Anisum.
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Fig. 100. Frucht von Conium maculatum. a. Unreife Frucht (3faclie
Lin. Vergr."). b. Reife Frucht (6—7fache Lin. Vergr.).c. Querschnittfläche der beiden Merikarpien. d. Längendurchschnitteiner Merikarpie.
Schale und den Rippen der Früchte enthalten ist, über 3 Proc. grünlichesfettes Oel, welches sich in dein inneren Kerne der Halbfrucht befindet, Harz,viele Kali- und Kalksalze.
Verfälschungen. Der Anis ist sehr häufig absichtlich mit Sand undkleinen Lehmstückchen untermischt, welche Verfälschung man leicht durchAnschauung auffindet. EinigeMale hat man ihn mit Schier-lingsfrüchten ( FructusConii) untermischt angetroffen.
Diese gefährliche Fälschungist leicht mit der Loupe zuerkennen: an den fadenförmi-gen, bei unreifen Früehtengekerbten, bei reifen aberwellenrandigen Hauptrippen.
Bei der Prüfung mit der Loupelassen sich Früchte anderer
Doldenpflanzen überhauptleicht erkennen.
Pulverung. Der lufttrockneAnis wird circa 8 Stunden in
dünner Schicht an einen Ort gelegt, dessen Temperatur 30° C. nicht über-schreiten darf, dann nochmals durch Schütteln und Reiben in Sieben vonStengeln und Sand sorgsam befreit und nun im eisernen Mörser gepulvert, unddas Pulver durch Sieben in ein mittelfeines (für Menschen) und in ein grobesPulver (für die Veterinärpraxis) geschieden. Das mittelfeine Pulver enthältdie grösste Menge Arom.
Aufbewahrung. Den Anis bewahrt mau, nachdem er durch Abschlagenin Sieben von verschiedener Maschengrösse von Sand, Staub und kleineren undgrösseren Lehmstücken befreit ist, gewöhnlich in Kästen mit Deckel, besser inWeissblechgefiissen. Jährlich pflegt man den Vorrath durch eine Waare ausjüngster Ernte zu ersetzen. Als feines Pulver hält man nur geringe Mengenin gut verstopften Glasgefässen vorräthig, dagegen wird ein grobes Pulver oftund viel in der Veterinairpraxis gebraucht. Letzteres bewahrt man in Blech-büchsen.
Anwendung. Anis galt von jeher als Stimulans, Stomachicum und Car-minativum, und wird auch als ein angenehmes Geschmackscorrigens manchenArzneien zugesetzt. Man giebt es in Pulvern und im Aufguss zu 1,0—3,0mehrmals täglich bei Blähungen, Kolik, Katarrh, Magenschwäche, auch zurBeförderung der Milchsecretion. Ferner als Pulver zum Einstreuen gegenKopfläuse der Kinder, so wie als Gewürz in Brot und Speisen. Das wein-geistige Destillat liefert den Anisbranntwein.
Früher gebrauchte man in der Seidenfärberei den Anis im Aufguss, um dieSeide weich und geschmeidig zu machen.
Confecti« Anisi, Anisconfect, überzuckerter Anis sind mit Zucker überzogeneAnisfrüchte.
Oleum Anisi. Anisiii, wird aus dem Anis durch Destillation gewonnen.Trockner Anis giebt höchstens 2 Proc. Oel aus. Das ätherische Oel aus denFruchtstengeln, der Anisspreu, beträgt höchstens 1 Proc., soll reicher an Stea-