Alumina sulfurica.
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II. Alnmina sulfurica (pura), reines krystallisirtes Thonerdesulfat, in den
Preiscouranten der Droguisten mit Alumina sulfurica pura oder crystallisatalevissima notirt, wird durch Krystallisation aus dem rohen Sulfat dargestellt.
Eigenschaften. Sehr weisse atlasglänzende, kleine, nicht schwere undlocker über einander liegende schuppen- oder lamellenartige, nicht hygrosko-pische Krystallchen, seltener säulenförmige Krystalle, zuweilen auch ein leich-tes krystallinisehes Pulver, löslich in zwei Theilen kaltem Wasser, damit einesauer reagirende, anfangs schwach siisslich, dann stark styptisch schmeckendeLösung gebend. Die wässrige Lösung ist wegen Anwesenheit kleiner MengenSubsulfat gewöhnlich nicht ganz klar.
Prüfung. Es ist wesentlich, dass das reine Thonerdesulfat nicht mehr alsSpuren Kali oder Natron enthalte. Man versetzt eine dünne Lösung des Sul-fats mit einem Ueberschuss Aetzammon, kocht bis zur Beseitigung des Ammon-tiberschusses und filtrirt. Das Fi Itrat eingedampft und zuletzt über freierFlamme stark erhitzt, darf höchstens 0,5 Proc. von der Menge des Thonerde-sulfats als fixen Rückstand hinterlassen.
Anwendung. Diese ist dieselbe wie vom Alaun, die Wirkung scheint je-doch ein etwas weniger scharf styptische zu sein. Es verdient das Thonerde-sulfat jedenfalls den Vorzug vor dem Alaun. C urtis S mtth hat es in neuererZeit zu Injectionen (2— 3 auf 100 Aq.) bei Leukorrhöe (mit foetidem Ausfluss),Ozaena u. d. gl. warm empfohlen. Beabsichtigt man eine noch mildere Wir-kung, so dürfte das basische Sulfat (sub III) der Beachtung werth sein.
Thonerdesulfatlösungen auf Leinwand getropft und darauf eingetrocknetmachen die Gewebefaser locker, so dass später bei der Wäsche Löcher ent-stehen.
Das rohe Thonerdesulfat ist, wie G annal nachgewiesen hat, einbilliges und kräftiges Desinficiens und Antisepticum. Die mit derwässrigen Lösung injicirten Leichen konnten im Sommer länger denn 20 Tage,im Winter über 3 Monate hindurch conservirt werden.
In kleinen Mengen allein und in Verbindung mit Carbolsäure stärkemehl-haltigen, schleimigen Massen (der Schlichte, dem Kleister) zugesetzt verhütetes lange Zeit Gährung und Schimmelansatz.
Ein Lösung von 10,0 Thon erdesulfat in 50,0 roher Salpetersäureund 250,0 Wasser wird als Putzmittel für vergoldete Bronze angewendet.
Thonerdesulfat eignet sich endlich zum Klären und Trinkbarmachenschlammigen Wassers. 0,5 Gramm des Sulfats genügen durchschnittlichauf 1 Liter des Wassers.
IIT. Liquor Alnminae snbsnlfuricae, Alumina sulfurica Itasica soluta,Thonerdesubsulfatlosung, Solution de Sulfate d'Alumine Mbasique PharmacopoeaeFranco- Gallicae (2A1 2 0 3 , 3S0 3 + Aq.)
Bereitung. 100 Th. des rohen, aber eisenfreien Thonerdesulfatswerden in circa 2000 Th. destillirtem Wasser gelöst, mit einem geringenUeberschuss (circa 160 Th.) Aetzammon versetzt, der Niederschlag nacheintägigem Stehen in einem Colatorium gesammelt, nochmals mit vielemWasser gemischt und wiederum auf einem Colatorium gesammelt, mit destil-lirtem Wasser ausgewaschen, dann feucht, wie er ist, in eine Porcellanschalogegeben, mit 150 Th. reinem krystallisirtem Thonerdesulfat versetzt undim Wasserbade unter Umrühren so weit abgedunstet, wenn dies nothwendigsein sollte, dass das Gewicht der Flüssigkeit 1500 Th. entspricht ( H ager).