichischen Pharmakopoe ist ausder Wurzel bereitet und daher atropinreicher. Die Maximalgaben diesesletzteren Extracts sind demnach halb so gross (0,05, resp. 0,2).