Argentum.
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man setzt z. B. das Gefäss in eine Schüssel mit etwas Sand und stellt es aneinen heissen Ort.
Photographische Papier- und sonstige Abfälle, alte Silbertressen, silberneTroddeln etc. werden mit einer dünnen Salpeterlösung schwach besprengt, ge-trocknet und auf einem reinen Herde eingeäschert, indem man einige TropfenPetroleum anzündet und in die Flamme nach und nach die trocknen Abfälleeinträgt. Der Aschenrückstand wird in Salpetersäure gelöst. Ein etwaigerGoldgehalt des Silbers bleibt in schwärzlichen Flocken, Zinn, sowie Antimonals weisse Oxyde ungelöst. Kupfer, Blei, Wismuth sind in der Auflösung.Man verdünnt die Silberlösung mit einem vierfachen Yolum Brunnenwasser,lässt absetzen und giesst die klare Flüssigkeit in einen geräumigen Stehkolbenab. Die letzte Flüssigkeit mit dem Bodensatz wird wieder mit einer Portiondestillirten Wassers verdünnt und in den Kolben hineinfiltrirt. Der Flüssig-keit im Kolben, welche man in einem Sandbade heiss gemacht hat, setzt mannun rohe Salzsäure, die mit ihrem doppelten Volum gemeinen Wassers ver-dünnt ist, so lange unter bisweiligem sanften Schütteln des Kolbens hinzu,als ein weisser käsiger Niederschlag entsteht. Ein kleiner Ueberschuss istohne Nachtheil. Der Niederschlag ist das in Wasser und Säuren unlöslicheSilberchlorid. Gleichzeitig sich bildendes Bleichlorid, das schwer löslich ist,bleibt wegen der Menge Wasser in Lösung. Statt der Salzsäure kann manauch eine filtrirte Kochsalzlösung zur Fällung benutzen, es löst dieselbe jedoch,wenn sie im Ueberschuss zugesetzt ist, etwas Chlorsilber auf. Sobald sich dasSilberchlorid nach mehrstündigem Stehen genügend abgesetzt hat, decanthirtman die klare Flüssigkeit und giesst eine neue Portion gewöhnlichen Wassersauf, lässt wieder absetzen und decantliirt. Nachdem dies noch zweimal wieder-holt ist, bringt man den Silberchloridniederschlag auf ein mit einer doppeltenLage Fliesspapier belegtes leinenes Colatorium (oder in ein gewöhnlichesdoppeltes Filter), wäscht anfangs mit gewöhnlichem Wasser, das man starkmit Salzsäure angesäuert hat, und zuletzt mit destillirtem Wasser so lange ab,bis sich eine Probe des ablaufenden Wassers gegen Schwefelwasserstoffwasservöllig indifferent zeigt.
Das noch feuchte Silberchlorid wird in eine Schale oder Schüssel gegebenund nun mit soviel destillirtem Wasser, welches mit reiner Chlorwasserstoff-säure angesäuert ist, gemischt, dass letzteres noch eine Fingerbreite hoch überden Niederschlag hinweg steht. In diese flüssige Masse legt man nun einpassend grosses Stück starkes schwarzes Eisenblech, das wenigstens eben soschwer als das in Arbeit genommene Silber ist und das man durch Scheuernmit Sand und Asche von jeder Oxydschicht befreit hat. Die eine Ecke desBlechstückes biegt man in der Art winkelig um, dass die Umbiegung aus derFlüssigkeit heraussieht und als Handhabe dienen kann. Mit einer ScheibePappe oder einem Deckel bedeckt, setzt man die Schale an einen Ort vonmittlerer Temperatur ein bis zwei Tage bei Seite. Das Eisen verbindet sichmit dem Chlor des Chlorsilbers zu leicht löslichem Eisenchlorür, und Silberwird in Form einer bräunlichgrauen krümlichen Substanz abgeschieden.
Das Eisenblech soll blank sein, denn etwa daran sitzendes Eisenoxyduntermischt sich dem metallischen Silber und ist selbst schwer durch salzsauresWasser daraus wegzuwaschen. Eine Oxydschicht ist der chemischen Actionauch hinderlich. Die Reduction findet bei gewöhnlicher Temperatur statt undkann in 12—15 Stunden beendet sein; dennoch ist es besser die Wärme einestemperirt warmen Ortes zu benutzen und länger als einen Tag stehen zu lassen,um der volligen Reduction des Silbers sicher zu sein. Ein Umrühren ist nichtunumgänglich nöthig, denn die Reduction erstreckt sich durch die ganze