Artemisia.
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Schnittfläche der Nebenwurzel ergiebt eine dicke blassbraune Rinde, durch einedunkle Kreislinie von dem weissen porösenHolze getrennt. Ausserhalb dieser Linie findensich im Umfang derselben in gleichen Distancen3 — 6 Gruppen braunrother Balsamgänge. DerGeschmack der Wurzel ist siisslich scharf, derGeruch nicht angenehm.
Einsammlung und Aufbewahrung. Diefrische, im Herbst oder Frühjahre gegrabene, imSchatten oder bei sehr gelinder Wärme getrock-nete, von den holzigen Theilen befreite Wurzelder älteren Pflanze ist angeblich die wirk- ri g . 133.
samste. Sie soll selbst, um ihre Wirksamkeit
nicht zu vermindern, nach dem Ausgraben d « r Nebenwurzel, natiri. Gr. — 3. Die-• 1 . -« 1 * 1 , -j , , selbe dreimal, vergr. r Rinde, h Holz,
nicht durch Abwaschen, sondern nur durch m Mark, b Baisamgänge.
Abklopfen und Bürsten von dem anhängenden
Staube und Sande befreit werden. Die von dem Wurzelstock, etwaigen Aus-läufern und den morschen Wurzeltheilen befreiten Nebenwurzeln werden nachdem Trocknen alsbald in Gefässen oder Flaschen von Weissblech aufbewahrt.Man hält sie geschnitten und als feines Pulver vorräthig. Alljährlich werdendie Wurzeln frisch eingesammelt, der vorhandene Vorrath weggeworfen.
Pulverung. Nur die frisch gesammelten und gereinigten, zuerst an einemtrocknen Orte, dann einige Stunden an einem lauwarmen Orte getrocknetenWurzeln liefern ein wirksames Pulver. Der bei der Pulverung als Remanensbleibende Holzkörper wird verworfen. Das Pulver wird in gut verkorktenGlasflaschen, nicht über ein Jahr, aufbewahrt.
Bestandteile. Hummel und Jaenicke fanden als Bestandteile: grünesfettes Oel, Balsamharz, Halbharz, Gerbstoff, süssen Extractivstoff, gummigenExtractivstoff, graue, in Wasser und Weingeist unauflösliche Substanz (Inulin),Holzfaser. Hergt fand Spuren flüchtigen Oels.
Anwendung. Die Beifusswurzel, ein mildes Tonicum, wurde vor 50 Jahrenvon Burdach als ein specifisches Mittel gegen Epilepsie (und Veitstanz) ge-rühmt. Dosis 1,0—2,0—4,0 täglich einige Male. Burdach liess vor odernach dem epileptischen Anfalle eine Dosis von 2,5—3,5—4,0 des Pulvers miterwärmtem Biere angerührt nehmen, und erfolgte kein Schweiss, den nächstenTag eine stärkere Dosis verabreichen.
Extractum Artemisiae wird aus der frisch getrockneten und gröblichg epu lverten Wurzel mittelst 90 procentigen Weingeistes bereitet und zur Con-sistens eines halbflüssigen Extractes abgedampft. Ausbeute circa 9 Proc.Gabe 1,0— 2 ,0— 3 ,0 in Pillen oder Emulsion. Koelreuter wandte das Ex-tract bei Epilepsie, Ecclampsie der Kinder, Kolik, Durchfall, sporadischerBrechruhr, chronischem Erbrechen, Scirrhositäten des Magens, bei Bleichsucht,stockender Menstruation etc. an.
Tinctura Artemisiae radicis ( Rademacher ) wird durch eine dreitägigeDigestion aus 100,0 Radix Artemisiae und 500,0 45procentigem Weingeistbereitet. Sie wurde von Rademacher als Gehirnmittel bezeichnet und gegenvom Gehirn ausgehende Epilepsie angeblich mit Erfolg angewendet. Dosis:2,5—5,0—7,5 vier- bis fünfmal täglich.
Hager, Pharmac. Praxis. I. ' 32