Druckschrift 
1 (1876)
Entstehung
Seite
548
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

548

Balsamum Copaivae.

das Gemisch mehrere Stunden der Wasserbadwärme. Die 'nach dem Erkaltenharte Masse wird zerrieben und mit Benzin ausgekocht, der Auszug im Sand-bade eingedampft, der trockne Rückstand mit 90proc. Weingeist Übergossenund mehrere Stunden bei 30° maeerirt. Der filtrirte Weingeistauszug einge-dampft hinterlässt bei unverfälschtem Balsam ungefähr 0,20,3 eines trocknenharzartigen Rückstandes, welcher mit verdünnter Kalilauge erwärmt nach demErkalten ein Filtrat giebt, welches mit Schwefelammonium geprüft sich ent-weder bleifrei zeigt oder sich wegen einer Spur Bleigehalt um ein geringesdunkler färbt. Bei Gegenwart von Terpenthin enthält der weingeistige Ver-dampfungsrückstand circa :1 / 4 des dem Balsam zugemischten Terpenthinharzes,und dieser mit verdünnter Kalilauge behandelte Rückstand giebt ein alkalischesFiltrat, in welchem Schwefelammonium einen bedeutenden braunschwarzenNiederschlag erzeugt. Es ist also die Terpenthinharzbleiverbindung in Benzinund in Weingeist löslich, beinahe nicht aber die entsprechende Verbindung ausdem Copaivaharze.

Sassafrasöl ist in Nordamerika ein sehr übliches Verfälschungsmitteldes Copaivabalsanis. Man mischt in einem Reagirglase circa 1 CC. des Balsamsmit 2 CC. reiner conc. Schwefelsäure und, nachdem das Gemisch abgekühltist, verdünnt man mit 20 CC. Weingeist. Die Durchmischung bewerkstelligtman leicht durch Umgiessen aus einem Reagirglase in das andere. Es erfolgteine ziemlich dunkel braunrothe Flüssigkeit, welche man über einer Wein-geistflamme bis zum Kochen erhitzt und bei Seite stellt. Nach 5 bis 10Stunden erscheint die Farbe der Flüssigkeit bedeutend dunkler mit einem Stichins Violette, ähnlich dem dunklen Kirschsafte ( Hager).

Beim Mischen des reinen Balsams mit dem doppelten Volum eonc. Schwefel-säure findet dieselbe starke Erhitzung statt, das Gemisch hat dieselbe Farbe,aber nach dem Abkühlen mit dem Weingeist gemischt erhält man eine milchigtrübe, grau gelbliche oder blass röthlich gelbe Flüssigkeit, welche beim Auf-kochen gelb, klar und durchsichtig wird. Auf dem Boden des Reagirglasesbleibt die schwefelsaure Harzverbindung ungelöst. Mit Sassafrasöl vermischterCopaivabalsam wurde mehrmals im europäischen Handel angetroffen.

Gurjunbalsam ist leicht zu erkennen, wenn man 1 Volumen desCopaivabalsams mit einem 4Öfachen Volumen Petroläther mischt. Es erfolgtbei Gegenwart des Gurgunbalsams eine starke Trübung und in mehrerenMinuten bildet sich ein voluminöser leichter Bodensatz, welcher erst nach einemTage Ruhe eine dichte Form annimmt. Bei reinem Maracaibobalsam findetsich erst nach vielen Stunden ein den Boden des Reagirglases wie Staubbedeckender Bodensatz ein. Beigemischter Guijunbalsam ist möglicher Weiseauch an den mikroskopisch kleinen Gurjunsäurekrystallen zu erkennen, jedochfindet man diese Krystalle zuweilen auch im Maracaibobalsam vertreten.

Oleum Copaivae, Kopaivaöl, das durch wässrige Destillation aus dem Copaiva-balsam abgeschiedene flüchtige Oel. Es ist farblos oder gelblich, dünnflüssig,neutral, von scharfem Geschmack und gewürzhaftem Geruch. Das aus demParabalsam gewonnene Oel verpufft nicht mit Jod. Spec. Gew. 0,880,91.Es ist in 40 60 Th. 90procentigem Weingeist, in jedem Verhältniss in Aether,Schwefelkohlenstoff, Chloroform löslich. Siedepunkt circa 250° C. Diechemische Zusammensetzung des Oeles entspricht der des Terpentbinöls, demes auch in seinem chemischen Verhalten ähnlich ist.

Eine Verfälschung mit Terpenthinöl oder den ätherischen^ Oelen derWestindischen Balsame wird durch die Jodreaktion erkannt, eine Verfälschungmit Weingeist durch die Natriumprobe (vergl. unter Olea aetherea).