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1 (1876)
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582
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Belladonna.

Wurzel die Eigenschaft gefordert wird, beim Zerbrechen zu stäuben, so könnte nurdie im Herbste gesammelte als officinelle gelten. Da sich ferner aus Schkoff'sUntersuchungen herausstellt, dass die Belladonnawurzel zur Zeit der Bliitheund Fruchtbildung am atropinreichsten ist, so sollte nur die im Juli undAnfangs August gesammelte Wurzel die officinelle sein. 8 Th. frischer Wurzelgeben fast 3 Th. trockne.

Die Pulverung der Belladonnawurzel führt man in der Weise aus, dassman die geschnittene trockne Wurzel zuerst in einem Siebe oder auf Papierausgebreitet 2 Stunden hindurch im Trockenschranke einer Temperatur vonhöchstens 35° C. aussetzt, dann den Staub absiebt und soweit in Pulver ver-wandelt, bis ein nur weisses, aus Holzfasern bestehendes Residuum verbleibt,welches weggeworfen wird. Der Stösser hat beim Pulvern Mund, Nase undAugen zu schützen. 100 Th. der geschnittenen Wurzel geben circa 80 Th.feines Pulver aus. Dieses ist weisslich und von geringerem Gerüche als dasPulver der Blätter.

Die Belledonnawurzel wird sowohl geschnitten, als auch als grobes undfeines Pulver in gut verstopften Glasflaschen, die geschnittene Wurzel auchin Blechgefässen, vor Licht geschützt in der Reihe der narkotischen Vegeta-bilien oder in der Reihe der starkwirkenden Arzneistotfe aufbewahrt.

Bestandteile sind Atröpin (0,3 Proc.; in der jüngeren Wurzel bis circa0,5 Proc.), Atropasäure, mit Jod sich blaufärbendes Stärkemehl, Zucker, Gummi,Eiweiss etc. Huebschmann hat in der Belladonnawurzel noch ein zweites nichtkrystallisationsfähiges Alkaloid, Belladonnin, und einen rothen Farbstoff,A t r o s i n , angetroffen.

Verwechselt kann die Wurzel werden mit der vonLappa ofßcinalis Allione . Rinde und Holz der Wurzel strahlig,

wird durch Jod gelb gefärbt.

Inula Helenium Linn . Rinde der Wurzel im Querschnitt

strahlig, fester. Geschmack gewürz-haft. Wird durch Jod gelb gefärbt.Althaeä ofßcinalis Linn . Holz der Rinde weiss und strahlig,

sehr schleimreich. Bruch faserig.Malva silvestris Linn . Mark und Rindenschicht ziemlich gleich

dick und im Bruche faserig.

Anwendung. Die Wirkung der Belladonnawurzel gleicht derjenigen derBelladonnablätter, ist aber fast doppelt so stark. Man nimmt die Belladonna-wurzel zu 0,02 0,05 0,1 einige Male am Tage. Stärkste Einzeldosis 0,1,stärkste Gesammtdosis auf den Tag 0,4.

(1) Acetmn Belladonnae. Misce, ut fiat pulvis , qui cum aqua

addita in massam redigatur. Fonnentur

ifc Foliorum Belladonnae concisorum candelae quinque, quae loco tepido sic-

Spiritus Vini ana 10,0 centur.

Aceti puri 90,0.

Macera per tres dies, tum exprimendo . ,, , , , ...

cola. Colaturae filtratäe sint 100,0. < 3 ) Catapla^antartliriticnin

(2^i Candelae Bolladonnae. * , ! Iic ? e P anis conc!sae 150,0.

An un de

Foliorum Belladonnae 20,0 Aquae calidae 50,0.

Kali nitrici 10,0 , Digere per horam et saepius agita.

Rndicis Althaeae q. s. Pulti admisce liquorem paratum ex