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1 (1876)
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353
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Anda. Anethum.

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Anda.

Anda Gomesii Jussieu, Anda Brasiliensis Raddi , BrasilianischeAnda, Anda-assu, ein grosser, in Brasilien heimischer, einen giftigen Milch-saft führender Baum. Familie Euphorbiaceae, Subord. Crotoneae.

Semina Andae, \oees Andae, Ararafrüehte, Andaniisse. Die faustgrosse Fruchtvon grauer Farbe und mit dünner Schale enthält zwei Samen mit graubrauneroder brauner, nicht glänzender, frisch lederartiger, später zerbrechlicher, innenmit trocknem, glänzendweissem Parenchym ausgekleideter Samenschale, durch-schnittlich 2,5 Centim. breitund 2 Centim. hoch undfast eben so dick. Dergelblich weisse, aus zweigrossen Samenlappen be-stehende Kern, der medi-cinisch verwendbare Theil,entspricht seinem Umfangenach der Form der Samen-schale. Das Gewicht einesSamens mit Schale variirtzwischen 5,0 bis 6,5 Gramm;davon kommen circa 62Proc. auf den Samenkern und 38 Proc. auf die Sameuschale.

Der Samenkern ist von mandelartigem Geschmack und enthält 5053Proc. eines fast farblosen, fetten, wie Olivenöl fliessenden, sehr schnell ein-trocknenden, geschmacklosen Oeles von 0,919 specifischem Gewicht bei 17,5°,ferner circa 3,3 Proc. eines in Weingeist löslichen Harzes.

Anwendung. Von der Andanuss wird bei uns nur der Samenkern als einPurgans gebraucht, welches ohne besondere Beschwerden reichlicheDarmentleerungen bewirkt. Zu einer massigen Darmentleerung genügt derGenuss des vierten oder dritten Theiles des grösseren oder kleineren Samen-kernes. Hiernach lässt sich die Grösse der Dosis bemessen. Ein ganzerSamenkern ist eine starke Dosis. Das ausgepresste Oel ist von etwas geringererWirkung und bewirken eine mässige Darmentleerung 25 bis 40 Tropfen,welche man mit Kaffee einnimmt. Die Samenkerne können ganz passend inForm einer Emulsion gegeben werden, z. B.

ly Nucleum unum Seminis Andae; Amygdalarum dulcium 10,0; Aquae 100,0.Fiat emulsio, cui addatur Syrupi simplicis 20,0. D. S. Des Vormittags zweimal,von 2 Stunden, je zwei Esslöffel.

Oleuni Andae. Die Anwendung des häufliehen Andaöls ist nicht räthlich,da man vor Falsificaten nicht gesichert ist.

Fig. 91. a. Andanuss, b. ein aus der Schale entnommener Samen-lappen von seiner inneren Seite gesehen.

Anetlium.

Anethum graveolens Linn ., Dill, Gartendill, Gurkenkraut, eineim südlichen Europa und dem Orient einheimische, bei uns überall in Gärtencultiyirte Umbellifere.

Hager, Pharmac. Praxis. I. 23