Anacardia. — Cardoleum.
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Benzin etc. Erwärmt riecht es nicht unangenehm und kann nicht ohne Zer-setzung verflüchtigt werden. An der Luft bräunt und schwärzt es sich. Con-centrirte Schwefelsäure löst es mit blutrother Farbe. Wasser fällt aus dieserLösung eine in Wasser lösliche gummiartige Substanz. Salpetersäure verwandeltes in ein zinnoberrothes Pulver, in der Wärme in ein Orangerothes Harz.Kalilauge löst das Cardol nur langsam, welche Lösung an der Luft blutrothwird und mit Erd- und Metallsalzen rothe oder violette Niederschläge giebt.Die weingeistige Cardollösung giebt mit Bleiessig einen an der Luft rotli wer-denden Niederschlag und mit ammoniakalischer Silberlösung einen Metallspiegel.
Semecarpus Anacardium Linn . fil., Synon. Anacardium officinarumGaertner , Ostindische Herzfrucht, Ostindischer Tintenbaum, eine in Ostindieneinheimische Anacardiacee (R. Brown ) oder Terebinthacee.
Anacardia orientalia, Fructus (\uces) Anacardii orientalis, Anacardia, Ele-piiantenläuse sind die Waare, welche in den Apotheken nur unter dem NamenElephantenläuse gefordert wird.
Eine Steinfrucht, 2,0—2,5 Centim. lang, circa 2,0 Centim. breit, 6 — 8Millim. dick, annähernd herzförmig, plattgedrückt, glänzend schwarz, unter-stützt von einem gefurchten harten, über 1 Centim.langen und breiten, unterhalb sich etwas verschmälerndenStempelträger. Die Lücken der schwarzen, mit derSteinschale verwachsenen Mittelschicht sind mit einemschwarzen, ätzend scharfen, später eintrocknenden Bal-sam erfüllt.
Anwendung. Die Orientalischen Anacardien sindnicht mehr im medicinischen Gebrauche, wurden aberfrüher bei denselben Leiden gebraucht, wie von denOccidentalischen Anacardien angegeben ist. Heute wer-den sie in manchen Gegenden von dem gemeinen Mannein der Apotheke gefordert, um sie als Amulete gegenZahnschmerz, Rheumatismus, Gliederreissen zu verwen-den. Durch den Stempelträger wird ein Loch gebohrt Fi s- ® 2 - F™ht von semecar-
... . % - ° -r, . . ,. „F J _ pus Anacardium mit Stempel-
zur Anbringung einer Schnur. Es ist dieser Umstand träger »| 2 Lin. vergr.wesentlich, denn es sind Fälle bekannt, wo man durch
die Nuss das Loch für die Schnur bohrte. Die Schnur nahm etwas des scharfenBalsams auf, verschob sich und brachte diesen auf die Haut. Es entstandenGeschwüre, Hautausschlag, Hautentzündung, begleitet von fieberhaftem Zustande.
Der in der Mittelschicht der Schale befindliche Balsam hat dieselbeSchärfe wie der in der Occidentalischen Anacardie. Er liefert das
•J- Cardoleum pruriens, brennendes Cardol, welches in ähnlicher Weisedargestellt wird wie das Cardoleum vesicans. Von seiner Anwendung istabzurathen.
Dieser scharfe corrosive Balsam, früher zur Basis einer Tinte zumZeichnen der Wäsche Of), überhaupt der Zeuge verwendet, ist aber ausserGebrauch gekommen, weil mehrere Fälle constatirt wurden, wo Hautstellenmit den mit jener Tinte gemachten Schriftzeichen in Berührung gekommen unddaraus nicht unerhebliche Krankheitserscheinungen entstanden waren. Einepolizeiliche Verordnung in Berlin verbot sogar den Verkauf dieser Zeichentinte.