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Balsamum Copaivae.
Vieharznei. Mit dem frischen Kraute oder dem frischen Safte bereibt manim Sommer Pferde |Und Kinder, um sie vor Fliegen und anderen lästigenInsecten zu schützen.
Balsamum Copaivae.
Copaifera multijuga Hayne, C. coriacea Martius und andere Copaivera-Arten, im wärmeren Amerika heimische Bäume, zu der Familie der Caesalpinia-ceen gehörend.
Balsamum Copaivae, Balsamum (lopaibae, Kopaivabalsam, der aus Ein-schnitten oder Bohrlöchern in die Stämme der erwähnten Bäume ausfliessendeBalsam. Dieser ist eine klare und durchsichtige, gelbliche oder bräunlichgelbliche, wie fettes Oel fliessende Flüssigkeit von bitterlichem, anhaltendbrennendscharfem Geschmacke und eigenthümlichem, gewissermaassen aroma-tischem Gerüche. Specifisches Gewicht 9,930 bis 0,990. Im Handel unter-scheidet man hauptsächlich zwei Sorten:
1. Brasilianischer Copaivabalsam, Para-Balsam, aus der Brasi-lianischen Provinz Para kommend, ist die vorzüglichste Sorte. Sie ist dünn-flüssiger als Olivenöl, sehr klar und blassgelb. Sie ist an ätherischem Oelereichhaltiger als der aus dem Freistaate Colombia in Südamerika kommendeMaracaibo-Balsam. Diese geringer geschätzte Waare ist dickflüssiger, harz-reicher und bräunlichgelb oder goldgelb.
2. Der Westindische oder Antillen-Balsam kommt selten nachDeutschland und gilt auch nur als eine geringe Handelssorte. Er ist dick-flüssig, mehr oder weniger trübe und von terpenthinartigem Geruch.
Eigenschaften eines guten offlcinellen Copaivabalsams. Ein solcher ist vonder Consistenz eines dünnflüssigen fetten Oeles, von gelblicher oder gelber oderbräunlich-gelber Farbe, klar und durchsichtig, riecht eigenthümlich durchdringend,nicht unangenehm. Der Geschmack ist bitterlich, ölig, schwach gewürzhaft,hintennacli scharf und brennend und bleibt lange auf der Zunge, besondersaber am Hintertheile des Gaumens zurück. Der Balsam ist mit Benzin, Petrol-äther, Schwefelkohlenstoff, Chloroform, Amylalkohol, (2 Th.) wasserfreiem Wein-geist in jedem Verhältnisse klar mischbar und giebt damit klare Flüssigkeiten.Bei schlechter Aufbewahrung in nicht dicht verschlossenen Gefässen oder ansonnigem Orte nimmt der Balsam an Consistenz zu, wird zäher, trübe, undsein Geruch wird schwächer. Das spec. Gew. des Balsams ist nicht ein be-stimmtes und schwankt je nach dem Gehalte an ätherischem Oele zwischen0,93 und 0,98. Ein alter Balsam geht noch über diese Eigenschwere hinausund erreicht selbst die Eigenschwere des Wassers. Ein solcher Balsam istjedoch verwerflich.
Mit 1 I 3 seines Volumens 1 Oprocentiger Aetzammonflüssigkeit oder concen-trirter Kalilauge giebt er gewöhnlich eine klare Mischung, welche in 90pro-centigem Weingeist klar löslich ist. 1 Th. gebrannte Magnesia liefert mit30—40 Th. Balsam eine klare flüssige Mischung, mit 8 —10 Th. Balsamaber eine seifenartige allmälig plastisch werdende Masse. Dieses letztere Ver-
H a g e r , Pharmac, Praxis. I. 35