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1 (1876)
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508
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Asellus.

Thranes mit einem fixen Aetzalkali und Einäschern der Seife gefunden werden.Ausserdem enthält der Tliran Spuren Pliosphorsäure, Schwefelsäure, Kalkerde,Magnesia, Natron.

Aufbewahrung. Der Leberthran gehört zu den trocknenden fetten Oelen,er hat also schon desshalb grosse Begierde, mit Luft in Berührung sich zuoxydiren und ranzig zu werden. Man hält ihn daher in völlig gefüllten, dichtmit Korken verstopften und tectirten Flaschen an einem kühlen und dunklenOrte. Die Flaschen sollten die Grösse von 2 Litern nicht übersteigen. Nöthigwerdende Filtrationen nimmt man ebendaselbst in bedeckten Deplacirtrichternvor, deren Ausflussrohr mit einem ausgetrockneten Filzstopfen oder einem sieb-förmig durchbohrten Kork, mit gut ausgetrocknetem Fliesspapier überzogen,geschlossen ist. Hat man ihn in Originalfässern zugeschickt erhalten, so lässtman ihn in diesen 3 4 Wochen hindurch absetzen und zapft ihn klar in dievöllig reinen und mit neuen Korken zu versehenden Standgefässe ab. Dentrüben Rest durchschüttelt man mit circa 2 Proc. gut ausgetrocknetem weissemBolus oder weissem Thone, lässt einige Tage bei geschlossener Flasche absetzenund filtrirt durch Filz.

Prüfung. Der Leberthran ist vielen Verfälschungen ausgesetzt und zwarmit Thranen von anderen Seethieren, mit Rüböl und anderen Pflanzenölen,Colophon etc. In Norwegen soll es Orte geben, wo künstliche Leberthranewie wo anders künstliche Weine fabricirt werden. Der gute, nicht zu dunkleLeberthran giebt, mit concentrirter Schwefelsäure vermischt, zuersteine violette Färbung, welche alsbald ins Braunrothe, zuletzt ins Schwarzeübergeht. Diese Färbung hat ihren Grund in den Gallenbestandtheilen desaus der Leber bereiteten Fettes. Thransorten dagegen, welche nicht Leber-thran sind, zeigen beim Vermischen mit Schwefelsäure die violette Färbungnieht. Die Probe wird in der Art gemacht, dass man in ein Uhrgläschen,welches man auf ein weisses Papier gestellt hat, ungefähr 10 Tropfen Leber-thran giesst und in diesen 2 bis 3 Tropfen Engl. Schwefelsäure bringt. Rührtman nun langsam mit einem Glasstäbchen, so färbt sich der Leberthran, woer mit der Säure gemischt wird, braunroth, umgeben mit einem 2 3 Millim.breiten violetten Rande und wird dann roth. Ist die violette Färbung unbe-deutend oder der violette Rand wenig in die Augen fallend, so liegt ein ge-mischter Leberthran vor. Die Verfälschung mit Rüböl wird durch diese Probenicht erkannt, weil dasselbe häufig eine ähnliche Reaction hervorbringt. Dader Leberthran zu den trocknenden Fetten gehört, so lassen sieh durch dieElaidinprobe leicht nicht trocknende Fette, wozu auch das Rüböl gehört, darinerkennen. In ein Probirgläschen bringt man gleiche Volumina Leberthran undreine offic. Salpetersäure (circa 3 CC.) nebst einigen Kupferblechschnitzeln undschüttelt durcheinander. Je nach der ursprünglichen Färbung des Leberthranswird die Fettschicht in den ersten zwei Stunden weissgelblich oder bräunlicherscheinen und dann in der Ruhe ein gelbrothes oder röthlichbraunes, durch-sichtiges, flüssiges Oel bilden. Bei Gegenwart von nicht trocknenden Oelen(Rüböl, Specköl, Sesamöl, Baumwollensamenöl) werden sich im letzteren Zeit-maasse oder 10 bis 20 Stunden später starre Elaidinkörper in der Fettschichtbilden, oder es entsteht eine dickflüssige, nicht total durchsichtige Fettschicht.Zeigt diese in der ersten halben Stunde der Reaction eine schöne rothe Farbe,so liegt eine Verfälschung mit Sesamöl vor. Endlich wird eine Portion Leber-thran mit dem zweifachen Volum verdünntem Weingeist durchschüttelt, durchein mit Weingeist genetztes Filter gegossen und das weingeistige Filtrat ein-gedampft. Bei einer Verfälschung mit Harz bleibt dieses zurück. Man darf