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1 (1876)
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430
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Argentum.

Flüssigkeit und wird von einem Partikel des Silberchlorids auf das andereübertragen; dennoch rührt man nach 12 Stunden einmal um und sieht darauf,dass nicht etwa Silberchlorid an der oberen Wandung des Gefässes sitzendder chemischen Action entgeht. Kleine Nägel und Draht statt des Bleches zugebrauchen, ist nicht räthlich, weil sie das Sammeln des Silberniederschlageserschweren.

Aus dem grauen metallischen Silberniederschlage wird das Eisenblech her-ausgenommen, nach dem Abspülen desselben, mit Hilfe einer gewöhnlichenSpritzflasche, das Silber in ein Becherglas gebracht und mit reiner Salzsäure,die mit einem doppelten Volum Wasser verdünnt ist, übergössen einen halbenTag lang an einen lauwarmen Ort gestellt, damit anhängendes Eisenoxyd voll-ständig gelöst werde. Alsdann wäscht man zuerst mit salzsäurehaltigem Wasserund endlich mit destillirtem Wasser aus, bis das Abfliessende mit etwas Gerb-säurelösung keine Farbenreaction giebt. Dieser so behandelte Niederschlagist reines Silber. Man trocknet ihn oder verarbeitet ihn noch feucht.

Diese Darstellung des reinen Silbers aus altem Bruchsilber, Münzen etc.ist sicher die beste. Statt des Eisens könnte man auch Zink nehmen, es istdieses aber nicht rein genug und andere Metalle, wie Blei, Kadmium, Zinn,die häufig im Zink vorkommen, könnten sich dem Silberniederschlage bei-mischen.

Besteht der Silber ab fall in Niederschlägen und Lösungen, herrührendaus analytischen Arbeiten, so muss man ihn aus Vorsicht stets ver-dächtig halten, dass er explosive Verbindungen enthalten könne. Zunächstübergiesst man ihn mit einer verdünnten rohen Salzsäure, wenn er trockenist, und stellt ihn bei Seite, bis er von der Säure vollständig durchnässt ist.Ist der Silberabfall eine Flüssigkeit, so versetzt man diese mit concentrirterSalzsäure, rührt nach einiger Zeit um und lässt absetzen. Nach dem Abgiessendes klaren Tlieiles der Flüssigkeit giesst man auf den Bodensatz eine frischePortion verdünnter Salzsäure, nebst etwas roher Salpetersäure, digerirt einenTag hindurch, verdünnt dann mit Wasser, lässt absetzen, sammelt nun denBodensatz in einem Filter und wäscht ihn genügend aus. Es sei daran er-innert, dass die decanthirte Flüssigkeit möglicher Weise Gold und Platinenthalten kann.

Der Bodensatz besteht hauptsächlich aus Chlorsilber und enthält möglicherWeise Sulfate des Baryts, Strontians, Kalkes, Bleies oder sonst schwerlöslicheVerbindungen. In diesem Falle wird der Bodensatz mit Wasser ausgewaschenund mit öprocentigem Aetzammon unter gelinder Digestionswärme extrahirt,das Silberchlorid dann aus der ammoniakalischen und mit Wasser verdünntenLösung mit verdünnter Salzsäure ausgefällt.

Von den Methoden der Darstellung eines reinen Silbers sind diejenigenauf nassem Wege für das pharmaceutische Laboratorium die geeignetsten.Methoden dieser Art sind:

1. 1 Th. frischgefälltes ausgewaschenes etwas feuchtes Chlorsilber wirdmit 2 bis 2 1 / 2 Th. kaustischer Kalilauge (1,25 bis 1,30 spec. Gew.) in einemgeräumigen Porzellanscliälchen oder besser in einem Glaskolben übergössen und10 Minuten lang gekocht, wobei man ] / 8 Th. Zucker in etwas Wasser gelöstnach und nach zusetzt. Das durch das Kali ausgeschiedene Silberoxyd wirdschnell durch den Zucker unter Entwickelung von Kohlensäure desoxydirt undals metallisches Silber gefällt ( Gkegory ). Dieses Silber wird anfänglich mitetwas chlorwasserstoffhaltigem Wasser, nachher mit reinem destillirtem Wassergut ausgewaschen. Auch durch Kochen gleicher Theile Chlorsilber, Stärke-