Balsamum Copaivae.
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ist behauptet worden, dass die Wirkung eine getheilte sei. Das Harz solldurch die Harnwege gehen und daher auf die Sehleimabsonderungen derselbenwirken. Das ätherische Oel soll durch die Haut uud die Schleimhäute derRespirationsorgane abgeschieden werden. Daher der eigenthümliche Geruchdes Athems und des Schweisses. Starke Gaben verursachen Ekel, Kolik,Purgiren uud andere Zufälle. Gesclimackscorrigentien sind Pfefferminzöl oderChloroform (zu l°/o zugemischt). Ambesten lässt sich der Balsam mit warmemKaffee (Kaffeeaufguss) nehmen. Man giebt ihn 3 — 4mal täglich zu 0,5 —1,0—2,0 oder zu 12— 25 — 50 Tropfen bei chronischen Lungenkatarrhen,bei Nieren- und Harnsteinen, besonders bei Tripper. Aeusserlich dient er alsZusatz zu Wundheilmitteln und Einreibungen bei Scabies. In der Technikdient der Copaivabalsam häufig als Zusatz zu Lacken und Firnissen, damitdiese weniger rissig trocknen.
Zur Darstellung von Pillen aus Copaivabalsam wendet man ein kaltes,durch gelinde Schmelzung aus Cera flava und Balsam. Copaiv. bereitetes Ge-misch (vergl. Balsamum Copaivae ceratum) oder den solidificirten Balsam(vergl. Balsamum Copaivae Magnesia solidificatum) au.
€apsu 1 ae gelatinosae Balsamo Copaivae repletae, Capsules gelatineusesau Baume de Copaliu ( Mothes ) enthalten im Stück circa 0,5 Balsam. Diesesind unbedingt die beste Form der Darreichung. Eine kleine Schachtel, worinsie gewöhnlich eingeschlossen in den Handel kommen, enthält 12 Stüek derCapsules.
Prüfung. Der Copaivabalsam ist vielen Verfälschungen unterworfen,besonders mit fetten Oelen, Terpenthiuöl, Sassafrasöl, Gurjunbalsam, Vene-di8ehem Terpenthin.
Fettes Oel. Zur Erkennung desselben giebt man in ein kleines porcel-lanenes Schälchen mit flachem Boden oder in ein Uhrglas 5—10 Tropfen desBalsams, stellt dasselbe auf den kleinen Glühring einer Berzeliuslampe underwärmt es in weitem Abstände von der Flamme, so dass eine geringe Ver-dampfung des Balsams stattfindet, oder man erhitzt im Sandbade bei circa 110bis 120° C. Nach Verlauf von 15—-20 Minuten, wenn das Dampfen aufhört,lässt man erkalten. Ein guter Balsam hinterlässt einen harten spröden Harz-rückstand, ein mit einem fetten Oele verfälschter einen schmierigen oder kleb-rigen, welcher auch nicht spröde wird, wenn er aufs Neue 10 Minuten langin gleicher Weise (110—120° C.) erhitzt wird.
Terpenthinöl und Venedischer oder wasserfreier Terpenthinsind beliebte Verfälschuugsmittel. Man giebt 2—4 Tropfen Balsam auf einStück starken Fliesspapiers und hält dieses über einer kleinen Weingeistflammeso entfernt, dass es nur schwach erwärmt wird und aus dem Balsam keinesichtbaren Dämpfe aufsteigen. Zuerst verdampft Terpenthinöl, dessen Geruchunverkennbar von dem des Balsams absticht. Für denjenigen, dessen Geruchs-werkzeuge wenig scharf sind, ist folgende Probe geeigneter: In ein porcellanenesSchälchen gebe man 5 — 6 Tropfen Wasser und circa 5 — 7 CC. des Balsamsund rühre dann soviel präparirte Bleiglätte darunter, dass eine dicke, kaumfliessende Masse entsteht. Aus dieser Masse entwickelt sich (bei 20 — 25° C.Temperatur) vorwiegend der specifische Terpeuthinölgeruch, selbst wenn derBalsam noch unter lOProc. Vened. Terpenthin enthält. Auch eine annähernd quan-titative Bestimmung ist, wie es scheint, möglich. Man giebt in ein Porcellan-scliälchen 5,0 Balsam, 8 —10 Tropfen^Wasser und 15,0 jBleiglätte, mischtund erwärmt unter Umrühren im Sandbade circa '/i Stunde und überlässt dann
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