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1 (1876)
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Amylum. Kindermehl. Mehluntersuchung.

V2 ,r> Jahren) 1 2 345 Theelöffel in der gewöhnlichen Nahrung(Milch, Kaffee, Suppe etc.).

Nestle's eil es Kind er m eh 1 ist ein empfehlenswertes Nährmittel für Kin-der. Es bildet ein gelbliches mittelfeines, nicht hygroskopisches Pulver, inwelchem Hager 40 Proc. Zucker und Milchzucker, 5 Proc. Fett, circa 15Proc. Prote'instoffe, 30 Proc. Dextrin und Stärkemehl auffand. Nach dieserAnalyse und dem Geschmack ist das Kindermehl gepulvertes Biscuit, Bisquit-torte oder ein Backwerk aus Weizenmehl, Eigelb, Milch, Zucker mit entferntenSpuren Zimmt, getrocknet und zu Pulver zerstossen.

Nestlä's Kindermehl von Franz Coblenzer in Cöln ist eine vortrefflichgelungene Nachahmung des vorstehenden Kindermehles. Es ist im Geschmack,der Farbe und dem Gehalt respiratorischer und plastischer Nährstoffe mit demaus Belgien importirten NESSTLE 'sehen Kindermehle gleich, kommt aber, bil-liger im Einkaufe zu stehen.

Timpe's Kraftgries, Farine cliocolatee phosplioreusc , von der Firma Theo-dor Timpe in Magdeburg als Kindernährmittel (neben unzureichender Mutter-milch). Der Kraftgries bildet ein bräunliches Pulver von angenehmem Ge-schmack und Geruch. Er scheint ein dem NESTi .fi'schen Kindermehl ähn-liches Präparat zu sein, welchem aber Cacaomehl in eigenthümlich löslicherForm zugesetzt ist. Den Kindern scheint es sehr zu conveniren. Für einKind von circa 3 Monaten dient neben verdünnter Milch als Getränk 1 gehäuf-ter Esslöffel des Kraftgrieses mit 7 Esslöffeln Milch und 7 Esslöffeln Wasseraufgekocht als Nahrung auf den Tag.

Prüfung des Mehl es. Bei der Prüfung des Mehles kommen hauptsäch-lich 1) der Feuchtigkeitsgehalt, 2) die Vermischung mit dem Mehle andererGramineen, der Hülsenfrüchte, dem Kartoffelstärkemehl oder Kartoffelmehl,3) eine Vermischung mit mineralischen weissen Substanzen, 4) mit dem Mehlevon Mutterkorn, 5) ein normaler oder verdorbener Zustand in Betracht.

I. Der Feuchtigkeitsgehalt des Mehles der gewöhnlichen Wind- undWassermühlen beträgt durchschnittlich 15, höchstens 18 Proc., das Mehl ausAmerikanischen Dampfmühlen höchstens 12 Proc. Ein Mehl, dessen Feuchtig-keitsgehalt das gewöhnliche Maass nicht überschreitet, lässt sich in der Handzusammendrücken, ohne zu ballen. Man breitet das Mehl in dünner Schichtaus und trocknet es zwei Stunden in der Wärme des Wasserbades.

II. Eine Beimischung des Mehles und Stärkemehles von anderen Cerealien,Kartoffeln etc. ergiebt sich bei der optischen Prüfung aus der Form der Stär-kemehlkörnchen (siehe oben S. 333). Hier ist jedoch anzuerkennen, dass sichunter den Stärkemehlkörnchen des Weizenmehls häufig vereinzelte Stärke-mehlkörnchen des Roggens und anderer Cerealien befinden, ohne dass eineVerfälschung vorliegt. Eine solche ist aber wahrscheinlich, wenn der fünfteTheil der Stärkemehlkörnchen nicht dem Weizen angehören.

Eine von Cyrilla Cailletet vorgeschlagene Prüfung des Weizenmehlsauf Beimischung von Roggenmehl wird in folgender Weise ausgeführt: In eineFlasche von circa 100 CC. Rauminhalt giebt man 20,0 des getrocknetenMehles und eben so viel Aether, macerirt eine Viertelstunde unter bisweiligemUmschütteln, filtrirt den Aether ab, lässt ihn in einem Porcellanschälchen ingelinder Wärme abdampfen und setzt dem fettigen Rückstände 1 CC. eineskalten Gemisches von 5 Th. reiner Salpetersäure von 1,185 spec. Gew. mit