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1 (1876)
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Alcea. Alchemilla.

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leistet. Sie sind meist nur Handverkaufsartikel. In den Weingegenden werdensie (neben dem Succus baccarum Myrtilli) als Mittel zur intensiveren Fär-bung der Rothweine gebraucht. Hier diesen unschuldigen Farbstoff als eineVerfälschung des Weines anzusehen, kann nur solchen Leute passiren, welchevom Weinbau und den Anforderungen des weintrinkenden Publikums in Be-treff der Intensität der Farbe des Rothweins nichts wissen und verstehen.

Pigmentnm vinarium, Weinfarlte. 100 Tli. der trocknen Stockrosen ohneKelche werden mit 1000 Tli. heissem Wasser und 10 Th. Alaunpulver eineStunde digerirt, erkalten gelassen, ausgepresst, im Wasserbade auf 50 einge-dampft und nun mit 150 Tli. reinem 90proc. Weingeist und 50 Tli. reinemGlycerin digerirt, dann nach mehrtägigem Stehen filtrirt. Das Glycerin mussmöglichst frei von Chlorcalcium und völlig geruchlos sein.

II. Malva Alcea Linn ., eine einheimische Malvacee.

Helba Alceae, Rosenpappelkraat, Sigmarskraut, wird kaum noch in denApotheken gehalten. Ein 60120 Ctm. hoher aufrechter, graugrüner, mitangedrückten Sternhaaren bedeckter Stengel, mit scharfen, tief 5 - theiligenBlättern mit länglichen, keilförmigen, stumpf-eingeschnitten-gesägten Abthei-lungen. Bltithen sind rosafarben.

Wird durch Folia Malvae vollständig ersetzt.

Alcliemilla.

Alchemilla vulgaris Linn ., gemeiner Sinau, Frauenmantel, Frauenmäntel-chen, Thaurose. Eine bei uns heimische ausdauernde Pflanze. Familie Dryadeae,Ordo Sanguisorbeae.

Folia Alcliemi llae, Herlia Alchemillac, Herita Leontopodii, Frauenmantel, Löwen-fuss. Die im Juni und Juli gesammelten Blätter. Sie sind gestielt, nierenför-

mig, 6 91appig, gefaltet, mit abgerun-_, deten, kerbig-gesägten Lappen, geruchlos

j|k -v, und von etwas bitterem styptischem Ge-

|S^T/ 1 W' 1 Jßk ' Als Amarum und Adstringens wurden

v \\|1|dieAlchemillablätter bei Blut- und Schleim-^ flttssen, Durchfall, Harnruhr, Kriebelkrank-

heit innerlich als Thee, äusserlich alsWundmittel angewendet. Die Alchemistenr schrieben ihnen wunderbare Kräfte zu,Äfjj ' und sollten sie äusserlich und innerlich

angewendet denFrauendieverloreneSchön-Alch. heit wiedergeben. In manchen Gegenden

bereibt man mit den bethauten Blätternrig. 52. Blatt tob Alchemilla ruigaris. di e Sommersprossenflecke, um diese ver-