Aqua.
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faulender Stoffe auf Kalksulfat im Wasser), ein widerlicher fader Geschmackauf Sumpfgas (ein Product der Fäulniss), ein adstringirender oder tintenhafterauf Eisensalze, ein bitterlicher auf Magnesiasalze, ein salziger auf Natrium- undCalciumchlorid, ein erdiger auf Carbonate der Erden, ein urinöser auf Nitritund Nitrat des Ammons und Kloakenstoffe. Hier kann möglicher Weise durchErsatz der modrig gewordenen Holztheile des Brunnens, Entfernung der in derNähe befindlichen Düngergruben und Kloaken oder auch durch jene Maass-nalimen, welche zur Beseitigung der Farbe eines Brunnenwassers angegebensind, abgeholfen werden.
Einen Geruch erhält das Wasser durch Schwefelwasserstoff, Sumpfgasund andere Produkte der Fäulniss, auch durch Leuchtgas (wenn sich derBrunnen in der Nähe von undichten Gasleitungen befindet).
Es ist immer als ein höchst seltener Fall anzusehen, wenn sich ein natür-liches Wasser von organischer Substanz völlig frei erweist. Die Unter-suchung auf organisirte Wesen muss stets mit dem frisch geschöpftenWasser vorgenommen werden, weil in dem Wasser während eines mehr alszweitägigen Stehens, auch in gut geschlossener Flasche, sich mikroskopischeWesen (Amoeben, Monaden, Algen etc.) einfinden.
Der Verdampfungsrückstand eines guten Trinkwassers ist weisslichoder weisslichgrau oder gelblichweiss, ist er aber grau oder graubraun undangefeuchtet dunkel oder selbst schwärzlich, so deutet dies auf einen reich-lichen Gehalt organischer Substanz und auf eine Verbindung des Brunnens mitKloaken, Düngergruben, Viehställen.
Das Verdampfen des Wassers (5 Liter) geschieht in rein weissen porcel-lanenen Gefässen im Sandbade und an einem Orte, wo das Hineinfallen vonStaub nicht möglich ist. Steht ein solcher Ort nicht zu Gebote, so geschiehtdas Abdampfen zum grösseren Theile zuerst in einer gläsernen Retorte, dannzum Schluss im Sandbade. Als Abdampfgefässe wählt man kleinere, und giesstvon der abzudampfenden Wassermenge in circa einstündigen Pausen nach, denwährend dieser Zeit verdampften Theil gleichsam restituirend. Eine Wärmevon 130 bis ISO 0 C. genügt, den Verdampfungsrückstand trocken zu mächen,um ihn dann zu wägen. Eine stärkere Erhitzung würde gegenwärtige Am-monsalze verflüchtigen, ein Glühen Nitrate, Nitrite, Carbonate, Magnesiumchloridzersetzen.
Nach der Wägung des Verdampfungsrückstandes wird ein Theil desselbenin einem mit Deckel geschlossenen kleinen Porcellantiegel einige Minuten einerschwachen Rothgluth ausgesetzt. Enthielt er z. B. farblose organische, aberin der Hitze verkohlende Substanz, so wird er jetzt eine dunkele graubrauneoder schwärzliche Farbe zeigen. Einen anderen Theil erhitzt man in einemgläsernen Reagircylinder bis zur Rothgluth, um etwa entstehende Sublimate zubeobachten.
Die oben angegebene Menge Verdampfungsrückstand von 1 Liter Wasserist schon ein sehr hohes Maass. Geht sie über diese Menge hinaus, so wirddas Wasser bei andauerndem Gebrauch als Trinkwasser der Gesundheit nach-theilig gehalten. Das letztere gilt besonders von dem Wasser, welches imLiter über 0,2 Grm. Kalkerde enthält, und um so mehr, wenn diese MengeKalkerde an Schwefelsäure gebunden, also als Kalksulfat vorhanden ist. 0,2Kalkerde entsprechen 0,486 Kalksulfat.
Aus der vorstehenden Bemerkung folgt, dass die specielle quantitativeAnalyse eines Verdampfungsrückstandes, welcher nicht 0,05 Procent des Was-sers übersteigt, in Beziehung zur Beurtheilung eines Trinkwassers über-flüssig ist.