Belladonna.
579
Scopolia Carniolica Jaquin.
Synon. Scopolina atropo'ides Schul-te s, Hyoscyamus Scopolia Linn.
Solanum niqrum Linn.
Gestielte, völlig unbehaarte, schmälereund weit hellere Blätter.
Gestielte, kaum halb so grosse, mehroder wenig buchtig gezähnte Blätter.
Einsammlung und Aufbewahrung. Die Blätter werden im Juni und Juligesammelt, nach gehöriger Prüfung mit Sorgfalt und schnell, ohne die Wärmevon 30° C. zu überschreiten, unter Abschluss des Lichtes getrocknet und als-bald in gut verkorkten gläsernen oder blechernen Flaschen sowohl geschnitten,als auch gröblich und höchst fein gepulvert in der Reihe der starkwirkendenArzneistoffe vor Licht geschützt aufbewahrt. 7 Th. frische Blätter geben 1 Th.trockne. Geschieht die Trocknung zögernd oder bei nasser Witterung oderbei stärkerer Wärme, so zeigen die Blätter eine braune obere und eine grün-lich-graue untere Fläche. Die Blätter der im August aus dem blühenden inden fruchttragenden Zustand übertretenden Pflanze sollen am heilkräftigstensein (v. Schroff).
Die Pharmacopoea Germanica fordert die Einsammlung der Blätter vonder auf den Gebirgen des mittleren und südlichen Europas wildwachsendenBelladonnastaude. Demnach scheint sie die Blätter der in Laubwäldern innicht gebirgigen Gegenden vorkommenden Staude für minder wirksam zu halten.Hierüber liesse sich allerdings streiten.
Das Pulver darf nur aus den frischgetrockneten Blättern oder doch ausden Blättern der jüngsten Einsammelung (also im August oder September)bereitet werden. Die Blätter werden dicht vor der Pulverung nicht länger als1 1 j, L Stunde einer Wärme von höchstens 35° C. ausgesetzt und dann soweit inPulver verwandelt, dass ein Residuum von circa 1 / 5 des Blätterquantums ver-bleibt, welches verworfen wird. Der Stösser bat Mund, Nase und Augenzu masquiren.
Bestandteile. Bkandes fand in 2000 Th. Belladonna - Blättern: 30,25äpfelsaures Atropin; 12 kleesaures Kali; 5,5 äpfelsaures Kali, äpfelsaureKalkerde, salpetersaures Kali, Chlorkalium mit Spuren von kleesaurem Kaliund Atropin; 5 äpfelsaure Bittererde mit Spuren von kleesaurer Kalkerde;104,75 kleesaure Kalkerde mit phosphorsaurer Kalk- und Bittererde; 12 äpfel-saure Kalkerde; 6 salpetersaures Kali; 4 Chlorkalium; 5 schwefelsaures Kali,Amnion, Essigsäure und Aepfelsäure; ferner Asparagin, nach Huebschmannnoch einAlkaloid, welches Belladonnin genannt wurde. Frische Belladonna-blätter geben circa 50 Procent Saft aus.
Anwendung. Belladonnablätter, wie das ganze Kraut der Belladonna sindheftige Narcotica. Gegengifte sind Emetica, Kaffee, Opium, Morphin, Kampfer.
Die Belladonna wird äusserlich und innerlich, besonders bei Nervenkrank-heiten, wie Keuchhusten, Epilepsie, krampfhaften Leiden der Schlund- undSpeiseröhre, der Harnorgane, verschiedenen Neurosen, ferner beim Unvermögenden Harn zu halten, Nierenkoliken, verschiedenen Hautkrankheiten, aber auchbei Entzündungen der Augen und in allen Fällen, wo eine Erweiterung derPupille erforderlich ist, etc. angewendet. Innerlich giebt man sie zu 0,05 —0,1—0,2 allmälig steigend. Die stärkste Dosis normirt die PharmakopoeaGermanica zu 0,2, die Gesammtdosis auf den Tag zu 0,6 Gm. Zu Augen-bähungen verwendet man 3,0—5,0 auf 100,0 Wasser; zu einem Klystir 0,3—0,5 — 1,0! (auf 100,0 Wasser), zum Ivataplasma 1 auf 10 Semen Lini; zuFomentationen, Yaginalinjectionen 1,0—2,0—4,0 auf 100,0 Wasser.
37*
mm
i
ii'JHjfJ' -'U IfSicsS !!st v
"H '!
.V
ik i
. k
filf •
f ;:
Hü
muß- '•
r .Ii
• M' jjSj . jjjo •• j; 1'v j' f., 4 i
Pffti ' . fJ
" h ir^ri /