Druckschrift 
1 (1876)
Entstehung
Seite
259
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Alumina acetica.

259

Liquor Aluminae acetica« Bürow. Bereitung. Man löst 100,0 kry-stallisirtes Bleiacetat in 300,0 destillirtem Wasser und mischt dieseLösung, wie sie ist, mit einer Lösung von 66,0 Kalialaun, 12,0 krystal-lisirtem Natronsulfat in 500,0 destillirtem Wasser. Nach dem Um-rühren setzt man zwei Tage bei niedriger Temperatur bei Seite und filtrirt,ohne jedoch den Bodensatz auszuwaschen. Auch hier mischt man nur kalteFlüssigkeiten und lässt das Absetzen des Bleisulfatniederschlages in einerTemperatur unter 10° Wärme geschehen. Bei mehr Wärme gehen grössereSpuren Bleisulfat in Lösung über. Die Bereitung dieser Thonerdeacetatlösunggeschieht daher am zweckmässigsten in der kälteren Jahreszeit.

Die BüEOw 'sche Thonerdeacetatlösung ist eine klare, farblose, sauerreagirende, mild styptisch und sauer schmeckende Flüssigkeit, welche aufZusatz von Schwefelwasserstoffwasser sich nur schwach bräunen darf.

Anwendung. Thonerdeaeetat ist ein mildes Adstringens, welches innerlichund äusserlich angewendet wird. Die BuROw 'sche Lösung giebt man zu20 3040 Tropfen mehrmals am Tage in Zuckerwasser bei Blutspeien,Heiserkeit, Neigung zur Diarrhöe, äusserlich zum Waschen der Hautausschläge,wunder Hautstellen, Schrunden, bei übelriechendem Fuss- und Achselschweiss, auchmit einem vierfachen Volum Wasser verdünnt zu Einspritzungen bei chronischerGonorrhöe, stinkendem Nasengeschwür etc. Zum innerlichen Gebrauch solltenur die oben erwähnte Alumina acetica soluta in Anwendung kommen.

In der Technik benutzt man das Thonerdeaeetat zum Wasserdichtmachender Zeuge, Kleider etc. Das wollene Zeug wird in der Lösung des Acetatseingeweicht und dann in der Wärme getrocknet. Hierdurch verdampft einTheil der Essigsäure und ein basisches Thonerdeaeetat bleibt in der Zeugfaserzurück. In neuer Zeit erreicht man angeblich denselben Zweck, dass man dasZeug zwei Bäder, eine Lösung von Thonerdeaeetat und eine Lösung von Na-tronsilicat, passiren lässt; oder man tränkt das Zeug zuerst mit Thonerdesulfat-lösung und dann mit Bleiacetatlösung. (Vergl. auch Alumina olei'nica.) NachWagner wird das Wollen- oder Baumwollengewebe mit einer Lösung des Casei'nsin Borax- oder Natronwasserglaslösung getränkt und später in einer Lösungdes Ammonacetats oder des Tannins gebadet.

( I) Collntorimii adstriugens.

(Sciieibler's Mundwasser.)

iv Aluminae sulfuricae crystallisatael0,0Xatri acetici 12,5Aquae destillatae 150,0.

In lagenam ingesta Stent per horas duo-deeim et saepius agitentur, tum ad-misceSpiritus Vini 50,0Olei Menthae piperitaeOlei Salviae ana Guttas 2.

Liquorem bene agitatuin sepone locoi'rigido per noctem unaui, deinde filtra.Liquor! filtrato admisce

Aquae destillatae 100,0.

S. Zwei Löffel voll in einem Tassen-kopf lauwarmem Wasser zum Ausspülen

des Mundes (bei blutendem Zahnfleischund anderen Leiden der Mundhöhle, zumGurgeln bei Heiserkeit etc.).

(2) Injectio adstriugens Reece.

fy- Plumbi aceticiAluminis ana 1,0Aquae destillatae 180,0.

Misce et filtra.

S. Drei Einspritzungen täglich (beiBlennorrhagie, wenn der Ausfluss nichtmehr grünlich ist und der Schmerz beimHarnen nachgelassen hat).

Manche Aerzte lassen den Bleisulfat-niederschlag aus der Flüssigkeit nichtentfernen.

17*